11.06.2019 - 10:53 Uhr
NabburgOberpfalz

Futter-Bestellung führt zu Haftstrafe

Dem Hundehalter fehlt es an Geld. Das Gericht wertet seinen Einkauf deshalb als Betrug. Der 27-Jährige hat keine Chance in der Berufungsverhandlung.

Das Gericht schickt einen Hundehalter hinter Gitter.
von Autor HWOProfil

Wie kommt es, dass jemand zwei Lieferungen mit Hundefutter bestellt, sie nicht bezahlt und nun für rund zwei Jahre hinter Gitter muss? Die Antwort: Der Mann ist ein vorbestrafter Betrüger und konnte nicht mehr mit Nachsicht der Justiz rechnen.

Für die nicht beglichenen Futterrechnungen hatte es beim Schwandorfer Amtsgericht sieben Monate Haft gegeben. Damals schon wusste der 27-Jährige: Aus einer anderen Verurteilung wegen Betrugs standen noch 16 Monate mit Bewährung offen. Also ging er zum Landgericht Amberg in Berufung und griff damit zu einem letzten Rettungsring. Bereits am ersten Prozesstag hatte die Dritte Strafkammer unter Vorsitz von Richter Peter Hollweck dem im östlichen Kreis Schwandorf wohnenden Mann wenig Hoffnung gemacht (wir berichteten). Er habe ja die Rechnungen bezahlen wollen, aber weder Unterstützungsgeld vom Jobcenter noch Finanzhilfe von seiner Mutter bekommen, argumentierte der Angeklagte und fügte hinzu, dass er damit eigentlich gerechnet habe.

Doch der Vorsitzende sah das anders: "Sie hätten von vornherein erkennen müssen, dass kein Geld da war." Für die zweite Verhandlungsrunde waren nun noch mehrere Zeugen geladen. Doch ihre Vernehmung erübrigte sich. Denn bevor die Sitzung begann, nahm der 27-Jährige auf Anraten seines Anwalts Heinz Ettl die Berufung zurück. Daraus resultiert nun: Der Betrüger wandert zunächst für acht Monate hinter Gitter. Parallel dazu muss er zwingend damit rechnen, dass die für eine 16-monatige Haftstrafe ausgesprochene Bewährung widerrufen wird.

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