18.04.2019 - 18:14 Uhr
NabburgOberpfalz

Hegeschau im Wandel

Die Hegeschauen des Bayerischen Jagdverbandes sind seit Jahren im Wandel begriffen. Aus einer reinen Trophäenschau ist eine Hege- und Naturschau geworden. Die Kreisgruppe Nabburg geht mit gutem Beispiel voran.

Die Hegeschau auf Schloss Guteneck zog viele Besucher an. Auch Bürgermeister Johann Wilhelm bildete sich ein fachmännisches Urteil.
von Richard BraunProfil

Den Hegeschauen der vergangenen Jahre haftete immer ein negatives Image an. Für die einen waren sie ein unnützes und archaisches Ritual ohne praktischen Sinn, für die anderen ein wichtiges Instrument, um ein Revier im Blick zu behalten und den Wald zu schützen. Für alle Revierinhaber ist die Teilnahme an der Hegeschau gesetzlich bindend.

Die Kreisgruppe Nabburg ist in Schloss Guteneck angetreten, um einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen, welche natur- und lebensraumpflegenden Maßnahmen in den Revieren umgesetzt werden, von denen eine breite Öffentlichkeit nur wenig wahrnimmt. Vor diesem Hintergrund wird dem Naturschutz in der Darstellung ein viel breiterer Raum eingeräumt. Das Schloss Guteneck bot dafür nahezu ideale Bedingungen. Der Hausherr, Graf Beissel von Gymnich, der zugleich auch Vorsitzender der BJV- Kreisgruppe Nabburg ist, hatte mit seinen Helfern alles aufgeboten, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Ein umfangreiches Programm bot einer an der Natur interessierten Bevölkerung viel Information und Unterhaltung.

Dabei kamen auch jagdfremde Sparten zum Zuge. Gleich am Eingang bot sich den Anglern die Möglichkeit, ihren Sport vorzustellen. Mit einem großen Schau-Aquarium zeigten sie das Spektrum der heimischen Fischarten. Der Bund Bayerischer Jagdaufseher präsentierte in Zusammenarbeit mit der Bergwacht die "Rettungskette Forst, Hilfe im Wald". Anhand verschiedener Gerätschaften wurden die Möglichkeiten der Rettung bei einem Waldunfall gezeigt. Auch zwei Falkner waren mit ihren Greifvögeln vor Ort. Diese stolzen Tiere sind immer wieder schön anzuschauen. An einem Informationsstand wurde die wertvolle Arbeit des Ameisenschutzvereins Hirschberg ins rechte Licht gerückt.

Für die Besucher gab es auch verschiedene Möglichkeiten, ihr Geschick oder die musikalischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Bei den "Pfreimdtalbläsern" konnte jeder einmal ins Horn blasen oder bei den "Hubertusschützen" seine Treffsicherheit auf einer Lichtschießanlage testen. Auch mit Pfeil und Bogen durfte jeder sein Glück versuchen. Nicht zuletzt war die Vorführung der Jagdhunde ein besonderer Hingucker. In der Festscheune wurde mit Wildbratwürsten und Kuchen für das leibliche Wohl bestens gesorgt.

Blick in die Reviere:

Die Hegeschau bietet den Jägern auch die Möglichkeit, einen Blick in die Nachbarreviere zu werfen. Die ausgestellten Trophäen sind ein Spiegelbild der Hege und Pflege. Je nach Form und Gewicht der Trophäe wird eine Prämierung vorgenommen, die von Bronze, Silber bis zu Gold abgestuft ist. Für einen Jäger ist ein Goldmedaillenbock eine besondere Auszeichnung, die mit einem gewissen Stolz verbunden ist. In diesem Jahr konnten fünf Reviere mit Goldmedaillen prämiert werden: Revier Schmidgaden (Jäger Alwin Schießl) 405,9 Gramm; Revier Nabburg West (Jäger Michael Dobler) 393,8 Gramm; Revier Hohentreswitz (Jäger Georg Schwandner) 385 Gramm; Revier Rottendorf Süd (Jäger N. Hierl) 380,6 Gramm; Revier Tauchersdorf (Jäger Bernhard Ippisch) 379,5 Gramm.

Bei den "Pfreimdtalbläsern" durften auch die Besucher ins Horn stoßen.
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