Nabburg
14.11.2018 - 10:59 Uhr

Kunst und Kultur für Nabburg

Von "A" wie Ausstellung bis "Z" wie Zeitungsbericht - mit dem Kulturpreis 2018 würdigt der Nabburger Stadtrat das vielfältige Engagement von Heimatpfleger Raphael Haubelt. Die festliche Verleihung erfolgt in wenigen Tagen.

Ortsheimatpfleger Raphael Haubelt bekommt in diesem Jahr den städtischen Kulturpreis. Bild: exb
Ortsheimatpfleger Raphael Haubelt bekommt in diesem Jahr den städtischen Kulturpreis.

Die "Vita" des Kulturpreisträgers 2018 beginnt vor über 50 Jahren, als der Schlesier Alfred Haubelt in seiner neuen Heimat Nabburg das Flüchtlingsmädchen Herta-Maria Egl aus Heiligenkreuz im Sudetenland kennenlernt. Sie heiraten, ein Sohn Raphael wird geboren. Er ist noch ein kleiner Bub, da verstirbt der Vater an den Folgen eines tragischen Arbeitsunfalls.

Zu den in den Folgejahren für die Mutter tröstenden Aspekten gehören die Talente, die Raphael wohl von ihr geerbt zu haben scheint: Musikalität und vor allem kreative Begabung. Letztere lässt den Gymnasiasten später auf Empfehlung seiner Kunstlehrerin zum Fachabitur an die FOS Weiden - Ausbildungsrichtung Gestaltung - wechseln und danach die Ausbildung zum Diplom-Grafik-Designer an der Hochschule Nürnberg absolvieren. An beiden erstgenannten Schulen ist er heute wieder im Kunstunterricht tätig.

Die Neugier des Teenagers über die Familiengeschichte hinaus stillt die Mutter stets auch mit Erzählungen aus dem Egerland bis zu den ersten Jahren in der Oberpfalz. Später lernt Raphael im Zuge schulischer Recherche den damaligen Heimatpfleger Ernst Dausch kennen. Aus der für beide vorteilhaften Symbiose "Grafik trifft Geschichte" entsteht das Titelblatt des bekannten Nabburg-Buches. Zur Lieblingslektüre gehört damals auch die "Heimat Nabburg" - nichts ahnend, dass er später (seit 2012) deren Schriftleiter werden würde. Als Dausch aus gesundheitlichen Gründen das Ehrenamt des Stadtheimatpflegers in jüngere Hände geben möchte, tritt Raphael Haubelt auf Stadtratsbeschluss zum 1. Juli 1999 dessen Erbe an. Dazu gehört auch der umfangreiche Nachlass aus Bildern, Büchern und Schriftstücken, der sich heute im Stadtmuseum Zehentstadel befindet, welches er mit aufbaute und das ihm als Vorsitzender des Kultur- und Museumsverein besonders am Herzen liegt. Bis zu drei Sonderausstellungen pro Jahr zu nabburger oder überörtlichen Themen hat er als Stadtheimatpfleger seit Eröffnung dafür exklusiv konzipiert, dreidimensional umgesetzt, als "Jäger und Sammler" mit Exponaten bestückt und persönlich begleitet. Vom gleichen leidenschaftlichen Enthusiasmus sind auch seine detaillierten Führungen geprägt, sei es quer durch die Altstadt-Historie, hinauf in den Glockenstuhl des Kirchturms oder bei der Fünf-Kirchen-Wanderung.

Aktiv engagiert sich Raphael Haubelt auch als Organisator und Initiator etwa für das beliebte "Mini-Bürger-Fest" im Spitalhof, mit neuen Impulsen für den "Nikolausmarkt" oder guten Ideen bei der (Programm-)Gestaltung für den Mittelalterlichen Markt. Nicht nur hier "zeichnet" er seit Jahren optisch und inhaltlich für Prospekte oder Plakate verantwortlich, seine kreative Ader prägt das touristische Erscheinungsbild Nabburgs ebenso wie sie vielen Kultur- oder Traditionsveranstaltungen zur nötigen Publicity verhilft.

Die ist ihm stets gewiss, wenn er mit spürbarer Begeisterung seine Vorträge anhand historischer Fotos hält oder demnächst die zweite Ausgabe des Kunst-Kalenders erscheint - mit einem Motto, ganz typisch für den Kulturpreisträger 2018: "Nabburg - auf meine Art".

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