28.10.2018 - 18:04 Uhr
NabburgOberpfalz

Eine Künstlerin, die jongliert

Es ist das Faible für experimentelle Kreativität, das Karl Schmidt-Wolfratshausen und Ingrid Prey verbindet. Mit ihrer ersten Soloausstellung interpretiert die Nabburgerin diese Tradition des Schmidt-Hauses auf ihre ganz persönliche Art.

Vernissage im Schmidt-Haus. Auf großes Interesse stoßen die Werke von Ingrid Prey (Zweite von links).
von Autor AUBProfil

„Kunst fasziniert mich, weil sie vielfältig ist. Es lassen sich verschiedene Sachen miteinander verbinden, das eine gibt dem anderen die Hand“, zitierte Museumsleiterin Christa Haubelt-Schlosser die Künstlerin in ihrer Laudatio. Ein Statement ganz im Sinne von Karl Schmidt-Wolfratshausen, der in fast allen Techniken agierte, aber Linoldruck, Holzschnitt, Radierung und Lithografie bevorzugte.

Ingrid Prey dagegen realisiert ihre Ideen moderner, jedoch nicht minder handwerklich: mit den auf Fotos basierenden Edeldruckverfahren Cyano- (Eisenblaudruck) und Intagliotypie (farbenreicher Tiefdruck), malerisch oder skulptural mit Paperclay, einer Mischung aus Ton mit Papierfaserbrei. Seit 2004 eignete sie sich peu à peu die Handhabung der dazu erforderlichen Arbeitsprozesse an – in Workshops an den Kunstakademien in Augsburg, Bad Reichenhall, Hohenaschau oder Irsee. Als Lehrmeister in Form und Farbe fungierten Maler wie Ekkehardt Hofmann, Alvaro Castagnet oder Felix Eckardt, der sie über die Fotografie zur Collage führte. Die Dozenten Bärbel Dieckmann, Rainer Kaiser und Daniela Schlüter leiteten sie in weiteren Metiers von der Druckgrafik bis zur Herstellung großer dreidimensionaler Objekte an.

So wie Ingrid Prey in ihrem Atelier leidenschaftlich gerne mit den Möglichkeiten diverser Verfahren jongliert, erkundet sie andererseits neugierig die Welt auf der Suche nach interessanten Motiven. „Inspiration für meine Kunst sind die vielen Reisen und die Eindrücke, die dabei entstehen. Ich versuche die Stimmung des Augenblicks festzuhalten“, konkretisiert sie. Zu den entfernteren Zielen, von denen der nicht minder rastlose Karl Schmidt aber wohl nur träumen konnte, gehörten bisher der australische Regenwald bei Brisbane oder Kubas Hauptstadt Havanna mit ihrem Retro-Charme - und nachklingenden Erinnerungen: Ihre in der Ausstellung davon gezeigten bildlichen Impressionen ließ die Künstlerin zur Überraschung der überaus vielen Vernissage-Gäste durch das Regensburger Gypsy-Jazz-Duo „Latcho Due“, alias Etienne Wittich und Andreas Köckerbauer, „live vertonen“. Eine von vielen Stimmungen, wie sie Ingrid Prey in ihren Werken auf spannende Art eingefangen hat.

Die Ausstellung „Ingrid Prey – Fotografische Mischtechniken und Mixed Media“ im Museum im Schmidt-Haus ist noch bis 9. Dezember sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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