13.10.2019 - 15:15 Uhr
NabburgOberpfalz

Grenzenlose Freundschaft

„Es ist überwältigend“, beschreibt Josef Götz vom Arbeitskreis der Städtepartnerschaft mit Horšovský Týn seine Gefühle. Am Freitag waren Tschechen sowie Deutsche in Nabburg zusammengekommen, um 15 Jahre der Freundschaft zu feiern.

Bei einem Festakt im Sitzungssaal des Rathauses feierten die beiden Städte ihre 15-jährige Partnerschaft.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

In Nabburg sind sie schon lange keine Fremden mehr: Josef Holecek, Bürgermeister von Horsovský Týn, Ludek Thomayer, Historiker und von Beginn an an der Partnerschaft beteiligt, sowie Anna Ježková, Deutschlehrerin und Dolmetscherin. In einer Reihe mit Bürgermeister Armin Schärtl, dem stellvertretenden Landrat Arnold Kimmerl und Josef Götz, einem der treibenden Motoren der Städtepartnerschaft, führten sie am Freitag durch den Festabend im Sitzungssaal des Rathauses.

Unter den Gästen waren "fast nur" Tschechen - so die Einschätzung von Götz - , die in den vergangenen Jahren in jeglicher Form am Austausch mitgewirkt haben. Jana Tomásková zum Beispiel, Bürgermeisterin im Jahr 2001, die zusammen mit dem damaligen Nabburger Bürgermeister Josef Fischer den Grundstein für die Freundschaft gelegt hatte.

"Wir haben ein Baby gemacht", soll sie damals über die Verbindung gesagt haben. Bei der Feier knüpfte sie daran an: "Ich kann sagen, wir sind zufrieden damit, was Sie aus unserem Kind gemacht haben", sagte sie in einwandfreiem Deutsch an Josef Götz gewandt. Er war es auch, der im Hauptvortrag mit nicht weniger als 131 Bildern durch Nabburg und Horsovský Týn führte. Und das sei nur ein kleiner Ausschnitt der zahlreichen gemeinsamen Projekte: der Freundschaftsweg, das gegenseitige Besuchen auf heimischen Festen und natürlich der Austausch der Schulen Horsovský Týn und der Realschule Nabburg. Diese Verbindung der Jugend sei allen Beteiligten ein besonderes Anliegen.

Josef Holecek betonte in seiner Ansprache, dass er sich besonders wünsche, dass die Freundschaft weiter gehe, "für die Zukunft unserer Kinder". Auch der Blick von Armin Schärtl ist nach vorne gewandt. "Nach hinten schauen kann man leicht, doch eigentlich hat der Eiserne Vorhang nur kurz getrennt, was kulturell und geografisch zusammengehört". Darauf stießen alle an mit "Na zdraví" und "Prost".

Am Ende des offiziellen Teils wurde sozusagen das Eheversprechen der Städte erneuert: Holecek und Schärtl unterschrieben gegenseitig eine Erinnerungsurkunde zum Jubiläum. Danach gab es zahlreiche Umarmungen, Geschenke wurde ausgetauscht, es wurde noch ein bisschen zusammen gefeiert und der traditionellen Musikkapelle gelauscht, die - so formulierte es eine junge Tschechin, die in Nabburg lebt - sich genauso anhört wie Zuhause. "Das könnte genauso auf einem tschechischen Volksfest sein", erzählte sie. Und ein bisschen so war es auch - ein Deutsch-Tschechisches Freundschaftsfest.

Hintergrund:

Alte Postkarten

Aus Anlass der 15-Jährigen Partnerschaft stellt der Tscheche Michal Fronk seine Sammlung Postkarten mit alten Ansichten von Bischofteinitz/Horsovský Týn im Nabburger Rathaus aus. Beim Festakt wurde diese feierlich eröffnet. Fronk hat, so erzählte er, vor genau 15 Jahren mit dem Sammeln der Postkarten angefangen.

Die beiden Bürgermeister Armin Schärtl (Nabburg, links) und Josef Holecek (Horšovský Týn) unterzeichneten eine Erinnerungsurkunde.
Bei einer Ausstellung waren zahlreiche Motive zu „15 Jahre Partnerschaft“ zu sehen.
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