24.09.2020 - 15:28 Uhr
NabburgOberpfalz

Kaum Hoffnung für die Landwirtschaftsschule

Das Aus der Landwirtschaftsschule in Nabburg ist für den Stadtrat nur schwer zu verkraften. Ein Schreiben der Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber, macht die letzte Hoffnung zunichte.

Behördenleiter Georg Mayer (stehend links) informierte den Stadtrat über die aktuelle Situation am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Die Schließung der Landwirtschaftsschule nahm dabei einen breiten Raum ein.
von Richard BraunProfil

Die Schließung der Landwirtschaftsschule in Nabburg sorgte fraktionsübergreifend für viel Wirbel im Nabburger Stadtrat. Vor allem die Ankündigung ohne Vorwarnung stieß auf Unverständnis. Eine Resolution, initiiert von der SPD-Fraktion, sollte noch einmal einen Wende bringen. Doch diese Rechnung ging nicht auf.

Bei einem Besuch des Stadtrates im Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, der ausschließlich der Information aus erster Hand dienen sollte, unterrichtete Bürgermeister Frank Zeitler den Stadtrat über den Inhalt des Antwortschreibens der Staatsministerin Michaela Kaniber, das die Gründe für die Schließung des Schulstandortes noch einmal deutlich darlegte. Darin verwies die Staatsministerin auf die rückläufigen Anmeldezahlen in Bayern. Dadurch sei die Notwendigkeit entstanden, die Zahl der Landwirtschaftsschulen in Bayern von 27 auf 20 gut erreichbare Standorte zu reduzieren, gleichzeitig aber Umfang und Qualität des Unterrichtes zu erhöhen.

Nur "wechselklassig"

An der Abteilung Landwirtschaft der Schule in Nabburg konnte in den vergangenen zehn Jahren viermal kein erstes Semester eröffnet werden. In den vergangenen fünf Jahren lief Nabburg nur noch „wechselklassig“. Mit durchschnittlich 10,9 Studierenden im ersten Semester lag Nabburg an drittletzter Stelle aller 27 Landwirtschaftsschulen. In der Oberpfalz steht Nabburg damit an letzter Stelle, was die Studierendenzahlen der letzten drei Jahre betrifft. Die von der Ministerin eingesetzte Junglandwirte-Kommission fordert in ihrem Abschlussbericht eine deutliche Konzentration der Schulstandorte, sowie ein Ende von „wechselklassigen" Standorten.

Alle Regierungsbezirke haben künftig zwei Standorte. Mit den Landwirtschaftsschulen in Weiden, Cham und in Ausnahmefällen Roth seien Alternativstandorte in zumutbarer Entfernung vorhanden, ist in dem Schreiben zu lesen.

Den Inhalt des Schreibens musste der Stadtrat erst einmal verdauen. Im Dialog mit dem Chef des AELF Nabburg, Georg Mayer, versuchte der Stadtrat die Gründe für die Schließung der Landwirtschaftsschule nachzuvollziehen. Das wechselsemestrige System, wie es in dem Schreiben angeprangert wurde, hat nach Auskunft des Behördenleiters gut funktioniert. Hier bestand bereits eine gute Zusammenarbeit mit der Schule in Cham. Von den drei Standorten in der Oberpfalz blieb nur die Entscheidung zwischen Cham und Nabburg. Weiden blieb wegen der Nähe zu Almesbach außen vor. In Qualität und Ausstattung liegen die Landwirtschaftsschulen in Cham und Nabburg auf dem gleichen Level. Die Erreichbarkeit ist für den östlichen Teil der Oberpfalz Cham die bessere Alternative.

Personal ist von der Schließung der Landwirtschaftsschule nicht betroffen. Für die Lehrkräfte, deren Aufgaben in Schule, Beratung und Verwaltung gegliedert sind, werden sich Änderungen ergeben. In den vergangenen Jahren waren die Landwirtschaftsschulen laut Mayer weder in Cham noch in Nabburg mit Lehrkräften voll ausgestattet. Dies könne sich bei nur noch einem Standort künftig verbessern.

Einzige Schule für Landbau

Die Meinung, dass es genügend Bildungsangebote für Landwirte im Landkreis Schwandorf gebe, stieß bei den Pädagogen auf Unverständnis. Durch die Schließung der Landwirtschaftsschule in Nabburg gehe die einzige Fachschule im Landkreis verloren, in der die Ausbildung zum „Staatlich geprüften Wirtschafter des Landbaus“ möglich ist. Dies ist die klassische Ausbildung zum Betriebsleiter. Nach den Erkenntnissen aus dem Schreiben der Ministerin und dem Gespräch mit dem Behördenleiter, wird er Stadtrat die bittere Pille der Schließung der Landwirtschaftsschule schlucken müssen.

Kreisausschuss lehnt Resolution ab

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