Nabburg
03.07.2019 - 20:20 Uhr

Gewerbesteuer sinkt deutlich

Kämmerer setzt Einnahmen mit nur noch drei Millionen Euro an - Hohe Investitionen

In der Oberviechtacher Straße läuft seit mehreren Wochen die Sanierung von Wasser- und Kanalleitungen. Am Ende wird dann die Staatsstraße auf Kosten des Freistaates Bayern erneuert. Bild: Hösamer
In der Oberviechtacher Straße läuft seit mehreren Wochen die Sanierung von Wasser- und Kanalleitungen. Am Ende wird dann die Staatsstraße auf Kosten des Freistaates Bayern erneuert.

Der Haushalt der Stadt erreicht mit 24,254 Millionen Euro Rekordhöhen, Kämmerer Fritz Lobinger musste aber auch Abstriche machen. Die Gewerbesteuereinnahmen wurden vorsichtig mit drei Millionen Euro angesetzt, 900000 Euro weniger als 2018. Der Anteil an der Einkommensteuer steigt dafür auf knapp 4,5 Millionen.

Rein rechnerisch gesehen, reichen die Gewerbesteuereinnahmen nicht, um die Kreisumlage zu bezahlen. Sie steigt - trotz niedrigerem Hebesatz - um rund 346 000 auf knapp 3,048 Millionen Euro. Das liegt an der steigenden Umlagekraft der Stadt. Die Personalausgaben in Nabburg steigen um etwa 6,4 Prozent auf 1,448 Millionen Euro. Für die Kindergärten gibt die Stadt knapp 1,2 Millionen Euro aus. Nach Abgleich aller Ein- und Ausgaben im laufenden Geschäft bleibt im Verwaltungshaushalt ein Überschuss von 1,015 Millionen Euro als Zuführung zum Vermögenshaushalt. Dieser Betrag reicht nicht, um die ordentliche Kredittilgung (knapp 1,053 Millionen Euro) zu bezahlen. Dazu ist eine Rücklagenentnahme notwendig.

Inklusive der Haushaltsreste aus dem vergangenen Jahr (rund 975 000 Euro) investiert die Stadt heuer 9,9 Millionen Euro. Finanziert werden diese Ausgaben in erster Linie durch Grundstücksverkäufe (Hirtenleite III und Krankenhaus-Park für Supermarkt) mit Einnahmen von rund vier Millionen Euro, aber auch durch Kredite von 1,5 Millionen Euro. Größte Investitionsmaßnahmen sind die Erschließung des Baugebiets Hirtenleite III und des Gewerbegebiets Sauerzapfstraße, ferner der Umbau und die Sanierung des Komplexes Bachgasse 1 sowie die Wasser- und Abwasseranlage in Neusath und in der Oberviechtacher Straße. Das neue Fahrzeug für die Neusather Wehr ist ebenso veranschlagt wie der Anbau und die Sanierung des Gerätehauses in Diendorf. Auch für den Bauhof muss ein Ersatzfahrzeug her.

Die nächsten großen Investitionen stehen schon ins Haus: Die Sanierung der Grund- und Mittelschule (rund 4,5 Millionen Euro) und der Bau einer Kindertagesstätte in Diendorf. Für die Schule sind bereits über 540 000 Euro eingestellt. Für die Tagesstätte ist Geld zum Grundstückskauf im Haushalt.

Wichtigste Einnahmen und Ausgaben:

Die Zahlen im Überblick

Der Haushalt der Stadt Nabburg für das laufende Jahr hat ein Volumen von 24 245 200 Euro.Verwaltungshaushalt

Der Verwaltungsetat bildet das laufende Geschäft ab. (Werte in Euro)

Gesamt: 14 052 200

Wichtigste Einnahmen:

Grundsteuer A: 52700

Grundsteuer B: 576 000

Gewerbesteuer: 3 000 000

Anteil an der Einkommensteuer: 4 049 800

An der Umsatzsteuer: 513 000

Schlüsselzuweisung: 247 500

Sonstige Zuweisungen: 340 100

Aus Verwaltung und Betrieb: 3 925 200

Sonstige Betriebseinnahmen: 1 327 300

Wichtigste Ausgaben:

Kreisumlage: 3 047 300

VG-Umlage: 1 310 400

Gewerbesteuer-Umlage: 637 000

Personal: 1 448 200

Sächlicher Verwaltungs- und Betriebsaufwand: 4 827 800

Zuweisungen und Zuschüsse (z.B. Kindergärten): 1 634 800

Zuführung an den Vermögenshaushalt: 1 018 400

Vermögenshaushalt

Dieser Teil des Etats spiegelt in erster Linie die Investitionen wider.

Gesamt: 10 201 400 Euro.

Wichtigste Einnahmen:

Zuführung vom Verwaltungshaushalt: 1 018 400

Rücklagenentnahme: 246 400

Grundstücksverkäufe: 4 170 000

Beiträge, Entgelte: 2 169 200

Zuschüsse: 1 097 600

Kredite: 1 500 000

Wichtigste Ausgaben:

Grundstücke und Betriebsanlagen: 2 728 000

Tiefbau: 4 072 500

Hochbau: 1 694 600

Kredittilgung: 1 053 000

Die Zuführung an den Vermögenshaushalt liegt unter den Kredittilgungen, eine freie Finanzspanne hat die Stadt damit nicht. Die Nettoneuverschuldung liegt bei 447 000 Euro, der Stand der Schulden Ende des Jahres 2019 bei 10,032 Millionen. Die Pro-Kopf-Verschuldung steigt auf rund 1637 Euro, das liegt deutlich über dem Landesschnitt vergleichbarer Gemeinden (rund 700 Euro).

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.