12.03.2020 - 17:57 Uhr
NabburgOberpfalz

Harte Zeiten für die Tourismusbranche

Immer mehr Länder verhängen ein Einreisestopp für Europäer oder speziell Deutsche. Eine Maßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus'. Die Tourismusbranche ist davon besonders negativ betroffen. Das spürt man auch in der Oberpfalz.

Reisen und Urlaub machen wird in Zeiten des Coronavirus' immer schwieriger. Reisebüros und Busunternehmen sind stark von Stornierungen betroffen.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Der Einfluss des Coronavirus weitet sich aus: In der Nacht auf Donnerstag haben die USA ein Einreiseverbot für Europäer verhängt. Ebenfalls für Deutsche gesperrt sind zum Beispiel Grenada, Indien und Russland. Und die Liste wird täglich länger. Für Bernhard Haas vom Reisebüro Wild in Nabburg ist es eine schwierige Zeit. "Im Moment beschränkt sich unsere Arbeit auf Stornierungen", erzählt der Inhaber.

Die Kunden sind verunsichert, auch die, über deren Urlaubsziel noch kein Einreisestopp verhängt wurde. Jeder Kunde müsse selbst entscheiden, ob er die Reise antritt. "Wir können sie nur unterstützen", so Haas. Die Situation treffe ihn auch finanziell schwer. Die Reiselage konkret einschätzen könne man frühestens nach Ostern, ist sich Haas sicher. Bis dahin heißt es, die beste Lösung für die Kunden finden. Manche Veranstalter von Pauschalreisen bieten eine kostenlose Stornierung bis Ende April an. Man könne also jetzt buchen und sich bis zum Ablauf der Frist entscheiden, ob man den Urlaub antritt. Nicht nur Flüge sind vom Coronavirus betroffen. Auch Busreisen nach Italien, Frankreich oder Österreich werden abgesagt. "Jeder ist vorsichtig geworden, das ist ja auch gut so", sagt Hans Vogl vom Pfreimder Busunternehmen. Der Linienverkehr laufe noch normal, doch größere Reisen können nur eingeschränkt stattfinden. "Wir desinfizieren unsere Busse täglich, damit sich die Kunden besser fühlen." Die Situation sei aber für jeden beunruhigend.

Auch für Herbert Lang und sein Busunternehmen in Schmidgaden sind es ungewisse Zeiten. "Alle Fahrten für das Wochenende sind abgesagt", erzählt er. Das waren Skifahrten nach Südtirol. Mit fünf Fahrzeugen und acht Mitarbeitern bestreitet die Firma etwa zur Hälfte Mehrtages-, Tages- und Wochenendfahrten. "Für uns hat das gravierende Auswirkungen", sagt der Busunternehmer. Im Moment sei die Lage noch auszuhalten, doch auf lange Sicht existenzbedrohend. "Das Schlimmste ist die Ungewissheit", so Lang. Finanzielle Hilfe von staatlicher Seite für die Wirtschaft sei zwar im Gespräch. Für Lang und seine Kollegen heißt es aber noch abwarten: "Wir schauen angespannt in die Zukunft."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.