22.04.2019 - 17:12 Uhr
NabburgOberpfalz

Kaplan beim Osterritt hoch zu Ross

„Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“. Diesen Spruch kann Dr. John Oguche nicht ganz unterstreichen. Doch dem Geistlichen mit afrikanischen Wurzeln bleibt keine Wahl.

Kaplan Dr. John Oguche (links) und sein Begleiter Dieter Singer (rechts) führten den Osterritt von Nabburg zum "Brünnl" an.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Wer Kaplan in Nabburg sein will, muss am Ostermontag den Ritt zur Wallfahrtskirche "Maria Brünnl" mitmachen. "Fred hat mich mitgenommen,", schmunzelt der Pfarrvikar nach der Ankunft und streicht dem Pferd anerkennend über die Mähne.

Nach kurzem Reitunterricht war der Geistliche in der Lage, auf dem mittlerweile 21-jährigen friesischen Rappen "aufrecht und gerade" zu sitzen. Den Rest besorgte sein Begleiter Dieter Singer. Hinter den beiden formierten sich 70 Pferde und Reiter zur Prozession. Der Tross zog vom Seyerleingarten durch die Altstadt und ließ sich von der Jugendblaskapelle Nabburg unter der Leitung von Markus Ferstl begleiten. Das 53-köpfige Orchester gestaltete auch den anschließenden Gottesdienst am "Brünnl" und spielte die Schubert-Messe.

Zu Beginn gedachte der Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Nabburg, Siegfried Eckl, seines verstorbenen Vorgängers Josef Brunner, der die Osterritte regelmäßig organisiert hatte. 1949 ging es zum ersten Mal zur "Brünnl-Kirche", damals veranstaltet von einer Reitergruppe der Landjugend. Ab 1960 übernahmen die Landjugend Diendorf und ab 1991 der Reit- und Fahrverein Nabburg die Organisation. "Es ist immer wieder eine Freude, die vielen Reiter mit ihren Pferden zu sehen, die an der Wallfahrt teilnehmen", strahlte Vorsitzender Siegfried Eckl. Mit den Reitern pilgerten auch 500 Gläubige zur Wallfahrtsstätte.

"Der Verein hat wieder schönes Wetter bestellt", freute sich auch Dr. John Oguche. Er dankte den Veranstaltern für "70 Jahre erfolgreiche Brauchtumspflege" und wertete die Tradition auch als Beweis für den Respekt der Reiter vor ihren Pferden. "Gott hat die Tiere geschaffen und ihnen einen Platz auf der Erde zugewiesen", sagte der Geistliche. Gerade das Pferd stehe für "Schönheit, Eleganz und Stärke". Immer noch drücke der Mensch die Kraft von Maschinen in PS aus.

Am Ende der Messe marschierte der Pfarrvikar durch die Reihen und besprengte die wiehernde Pferde und die applaudierenden Gottesdienstbesucher mit Weihwasser. Auf dem gleichen Weg ging es anschließend wieder zurück nach Nabburg. Die Reiter kehrten beim "Kräuterbeck" zum Mittagessen ein und ließen dort den "Jubiläumsritt" ausklingen.

Die Musiker der Jugendblaskapelle spielten die "Schubert-Messe". Rund 500 Gläubige verteilten sich auf dem Gelände der Wallfahrtskirche.
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