16.04.2019 - 09:28 Uhr
NabburgOberpfalz

Der Jagd-Tradition verpflichtet

Die große Verantwortung des Jägers gegenüber der Kreatur muss sich auch in seinem öffentlichen Auftreten darstellen. Bayerns Jagdpräsident Jürgen Vocke erteilt bei der Hegeschau etwaigen "Macho- oder Rambo-Allüren" eine klare Absage.

Der Präsident der Bayerischen Jäger, Prof. Dr. Jürgen Vocke (Mitte), trug sich in das Goldenen Buch der Gemeinde Guteneck ein. Mit dabei waren (von links) Graf Beissel von Gymnich, MdB Karl Hohlmeier, MdL Alexander Flierl und Bürgermeister Johann Wilhelm.
von Richard BraunProfil

Die Hege- und Naturschau der BJV-Kreisgruppe Nabburg auf Schloss Guteneck bot der Jägerschaft ein breites Forum, verschiedene jagdliche Themen ausführlich zu erörtern. Als Vorsitzender der Kreisgruppe Nabburg konnte Graf Beissel von Gymnich neben zahlreichen Repräsentanten aus der Politik und den Behörden den Präsidenten der bayerischen Jäger, Professor Jürgen Vocke, willkommen heißen. Als Hauptredner der Hegeschau zeichnete Jürgen Vocke ein Bild von der heutigen Jagd. Gerade um die größeren Städte hat sich die Landschaft völlig verändert.

Aus kleinen Dörfern mit einigen hundert Einwohnern sind Trabantenstädte mit tausenden von Bewohnern geworden. Der Bezug zur Natur und besonders zur Jagd ist in der Bevölkerung nur noch bruchstückhaft vorhanden. Es liegt daher an den Jägern, dieses Defizit durch gezielte Aktionen öffentlichkeitswirksam zu beseitigen. "Das Bild in der Öffentlichkeit, das den Jäger als Mittler zwischen Naturnutzung und Naturschutz versteht, muss mehr in den Fokus gerückt werden", rief Jürgen Vocke die Jäger zur aktiven Mitarbeit auf.

Der Jägerpräsident forderte die Jägerschaft dazu auf, Botschafter für eine breit aufgestellte Wildtierallianz zu werden. Ziel dieser Allianz ist es, die gesellschaftliche Wertschätzung für die heimischen Wildtiere und die waidgerechte Jagd zu heben. Jürgen Vocke redete der traditionellen Jagd das Wort. Dies soll sich besonders beim Auftreten in der Öffentlichkeit zeigen. Auch verschiedene ethische Gesichtspunkte der Jagd müssen in den Vordergrund gerückt werden. So dürfe die technische Überlegenheit des Menschen nicht zum Nachteil der Tiere missbraucht werden. "Nicht die Nacht zum Tag machen": Vehement sprach sich Jürgen Vocke gegen den Einsatz von Nachtsichtvorsatzgeräten aus, wie er mancherorts für die Wildschweinjagd gefordert wird. "Dem Missbrauch werden Tür und Tor geöffnet", warnte der erfahrene Waidmann.

"Die Hegeschau in Guteneck hilft, die Themen rund um Wild und Jagd der Bevölkerung auf sympathische Weise näher zu bringen und das öffentliche Bild der Jagd positiv zu prägen", bedankte sich der Jagdpräsident bei der Kreisgruppe Nabburg für die Ausrichtung der Hegeschau. Die enge Zusammenarbeit zwischen Jäger und dem zuständigen Forstamt ist von wesentlicher Bedeutung für einen geordneten Jagdbetrieb.

Zu diesem Schwerpunkt bezog Forstdirektor Alwin Kleber vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Stellung. Im vergangenen Jagdjahr stand die Erstellung des Vegetationsgutachtens als Grundlage für den diesjährigen Abschussplan im Vordergrund. Mit Beginn des Frühjahres 2018 wurden durch das Amt an 600 Stichprobenpunkten die Grunddaten für die Gutachten der insgesamt 18 Hegegemeinschaften im Landkreis erhoben. Das Ergebnis ist sehr gut ausgefallen. Die Verbissbelastung konnte zu 90 Prozent als günstig oder tragbar gewertet werden. In der Oberpfalz und auch in gesamten Bayern liegt dieses Ergebnis bei 50 Prozent. Ausdrücklich zollte der Forstdirektor der Jägerschaft dafür höchsten Respekt. Bei 16 der 18 Hegegemeinschaften konnten ein Gleichhalten der Abschusszahlen empfohlen werden. Alwin Kleber empfahl den Waldbesitzern und den Jägern "gemeinsame, freiwillige Revierbegänge", um vor Ort die Verhältnisse im Revier zu analysieren und weitere Schritte abzustimmen. Das AELF bietet dazu die Begleitung und fachliche Unterstützung an.

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