Das historische Gebäude des Darlehensvereins Floß, das seit 1993 auf dem Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath steht, erinnert an die Waren- und Geldgeschäfte der Genossenschaftsbanken im analogen Zeitalter. „Es war aber nicht barrierefrei zugänglich“, sagte Bernhard Werner bei der Einweihung der neuen Rampe am Donnerstag. Der Bezirksvorsitzende des Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Fördervereins machte 10.000 Euro aus Mitteln des Gewinnsparvereins Bayern locker, um den Bau einer Rampe zu finanzieren.
Das Holz für das Geländer stammt aus Beständen des Freilandmuseums und wurde im Sägewerk zurechtgeschnitten. Ein Bautrupp des Freilandmuseums stockte eine bestehende Steinmauer auf, legte den Zugang mit sechsprozentiger Steigung an und sicherte ihn mit einem Geländer. Für Tobias Hammerl enthält die Raiffeisenhalle „eine der attraktivsten Ausstellungen auf dem gesamten Museumsgelände“. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1899 und erinnert daran, wie der Waren- und Geldverkehr damals abgewickelt wurde.
Voll erhalten ist die Einrichtung der Rechenstube aus dem Jahre 1933 mit Schreib- und Rechenmaschine. Auch der Werbespruch ist noch zu lesen: „Das Geld des Dorfes dem Dorfe. Spart bei eurem Darlehenskassenverein“. Es war die Zeit, in der die Raiffeisengenossenschaften entstanden sind. Im gemeinsamen Gespräch bei Kaffee und Küchln erinnerten sich Museumsleitung, Sponsoren und Handwerker an den Wandel vom analogen zum digitalen Bankwesen. Er erinnere sich noch daran, so Werner, dass der Bankmitarbeiter die Zinsen der Kunden händisch in das Sparbuch eingettragen habe.
Das Prämiensparen der bayerischen Genossenschaftsbanken wirft im Jahr 16 Millionen Euro ab. „Das Geld soll zurückfließen in die Regionen“, erklärt der Bezirksvorsitzende des Genossenschaftsverbandes Bayern, Bernhard Werner. Die 10.000 Euro für die Baumaßnahme seien im Oberpfälzer Freilandmuseum gut angelegt.
Museumsleiter Tobias Hammerl kündigt als nächste Maßnahme die Fassadengestaltung des Lernhofes „Köstlerwenzl“ an. Er erwartet in den nächsten Tagen die Förderzusage des Bundes in Höhe von 2,5 Millionen für den Bau der geplanten Halle für Großgeräte im Eingangsbereich des Museumsgelände. Das Geld soll aus dem Bundestopf zur Förderung von national bedeutsamen Kultureinrichtungen und zur Bewahrung des kulturellen Erbes fließen. Die Kosten für das Gebäude sind mit sieben Millionen Euro veranschlagt. „Sollte das Geld des Bundes nicht fließen, haben wir ein Finanzierungsproblem“, machte der Museumsleiter deutlich. Die Antwort aus Berlin ist ihm bis Ende April in Aussicht gestellt worden.











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