09.10.2019 - 16:44 Uhr
NabburgOberpfalz

Kampf gegen die Sturzfluten

Einen Anwohner der Waldstraße in Diendorf hat es gleich zweimal erwischt. Im Juni und August fluteten Wassermassen sein Grundstück. Nun sollen Lösungen her, um das künftig zu verhindern.

Das Wasser bahnte sich im Juni und August seinen Weg zu einem Neubau.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

In acht Wochen ist das Grundstück eines Bürgers, der in der Waldstraße wohnt, zweimal überschwemmt worden. Um noch Schlimmeres zu verhindern, sind als Sofortmaßnahmen Löcher in einem nahe liegenden Kartoffelacker gebaggert worden. Erwin Schall vom Ingenieurbüro Renner & Hartmann kam am Dienstag zur Stadtratssitzung nach Nabburg, um einerseits das weitere Vorgehen zu besprechen. Andererseits musste er sich gegen Vorwürfe wehren.

Die Sturzfluten, als was sie im Stadtrat bezeichnet worden sind, sind ein Problem, mit dem die Anwohner des neuen und teilweise auch des alten Baugebiets kämpfen müssen. Und es ist wohl weniger kurzfristiger Natur. Bürgermeister Armin Schärtl merkte an: "Es ist ja kein Geheimnis mehr, dass das 100-jährige Hochwasser alle 20 Jahre kommt." Das dürfte wohl auch der Grund gewesen sein, wieso einige Anwohner der Stadtratssitzung beiwohnten.

Teuere Nachbesserungen

Um für Abhilfe zu sorgen und eben gegen Hochwasser geschützt zu sein, sollen nun Maßnahmen ergriffen werden. Provisorische Rückhaltungen auf dem Acker sind bereits errichtet worden. Nun soll eruiert werden, was mittel- und langfristig getan werden kann. Unter anderem müssten die Rückhaltebecken größer dimensioniert werden. Ganz billig wird die Sache für die Stadt nicht. Der Vertreter des Ingenieurbüros sprach von einem "Daumenwert", der bei 600 000 bis 800 000 Euro liege: "Das teuere ist der Kanalbau, nicht das Rückhaltebecken." Bis das aber umgesetzt werden könnte, kann es einige Zeit dauern. Schall sprach von ein bis zwei Jahren, bis das sogenannte wasserrechtliche Planfeststellungsverfahren abgeschlossen ist und mit dem Bau begonnen werden kann.

Einige Stadträte monierten, dass nun teuer nachgebessert werden müsse. Kritik an der Planung im Vorfeld war herauszuhören. Hans-Georg Dobler (CSU) warf ganz konkret dem Ingenieurbüro vor, Fehler gemacht zu haben. Nun sei das Büro gefragt, für "kreative Lösungen" zu sorgen. Dobler sagte: "Es sind nun etwa 50 Häuser gebaut worden. Wir haben aber seit 2001 gewusst (damals gab es ein Hochwasser außerordentlicher Größe; Anm. d. Red.), dass es zu solchen Sturzfluten kommen kann." Ein Problem sieht er darin, dass sich die Kosten nun nicht mehr auf die Bauherren umlegen ließen, sondern an der Stadt hängen blieben.

Vorentwurf ausarbeiten

Erwin Schall wollte die Vorwürfe nicht auf sich beruhen lassen: "Ich möchte mich dagegen erwehren. Es gibt ein Hochwasserschutzkonzept. Warum das nicht umgesetzt worden ist, weiß ich auch nicht." Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien bei der Stadt hieß es, dass es sich bei dem Konzept um eines für die ganze Stadt handle - mit allgemeinen Analysen und Handlungsempfehlungen, jedoch nichts Konkreteres. Letztlich votierte der Stadtrat einstimmig dafür, dass das Ingenieurbüro den Vorentwurf ausarbeiten soll: Mit Sofortlösungen und Maßnahmen die peu à peu und langfristig ergriffen werden können.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.