15.05.2018 - 20:42 Uhr
NabburgOberpfalz

Deutscher Mühlentag an Pfingstmontag, 21. Mai Kleine Mühlen ganz groß

Oed/Floß/Nabburg. Der Deutsche Mühlentag wird seit 1993 von der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung jeweils am Pfingstmontag, in diesem Jahr am Montag, 21. Mai, veranstaltet. Er hat seine Vorbilder im niederländischen "Nationale Molendag" und im Niedersächsischen Mühlentag. Hauptziel ist es, die Mühlen, einst wichtige Orte der technischen Innovation, der Kommunikation und der Begegnung, wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, heißt es in einer Mitteilung des Deutschen Mühlenverbands.

Ein bedeutendes Zeugnis der bayerischen Baugeschichte ist die Rauberweihermühle im Freilandmuseum Neusath. Bild: Gerhard Götz
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In Deutschland öffnen an diesem Tag rund 1000 Mühlen, in Bayern habe sich die Zahl der teilnehmenden Mühlen bei rund 50 eingependelt. Während sich in anderen Bundesländern meist Museumsmühlen oder von Vereinen getragene im Gemeinschaftsbesitz befindliche Mühlen an diesem Tag der Öffentlichkeit präsentieren, nehmen in Bayern eine Vielzahl produzierender Mühlen teil - mit Erfolg.

Grundstoff für das Brot

Die Bandbreite reicht dabei von der einfachen Rückschüttmühle bis zu Mühlen, die nach dem aktuellen Stand der Technik ausgestattet sind. So unterschiedlich die Mühlen, so unterschiedlich ist auch die Art ihrer Präsentation am Mühlentag. Steht bei den einen die fachlich fundierte Information im Mittelpunkt, so gestalten andere Mühlenbetreiber den Pfingstmontag zu einem Volksfest. "Allen gemein ist das Ziel, daran zu erinnern, dass die Mühlen mit dem Mehl den Grundstoff für das Grundnahrungsmittel Brot liefern", teilt der Verband mit.

Der Landesverband Bayern der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung hat den diesjährigen Mühlentag mit Blick auf die Klimadebatte unter das Motto "Energie ohne Nebenwirkung" gestellt und will damit einen Beitrag für eine bessere Förderung der Wasserkraftnutzung leisten. Dabei werden insbesondere Kleinst- und Kleinwasserkraftanlagen in den Mittelpunkt gerückt. Schließlich ist die Stromerzeugung für viele traditionelle Mühlenstandorte eine letzte und somit wichtige Einkommensquelle und damit ein wesentlicher Aspekt zur Erhaltung von Gebäuden und den dazugehörigen mühlentypischen, oftmals denkmalgeschützten Mühlenanlagen mit Wasserrädern, Wehren und Stauanlagen. Am Deutschen Mühlentag beteiligen sich diese Anlagen in der Oberpfalz und Franken:

Die Oedmühle (Kreis Amberg-Sulzbach) ist eine komplett erhaltene viergeschossige Kunstmühle der Nürnberger Mühlenbauanstalt Johann Wolfgang Arold mit vier Walzenstühlen und stehendem Plansichter von 1929. Am Mühlentag ist sie von 11 bis 18 Uhr geöffnet, stündlich gibt es Führungen. Gezeigt wird traditionelles Handwerk. Dieses Gebäude ist der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich. Es gibt zudem ein Mühlenfest mit Kinderprogramm. Weitere Informationen unter www.oedmuehle.net. Adresse: Am Weinberg 2 in Oed/Weigendorf am Fünf-Flüsse-Radweg. Kontakt: Gabriele Leonie Bräutigam, Telefon 09154/9156960, info[at]oedmuehle[dot]net

Die Gailertsreuther Mühle in Floß (Kreis Neustadt/WN) ist noch in Betrieb. Seit den 90er Jahren wird dort nach den Demeter-Richtlinien gearbeitet. 2007 wurde die Mühle umgebaut, seit 2008 ist sie als reine Bio-Mühle anerkannt. Am Mühlentag ist eine Besichtigung möglich, die Mühle läuft und auch der Laden ist geöffnet. Es gibt Kinderaktion, Festbetrieb, Info-Stände und einen Kunsthandwerkermarkt. Die Mühle ist von 11 bis 17 Uhr offen. Adresse: Gailertsreuth 5 in Floß. Kontakt: Gerald Meierhöfer, Telefon 09603/353, E-Mail: info[at]mehl-bio[dot]de

