09.04.2020 - 16:28 Uhr
NabburgOberpfalz

Hamster-Menü mit Sauerkirsch

Keine Nudeln, aber noch viel Soße. Klopapier Mangelware, aber kein Durchfall. Die Hamsterkäufe treiben kuriose Blüten. Plötzlich fällt auf, was auch ohne Coronakrise im Supermarkt ausverkauft sein könnte.

Kein Ausgang, aber viel Zeit zum Kuchenbacken: Allerdings macht der "Hamster" auch vor eher untypischer Ware wie Sauerkirschen nicht Halt. Dieser Kuchen hat noch welche abbekommen.
von Monika Bugl Kontakt Profil

So ähnlich müssen sich die Menschen früher in der DDR gefühlt haben, wenn es keine Bananen gab oder keinen vernünftigen Kaffee. Nur dass jetzt in der Coronakrise als erstes die Regale mit Reis, Nudeln und Mehl leer waren – gleich nach der Nische mit dem Klopapier, das offensichtlich zum Überleben am wichtigsten ist. "Dabei geht's mit den Corona-Symptomen doch oben los, und nicht unten", meinte neulich ein Nachbar. Das Hamster-Virus allerdings macht vor nichts Halt.

Wer jetzt als kleinen Trost für alle "Daheimbleiber" einen Kuchen backen will, der scheitert nicht unbedingt am Mehl. So klafft plötzlich eine Lücke genau dort, wo normalerweise die Gläser mit den konservierten Sauerkirschen stehen. "Schattenmorellen" - so die im Handel übliche Bezeichnung - steht auf dem einfachen Schild am leer gefegten Regal. Also sieht es schlecht aus mit der Quark-Krümmel-Torte, die ohne Kirschen ein wenig trocken wäre. Da ist bei Köchen und Kuchenbäckern jetzt schon Fantasie gefragt. Doch die wird absorbiert von der Frage, wer wohl um alles in der Welt Gläser voller Sauerkirschen im Keller hortet.

Kursiert in den Medien jetzt das Gerücht, dass Rote Grütze mit Sauerkirschen besser vor dem Coronavirus schützt als Knoblauch oder hochprozentiger Alkohol? Plant jemand täglich Schwarzwälder Kirschtorte als Trost für den ausgefallene Café-Besuch oder Sauerkirsch-Marmelade für Hungerzeiten? Klar, der eingelagerte Jahresvorrat an selbst gemachtem Johannisbeer-Gelee ist auf Dauer etwas monoton, wo doch Ernährungswissenschaftler propagieren, dass abwechslungsreiche Kost auf den Tisch soll. Und schon fällt der Blick aufs Nutella-Regal. Alles weg! Corona ist schuld! Vielleicht war es aber auch nur der Hinweis auf das um 50 Cent billigere Sonderangebot, und nicht die Angst vorm Verhungern. Der "Hamster" war schon früher da, lange vor dem Virus.

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