Ein weiteres Thema der umfangreichen Tagesordnung der Stadtratssitzung war die Abwasseranlage der Stadt. Beim Pumpwerk am Turnhallenweg steht eine Nachrüstung hinsichtlich der sicherheitstechnischen Belange an. Zu einem Beschluss kam es jedoch nicht. Die Räte folgten dem Vorschlag des Bürgermeisters, aufgrund des Kostenvolumens eine fachliche Unterstützung zu holen.
Wie Thomas Prey von der Verwaltung erinnerte, hat der Stadtrat in seiner Sitzung am 4. September beschlossen, zwei Umbauverfahren zu überprüfen. Zum einen die Nachrüstung im bestehenden Gebäude und zum anderen einen Umbau in ein sogenanntes "trocken aufgestelltes Pumpwerk". Das Ingenieurbüro BBI aus Regensburg hat die Kosten überschlägig ermittelt: Variante eins circa 200 000 Euro und Variante zwei rund 700 000 Euro. "Der Stadtrat sollte von der Variante eins Abstand nehmen", lautete die Empfehlung der Verwaltung. Denn der Pumpensumpf müsse weiterhin circa zweimal wöchentlich durch die Klärwärter betreten werden, was Gefahren in sich birgt. Auch könne der Wasserspiegel bei Starkregen so ansteigen, dass eine Reparatur oder Wartung der Pumpen unmöglich ist. Umbaumaßnahmen am vorgeschalteten Regenüberlaufbauwerk in Diendorf (Drosselabfluss) seien deshalb unumgänglich.
Ärgerliche "Verzopfungen"
Zur Variante zwei informierte Prey, dass aufgrund der Übertiefe (zehn Meter) des Bauwerks von extrem hohen Baukosten ausgegangen werden. Die Kosten könnten noch höher als ermittelt ausfallen, da kein konkretes Baugrundgutachten vorliegt. Daneben wären weitere Varianten denkbar, wie der Bau eines neuen Pumpwerks beim Regenüberlaufbauwerk in Diendorf. Der Stadtrat sprach sich einstimmig dafür aus, dass die Verwaltung einen Ingenieurvertrag anfordert und in der November-Sitzung zur Beschlussfassung vorlegt.
Wie noch kurz zur "Vorgeschichte" informiert wurde, fanden aufgrund der häufigen Verstopfungen der Pumpen im Hebewerk am Turnhallenweg zwei Begehungen mit dem Ingenieurbüro BBI aus Regensburg und mit Diplom-Ingenieur Ingrid Dierig-Stelzl (Sicherheitsingenieurin) statt. Das Pumpwerk wurde als besonders wartungsintensiv eingestuft, mit einer Bauweise, die zum Teil eine hohe Gefährdung für das Personal in sich birgt. Dadurch sei ein hoher Aufwand für die Arbeitssicherheit erforderlich.
Neben den regelmäßigen Wartungsarbeiten müssen die Pumpen fast wöchentlich aufgrund der sogenannten "Feuchttuch-Problematik" (Verstopfung) ausgebaut und unter großem Aufwand von den sogenannten "Verzopfungen" befreit werden. Aufgrund der Tatsache, dass es sich bei dieser Bauweise um ein sogenanntes nass aufgestelltes Pumpwerk handelt, müssen die Klärwärter meist den Pumpensumpf begehen und bis zum Grund des etwa zehn Meter tiefen Bauwerks einsteigen.
Dafür bestünden jedoch eigene Vorschriften, die eine Seilsicherung des Personals, eine dauerhafte Belüftung mit Frischluft und eine dauerhafte Gasmessung, während der Arbeiten im Pumpensumpf, erforderlich machen. Trotz dieser Sicherheitsmaßnahmen verbleibe ein hohes Gefahrenpotential, so dass eine zweite Person außerhalb des Bauwerks zur Sicherung einsatzbereit sein muss. Dies fordert einen enormen Zeit- und Personalaufwand. Außerdem seien die Bodenabdeckungen aus extrem schweren Eisen-Schachtdeckeln. Bereits beim Öffnen bestehe erhöhte Absturzgefahr, da keine Personenfangvorrichtungen vorhanden sind.
Besserer Arbeitsschutz
In den nächsten Jahren sei zudem eine Verschlechterung der Störungsproblematik zu erwarten. Daraus würde ein genereller Umbau des Pumpwerks in ein "trocken aufgestelltes Pumpwerk" (wie im Nikolaiweg) den Arbeitsschutz wesentlich verbessern. Das heißt, dass die Pumpen in einem eigenen Raum aufgestellt werden, der vom Personal "trocken" betreten werden kann. Von diesem Raum aus können sämtliche Wartungsarbeiten an den Pumpen erfolgen.


















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