28.10.2019 - 16:29 Uhr
NabburgOberpfalz

Grundwerte verteidigen

Bereits zum wiederholten Mal besuchte Professor Erika Rosenberg, Journalistin und Historikerin, die zehnten Klassen der Naabtal-Realschule. Sie berichtete über die Rettung von über 1200 Juden und vielen Zwangsarbeitern in der NS-Zeit.

Erika Rosenberg(vorne Zweite von links) thematisierte an der Naabtal-Realschule die Zeit des Nationalsozialismus.
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In seinen Begrüßungsworten thematisierte zweiter Konrektor Thomas Spörer Menschen, die sich gerne als "Problemlöser" darstellen und sich auf Minderheiten fokussieren, um ihr Gedankengut weiterzutragen. Nicht jede Lösung sei so einfach, wie oftmals dargestellt, mahnte er die Jugendlichen. Nicht jedem Trend müsse man unreflektiert hinterher rennen. Spörer appellierte an das Demokratieverständnis der Schüler.

Referentin Erika Rosenberg unterstützt durch ihre regelmäßigen Vorträge immer wieder das Motto der Naabtal-Realschule als "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Rosenberg, Tochter deutscher Juden, die 1936 aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Argentinien flohen, bezeichnete sich als neugierigen und rebellischen Menschen. Bei Recherchen als Historikerin für ein neues Buch stieß sie auf Emilie Schindler, die Frau an Oskars Schindlers Seite. Dieser war ein deutschmähriger Unternehmer, der 1200 Juden vor dem sicheren Tod bewahrte, indem er sie in seiner Emaille-Fabrik einstellte. Immer mehr kristallisierte sich jedoch in persönlichen Gesprächen die mutige und tragende Rolle seiner Ehefrau Emilie bei der Rettung der Gefangenen heraus. Rosenberg verstand es einerseits, den Schülern Oskar Schindler als stolzen Geschäftsmann vorzustellen, der aber über 2000 Tage damit konfrontiert war, in Todesgefahr zu leben. Andererseits wies sie die Zuhörer auf einige hollywoodmäßige -verzerrende Aspekte im Film "Schindlers Liste", hin. Die Schriftstellerin will aber an die unmaskierten Schindlers erinnern, vor allem an Emilie, welche die Häftlinge im Lager Plaszow versorgte.

Mit ermutigenden Worten an die Schüler schloss Rosenbergs Vortrag: "Die jetzige Generation, ihr, seid die Generation der Hoffnung." Rosenberg bestärkte die Jugendlichen darin, nicht an den Werten wie Freiheit oder Frieden zu zweifeln. Die Fehler vergangener Generationen dürften sich nie wiederholen.

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