Die Rauberweihermühle im Freilandmuseum Neusath-Perschen (Kreis Schwandorf) wurde als Jagdhaus mit Mahlmühle 1711/1712 erbaut. 1977 hat sie der Bezirk erworben und im Freilandmuseum aufgebaut. Das Gebäude wird für Ausstellungen genutzt. Am Pfingstmontag ist die Besichtigung bei laufender Mühle von 9 bis 18 Uhr möglich. Eine Führung ist um 14 Uhr. Außerdem ist die Ausstellung "Teiche, Karpfen, Geschichte" zu sehen. Adresse: Oberpfälzer Freilandmuseum, Neusath 200 in Nabburg. Kontakt: Telefon 09433/24420, E-Mailfreilandmuseum@bezirk- oberpfalz.de

Die Getreidemühle beim Kulturschloss Theuern (Castnerstraße, 92245 Kümmersbruck/Theuern) ist am Montag, 21. Mai, ab 14 bis 17 Uhr geöffnet. Besucher können die Getreidemühle bei den Führungen in Aktion sehen, sich erklären lassen wie das Müllern früher funktioniert hat und wie wichtig dieser Beruf einmal gewesen ist. Mühlen sind in der heutigen Zeit romantisch altertümliche Bauwerke - aber kaum Jemand nimmt sie noch als eine der wichtigsten Entwicklungen in unserer Kulturgeschichte wahr. Die Führungen durch die Mühle und der Müllerwohnung finden um 14 und um 15.30 statt. Kontakt: Kultur-Schloss Theuern, Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern, Portnerstr.aße 1, Kümmersbruck, Telefon 09624/832, E-Mail info@ museumtheuern.de

Die Obermühle in Mühlbach bei Dietfurt (Kreis Neumarkt) gilt als eines der wenigen noch erhaltenen Ensembles in der Jurahaus-Bauweise. Die Hauptgebäude wurden 1810 bis 1812 auf älteren Vorgängerbauten errichtet. Das Ensemble besteht aus vier Gebäuden: dem Wohn- und Mühlentrakt, dem Steinstadel, dem ehemaligen Sägemühlstadel und dem Badhaus. Weitere Bauwerke sind der Quellteich mit seinen vier Wehren und dem eisernen Wasserrad. Im Steinstadel und in einem Teil des Sägemühlstadels wird die Ausstellung "Stein.Wasser.Höhle" gezeigt. Außerdem präsentieren die Höhenforscher der Karstgruppe Mühlbach in den Gewölberäumen im Erdgeschoss des Steinstadels ihre Forschungsergebnisse aus der Mühlbachquellhöhle. Am Mühlentag werden Führungen um 10 und 11 Uhr angeboten, der Wasserantrieb läuft. Adresse: Obermühlenweg 3 in Dietfurt, Ortsteil Mühlbach. Kontakt: Eva Martiny, Telefon 0175/2369715, E-Mail: info@obermuehle- muehlbach.de

Das Altmühltaler Mühlenmuseum ist eine Getreidemühle mit Wasserrad. Sie ist stillgelegt, aber komplett erhalten. Ihre Technik stammt von vor 1940. Am Mühlentag ist das Gebäude von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Adresse: Hauptstraße 51 in Dietfurt an der Altmühl. Kontakt: Rudi Regnath, Telefon 08464/209.

Die Stadt Lauf und die Wasserkraft sind eng verbunden. Einst existierten um die 50 Wasserräder an der kurzen Flussstrecke durch die Altstadt. Zum Deutschen Mühlentag setzt sich das altehrwürdige Mühlrad im Industriemuseum Lauf in Bewegung. Wenn die mächtigen Schaufeln in das Wasser der Pegnitz tauchen, wird die Zeit wieder lebendig, als das Müllerhandwerk noch Knochenarbeit und der Mensch allein auf die Kräfte der Natur angewiesen war. Ebenfalls am Deutschen Mühlentag weiht das Industriemuseum die neu gestalteten Mahlstationen mit Getreiderätsel und Handmühle ein. Kinder erfahren spielerisch, wie Korn zu Mehl wird. Im Untergeschoss kann außerdem die neue Mitmachaktion zum Thema Mechanik und Kraftübertragung ausprobiert werden. Mühlenvorführung ist zwischen 11 und 17 Uhr. Adresse: Industriemuseum Lauf, Sichartstraße 5-25 in Lauf an der Pegnitz. Telefon 09123/99030.

Auch das Freilichtmuseum Scherzenmühle in Weidenberg (Kreis Bayreuth) beteiligt sich am Mühlentag. Die Altdeutsche Mühle präsentiert sich mit zwei oberschlächtigen Wasserrädern und zwei funktionsfähigen Mahlgängen mit Beutelkasten. Aktivitäten Mühlentag: Besichtigung, Mühle läuft, Führungen zur vollen Stunde. Adresse: Weidenberg, In der Au. Kontakt: Horst und Ruth Ruhl, Telefon: 09278/1301, E-Mail: vollkornmehl[at]online[dot]de

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Weitere Informationen:

www.deutsche-muehlen.de

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