18 Uhr, die Temperatur noch über 30 Grad. Museumsleiter Dr. Tobias Hammerl hatte am Samstag schon Befürchtungen, "dass da keiner kommt". Von wegen. Etwa 250 Volksmusikfreunde haben sich den Termin im Hof des Perschener Bauernmuseums fest notiert. Ihnen gefällt die Mischung aus bodenständiger Musik, gern gesungenen Liedern, Anekdoten, Gedichten und Witzen, ebenso die Unterhaltung in geselliger Runde bei Bier und Bratwürstln von Museumswirt Heiner Kummert.
Die acht Musiker von "Bayrisch Blech", die auch die Lautsprecheranlage stellen, ziehen – ganz Gentleman – bereitwillig für ihre Polkas, Walzer und Landler von der Bühne in die Remise um, damit die Harfen der "Staad Lustign" aus Regenstauf Platz finden. Irene Ehemann – in Stadt und Freilandmuseum eine feste Größe im Organisieren und Gestalten kultureller Aktionen – trifft den Geschmack des Publikums: gut zamm 'gstrickt eben.
Fränkischer Einschlag
Nach dem "Bauernmarsch" von "Bayrisch Blech" erfüllen weiche Harfen- und Gitarrenklänge den Hof: Die Landler und Walzer von Traudl, Michaela und Gabi gehen ins Ohr. Das Duo "I und Sie" aus Regenstauf – mit keckem blauen Käppi als Markenzeichen – besingt die Sommerzeit, "wenn der Heiduft über unseren Wiesen liegt" und fragt "Woast wo mei Hoamat is?". Bei Willi Preißinger aus Bronn bei Pegnitz, von seinem Freund Rudi begleitet, "fränkelt" es. Die Königskopf-Harmonika, ein Unikat aus Vollholz, hat der Musiker und Werkzeugmeister selbst gebaut. In Walzern und Zwiefachem werden Landschaft, Stimmungen und Sehnsucht eingefangen.
Dann macht das Duo Platz für die couragierte Sonja von Kress aus Wendelstein, die sich für ihren Auftritt eine "Boygroup" – Helmut an der Gitarre, Heinz als Bassist und Max am Kajon – zusammengesucht hat. "Wo der Wildbach rauscht" – es wird romantisch. Der folgende Walzer ist eine Liebeserklärung an Wendelstein. Einen dicken Sonderapplaus gibt es für den erst 13-jährigen Josef Nowak aus Eslarn, der völlig unaufgeregt sein Akkordeon auspackt und den "Slowenischen Bauerntanz" der Oberkrainer spielt. Voller Schwung – und umgerissenen Notenständern – kommt auch der 75-jährige Richard Schwabl aus Moosbach mit seiner Quetschn auf die Bühne.
Oberpfälzer Lebensgefühl
Um die Heimat, das Oberpfälzer Lebensgefühl, drehen sich ebenso die Anekdoten und Gedichte der Interpreten. Mundartdichter Andreas Ebnet aus Schönsee hört man immer wieder gerne bei seinen Lebensbetrachtungen zu. Ebnet macht seiner Heimat, der Oberpfalz, eine Liebeserklärung, schildert bildlich die Schönheit seiner Heimat und den Menschenschlag, der kein Bier, "sondern nur a Baia" mag. Er macht sich so seine Gedanken über den Zeitgeist und "wer die Leut‘ ernähren soll", wenn keiner mehr Bauer werden wolle. Ebnet ist aber auch ein Witzeerzähler par excellence, wenn er das Gespräch dreier Landwirte zum Besten gibt. Des Oberpfälzers, der einen Tag braucht, um seinen Besitz zu Fuß zu umrunden, des Oberbayern, der zwei Tage benötigt, und des Sachsens, der drei Tage dazu braucht – mit dem Auto. Augenzwinkernde Antwort des Oberpfälzers: "So a altes Auto hob i a mal g‘habt". Josef Ebnet wechselt sich mit Irene Ehemann ab, die amüsante Gedichte der Nabburger Mundartautorin Maria Schwägerl vorträgt.
Die einzelnen Musikgruppen werden zweimal auf die Bühne geholt. Die Mischung gefällt dem Publikum, das gern in der lauen Sommernacht in bekannte Melodien und Lieder einstimmt.























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