17.04.2019 - 15:46 Uhr
NabburgOberpfalz

Genossenschaftliche Banken wachsen auf hohem Niveau

Die 2018er-Zahlen der drei genossenschaftlichen Banken im Landkreis klingen gut. Bei ihrer Präsentation ist auch zu hören, dass es nächstes Jahr nur noch zwei Banken geben wird.

Zur Bilanzpressekonferenz trafen sich die Vorstände des Kreisverbands der Volks- und Raiffeisenbanken im Landkreis Schwandorf im Hotel Wolfringmühle (Gemeinde Fensterbach). Die aktuellen Daten erläuterte Kreisverbandsvorsitzender Bernhard Werner (Dritter von rechts), der Vorstandssprecher der Raiffeisenbank im Naabtal. Regionaldirektor Franz Penker (rechts) ordnete die lokalen Daten in einen größeren, oberpfälzischen Zusammenhang ein.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil
Die Bank in Zahlen:

Der Kreisverband der Volks- und Raiffeisenbanken im Landkreis Schwandorf bietet 17 Geschäftsstellen, davon zwei SB-Geschäftsstellen. Die 53 900 Kunden unterhalten 92 842 Konten, über die neun Millionen Buchungen pro Jahr laufen. Die Banken halten als Service 26 Geldausgabeautomaten und 24 Kontoauszugsdrucker vor. Mehr als 14 Prozent der Landkreisbevölkerung, also jeder siebte Einwohner, sei Mitglied bei einer der drei Genossenschaften, hieß es. Kreisverbandsvorsitzender Bernhard Werner bezifferte die Zahl der genossenschaftlichen Mitglieder mit 20 863.

Die leitenden Banker des Verbunds sind Kreisverbandsvorsitzender Bernhard Werner (Raiffeisenbank im Naabtal), der stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende Sebastian Gehmacher von der VR-Bank Burglengenfeld, Stefan Schiller von der Raiffeisenbank im Naabtal, Dr. Christian Muck von der VR-Bank Burglengenfeld, sowie Franz Schießl und Michael Wild von der Raiffeisenbank Bruck.

(td) Denn die beiden größeren des Trios, die in Nabburg ansässige Raiffeisenbank im Naabtal und die im Städtedreieck beheimatete VR-Bank Burglengenfeld, gehen heuer noch eine wirtschaftliche Ehe ein. Mit anderen Worten: Sie werden fusionieren, wenn in einigen Wochen die zuständigen Vertreterversammlungen grünes Licht geben.

Standorte bleiben

"Die beiden Standorte für die Kreditinstitute in Nabburg und Burglengenfeld bleiben aber", versicherte Bernhard Werner, der auch die Raiffeisenbank im Naabtal führt, als Vorsitzender der Kreditgenossenschaften im Landkreis Schwandorf. Allerdings siedelt sich der künftige, vierköpfige Vorstand in Schwandorf an. Wo genau, das sei noch nicht spruchreif. Die Filiale der VR-Bank an der Schwandorfen Schwaigerstraße werde auf jeden Fall nicht die Zentrale.

Auch wenn die wirtschaftliche Entwicklung leicht an Schwung verlor, konnten die drei Banken im Landkreis Schwandorf, die VR Bank Burglengenfeld, die Raiffeisenbank Bruck und die Raiffeisenbank im Naabtal, im zurückliegenden Geschäftsjahr weiter zulegen. "Die positive Geschäftsentwicklung zeigt, dass es den Kreditgenossenschaften gelungen ist, das Vertrauen der Kunden in ihr Geschäftsmodell weiter zu stärken", versicherte Werner.

Alle Zahlen, die Bernhard Werner bei dem Bilanzgespräch im Fensterbacher Hotel Wolfringmühle vorstellte, zeigen nach oben, was die Banker natürlich nicht unglücklich macht. Nur eine Zahl schrumpfte - die der Beschäftigten. Sie ging vom Jahr 2017 auf das Jahr 2018 von 242 auf 233 leicht zurück, was mindestens zwei Gründe hat: Kollegen, die in Rente gehen, wurden nicht ersetzt, wobei gleichzeitig die Digitalisierung der Bankgeschäfte voranschreitet. Werner gab zwar ein Bekenntnis zur Filiale vor Ort ab, wusste aber auch, dass nicht nur die jungen Kunden zunehmend ihre Kontogeschäfte vom PC aus oder mit dem Smartphone erledigen: "Die Online-Filiale ist unsere bestbesuchte Filiale - Tendenz weiter stark steigend."

Bilanzsumme steigt

Der Kreisvorsitzende zeigte sich sicher, dass die Niedrigzins-Situation "so wie sie ist, bleiben wird", so dass an den Kundeneinlagen derzeit so gut wie gar keine Marge mehr zu verdienen sei: "Und das tut richtig weh; das macht nicht nur unseren Kunden keine Freude." Die Leute sparen trotzdem. Die Kundeneinlagen (ohne bankeigene Inhaberschuldverschreibungen) legten um 3,8 Prozent auf 828 Millionen Euro zu.

Werner kündigte an, das Firmen- und Gewerbekundengeschäft "werden wir auf hohem Niveau weiter ausbauen". Die Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen in der Region sei und bleibe eine der Stärken.

Die Kreditgenossenschaften seien aber auch ein gefragter Finanzierungspartner der Privathaushalte, etwa im Verbund mit der Bausparkasse Schwäbisch Hall und anderen Unternehmen aus dem Umfeld der Genossenschaftsbanken. 2018 stiegen die Kredite an Kunden um sechs Prozent an, auf 675,6 Millionen Euro.

Wie es zu einem Jahresbericht einer Bank gehört, gab es auch die wichtigste statistische Zahl zu hören. So hat sich 2018 die Bilanzsumme der drei Genossenschaftsbanken im Landkreis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast vier Prozent auf nahezu 1,1 Milliarden Euro erhöht.

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