14.04.2019 - 19:32 Uhr
NabburgOberpfalz

Landesbischof weiht Neubau ein

Ein Jahrzehnt hat's gedauert: Nun haben die Evangelen endlich ihr neues Gemeindehaus. Zur Einweihung kommt sogar Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Sein Besuch zieht 250 Gläubige an.

Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm weihte das neue Gemeindehaus im Beisein von über 200 Gläubigen ein.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Wir sind immer noch schneller als der Flughafen BER in Berlin.

Ernst Zobel, Stadtbau Amberg

Das neue Dietrich-Bonhoeffer-Haus:

Rund eine Millionen Euro hat das neue Dietrich-Bonhoeffer-Haus gekostet, das im Herzen Nabburgs errichtet worden ist. Etwa elf auf elf Meter misst das Gebäude. Ein Konzept für den Bau gab es bereits vor zehn Jahren. Architekt Karl-Heinz Beer, der vor acht Jahren einen Planungswettbewerb für sich entschied, erinnerte bei der Einweihung an die Auf und Ab bei der Realisierung des Gemeindehauses: „Erste Skizzen gehen auf das Jahr 2010 zurück.“ Anschließend folgten einige Herausforderungen, wie der sorgsame Abriss des alten Gebäudes. Als die Verantwortlichen feststellten, dass sich auf dem erworbenen Gelände ein alter Friedhof befand, warf dies das Projekt zeitlich weiter zurück. „Ein respektvoller Umgang mit den Gräbern“ sei wichtig gewesen. Außerdem wurde das Landesamt für Denkmalpflege eingeschaltet. Während der Bauphase seien noch die Rücksichtnahme auf städtische Veranstaltung und wechselnde Ansprechpartner hinzugekommen. Im November 2015 folgte schließlich der Spatenstich. Nachdem der Keller recht schnell betoniert war, folgten weitere Verzögerungen. Auch der Verkauf des alten Geländes an der Regensburger Straße zog sich hin, da die vom Landeskirchenamt angesetzte Summe, die als Eigenbeteiligung an den Kosten des Neubaus gedacht war, von keinem Anbieter annähernd geboten wurden. Die Verhandlungen erstreckten sich über mehrere Jahre, der Verkauf konnte erst Anfang 2018 abgeschlossen werden.

Bürgermeister Armin Schärtl überreichte Pfarrerin Irene Friedrich für das Dietrich-Bonhoeffer-Haus ein Bild.
Dekan Karlhermann Schötz betonte, die „Diasporagemeinden“ nicht alleine zu lassen.

Bis zur Fertigstellung des neuen Gemeindehauses sind ganze zehn Jahre ins Land gezogen. Einige bemühten bei der Einweihung in diesem Zusammenhang bekannte Weisheiten wie "Was lange währt, wird endlich gut" (Bürgermeister Armin Schärtl) oder "Gut Ding will Weile haben" (stellvertretender Landrat Joachim Hanisch). Dekan Karlhermann Schötz wählte den aus dem Lateinischen übersetzten Spruch: "Über raue Wege zu den Sternen." Ernst Zobel von der Stadtbau Amberg GmbH, die als Projektsteuerer des Baus verantwortlich zeichnete, ging humorvoll an die Sache heran: "Wir sind immer noch schneller als der Flughafen BER in Berlin." Am Sonntag war die Erleichterung und Freude zu hören und zu spüren, dass nun endlich das neue Gemeindehaus am Obertor steht.

Bereits vor zehn Jahren stand das Konzept für den Neubau. 2013 kam Heinrich Bedford-Strohm nach Nabburg. An diesen Besuch kann sich der Landesbischof noch gut erinnern, wie er bei der Einweihung am Sonntag erklärte. "Von 2008 bis heute war der Weg nicht immer einfach, aber der Segen Gottes ist nicht gewichen - sonst wären wir nicht hier", sagte er bei seiner Predigt in der katholischen Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer. Der Gottesdienst ging dort über die Bühne, weil sonst für die geschätzt 250 Gläubigen nicht genügend Platz gewesen wäre. Bedford-Strohm sprach von einem "starken Zeichen der Partnerschaft."

Nach dem Gottesdienst zogen die Gläubigen zum neuen Gemeindehaus, das Landesbischof Bedford-Strohm einweihte. Sechs Grußredner kamen beim Empfang in der Spitalkirche St. Marien zu Wort. Bürgermeister Armin Schärtl erinnerte daran, dass der Bau ihn bereits seit seinen Anfängen als Bürgermeister 2008 begleitet, und sprach von einem "gemeinsamen, leidvollen, aber letztlich doch erfolgreichen Weg".

Dekan Karlhermann Schötz betonte, dass der Dekanatsbezirk und die Landeskirche "unsere kleinen Diaspora-Gemeinden nicht im Regen stehen lassen". In Nabburg, Pfreimd und Umgebung sind etwa 800 evangelische Christen zu Hause. Das Gemeindehaus, das für sie erbaut worden ist, ist nach dem lutherischen Theologen Dietrich Bonhoeffer benannt, der 1945 im KZ Flossenbürg hingerichtet worden ist. Am Sonntag fand parallel zur Einweihung des Gemeindehauses ein Gedenkakt zum 74. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg in der heutigen Gedenkstätte statt. Für Bedford-Strohm steht Bonhoeffer für die "Authentizität seines Glaubens".

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