11.09.2018 - 15:33 Uhr
NabburgOberpfalz

Ein Hoch auf Ross und Reiter

Bei herrlichem Spätsommerwetter kommen 3000 Besucher zum 26. Rosstag ins Freilandmuseum nach Neusath. Das Programm fasziniert sie während des ganzen Sonntags.

Imposant wirkte der Brauereiwagen, der beim 26. Rosstag im Freilandmuseum in Neusath zu sehen war.
von Redaktion ONETZProfil

Traditionell begann der Rosstag mit dem Reitergottesdienst, den Diakon Richard Sellmeyer vor der Raiffeisenhalle auf dem Museumsgelände zelebrierte. Die musikalische Gestaltung übernahmen die Oberpfälzer Parforcehornbläser, die bereits zum 25. Mal mit dabei waren. Im Anschluss folgte die Pferdesegnung.

Im Innenhof der "Schmiede Klardorf" machte sich Hufschmied Werner Stubenvoll voller Elan ans Beschlagen von Hufen. Enkelin Kerstin unterstützte ihren Opa beim Beschlagwechsel am Pferd.

Die "Faszination Pferd" war allgegenwärtig. So grüßten die Kutscher und ihre Fahrgäste das wandernde Fußvolk freundlich winkend von der Pferdekutsche herab. Die Zugpferde wieherten gelassen und schnaubten kräftig. Wer wollte, konnte nämlich Platz nehmen auf einer der festlich geschmückten Ausflugskutschen und sich bequem entlang der saftig grünen Wiesen und traumhaft-idyllischen Freilandmuseumskulisse kutschieren lassen. Für leuchtende Kinderaugen sorgte das Ponyreiten.

Der jährlich stattfindende Rosstag soll erzählen, was sich in 200 Jahren Landwirtschaft geändert hat, vom Umbruch ins Eisenbahnzeitalter, welches ja seinerzeit neue Transportmöglichkeiten darbot und wie heute die moderne Landwirtschaft immer noch von den Pferden als Nutztiere profitiert. Es folgte die Pferde-Rasseschau vom Minipony bis zum Kaltblut. Die Moderation übernahm Herbert Weigl. 51 Pferde waren zu der Veranstaltung angemeldet.

Der prächtige Brauereiwagen mit Kaltblut-Sechs-Spänner, voran unter Leitung von Stefan Hofmann, fuhr in den Platz ein. Dies läutete mittags den traditionellen Fassbieranstich ein. Museumsleiterin Birgit Angerer trieb unter kräftigem Applaus der Zuschauer den Zapfhahn mit drei kräftigen Hüben ins Fass.

Den ganzen Nachmittag ging es unterhaltsam weiter mit einem abwechslungsreichen Programm für die Pferdeliebhaber. Familie Kuhbandner zeigte einstudierte Zirkusdressuren mit den Miniponys an der Leine, Kutschenfahrtraining und Friesenschau gab es unter Leitung von Gaby Luschinger und Andreas Füssl zu bestaunen. Das Rottaler-Gespann wurde von Bernhard Käß vorgeführt. Die Aufführung der "Neuersdorfer Goaßlschnalzer" rundete das ansonsten tierische Showprogramm ab und sorgte für gute Stimmung.

Die Ausfahrt mit landwirtschaftlichen Geräten moderierte sodann Karl Pürzer. Anschließend wurde die Feldarbeit mit den historischen Landwirtschaftsgeräten wie beispielsweise einem Kultivierer, einer Kartoffelschleuder und einer Egge auf den Feldern demonstriert.

"Mein Bruno und mein Pauli sind besonders starke Pferde, auf die ich mich bei der schweren Arbeit des Feldeggens verlassen kann", schwärmte Michael Fischer aus Pilsheim bei Burglengenfeld, der mit seinen 15 bzw. 16 Jahre alten Percheron-Pferden (französische Kaltblüter) die anspruchsvolle Tätigkeit vorgeführt hatte. Die zwei süddeutschen Kaltblüter "Leo" und "Fonse" beförderten mittels dem schweren Arbeitsgerät, welches hauptsächlich in den 50iger Jahren bei der Feldarbeit zum Einsatz kam, jede Menge Kartoffeln aus dem Acker zu Tage - sehr zur Freude von unzähligen Kindern, die einen wahren Spaß beim "Z'sammglaub'n" hatten.

An verschiedenen Stationen konnten es sich die Besucher unter schattenspendenden Bäumen gemütlich machen und sich am reichhaltigen Angebot stärken. Zum großen Finale der Veranstaltung fand ein Umzug aller Reiter und Gespanne mit verschiedenen Wägen, Kutschen und Arbeitsgeräten statt. Museumsleiterin Birgit Angerer vergab an jeden Teilnehmer schließlich zum Dank eine Erinnerungsmedaille.

Bildergalerie zum Rosstag

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.