25.10.2020 - 11:04 Uhr
NabburgOberpfalz

Letzter Durchgang an der Nabburger Landwirtschaftsschule

Im Grünen und „auf Abstand“ wurde das Klassenfoto erstellt. Links auf dem Bild ein Teil der Lehrkräfte und Schulleiter Georg Mayer.
von Externer BeitragProfil

Auch der Beginn des neuen Semesters an der Landwirtschaftsschule Nabburg, Abteilung Landwirtschaft, stand ganz unter den Vorzeichen von Corona. So wurden als erstes nach der Begrüßung die Infektionsschutz- und Hygieneregeln mit den Studierenden besprochen und ihnen an die Hand gegeben.

Insgesamt 23 junge Landwirte (5 Damen, 18 Herren) haben mit ihrer Fortbildung zum Landwirtschaftsmeister begonnen. Sie kommen beinahe aus der gesamten Oberpfalz, nämlich aus sechs Landkreisen (8 Landkreis Schwandorf, 5 Landkreis Cham, 4 Landkreis Regensburg, 3 Landkreis Neustadt/WN, 2 Landkreis Amberg-Sulzbach und 1 Landkreis Neumarkt).

Die Landwirtschaft und hier wiederum vor allem die künftige Generation steht vor einer Vielzahl an Herausforderungen. Um nur ein paar zu nennen: Da ist zu allererst der Klimawandel. Die Landwirtschaft ist vor allem Betroffener, gilt aber auch als Mitverursacher; zu nennen ist weiter die Tierwohldiskussion: Es geht um die Zukunft der Anbindehaltung, Verbot der Kastenstände bei Zuchtsauen, das Thema Ferkelkastration, Schwänze kupieren, Tiertransporte, Biodiversität, Düngeverordnung, Festlegung roter, gelber und grüner Gebiete, Digitalisierung, Dialog mit der Gesellschaft, Arbeitsbelastung in den Betrieben, Probleme mit Prädatoren (Wolf, Luchs, Fischotter), zunehmender Bürokratie und "Was bringt die neue GAP?". Dahinter stecken viele Diskussionspunkte und Aufgabenfelder.

Die angehenden Betriebsleiter sind diesbezüglich sicher nicht zu beneiden, heißt es in einer Pressemitteilung des Landwirtschaftsamtes. Umso erfreulicher ist es, dass sich die 23 Studierenden diesen Herausforderungen stellen und mit Mut und Selbstvertrauen an die vielfältigen Aufgaben herangehen. Schulleiter Georg Mayer versprach den Studierenden, sie möglichst praxisnah, in einem abwechslungsreichen Unterricht gespickt mit den neuesten Kenntnissen auszubilden. "Sie und Ihr Betrieb stehen im Mittelpunkt des gesamten Unterrichts. Ziel ist, dass Sie das Gelernte möglichst direkt in Ihren Betrieben umsetzen können", so Mayer weiter. "Wir werden Sie zu bestens ausgebildeten Betriebsleitern machen."

Nach der Eröffnung und Begrüßung folgte der Semesteranfangsgottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Johannes, zelebriert von Pfarrvikar Pater Alfred Lindner vom Kloster Ensdorf. Bei der anschließenden Stadtführung erhielten die Landwirtschaftsschüler einen kleinen Einblick in die Geschichte der Stadt Nabburg, die Stadt, in der sie die nächsten eineinhalb Jahre zur Schule gehen werden. Beim gemeinsamen Mittagessen konnte man sich schon ein wenig kennenlernen und beschnuppern und mit einer gegenseitigen Vorstellungsrunde sowie der Besprechung einiger organisatorischer Punkte ging der erste Schultag am Nachmittag zu Ende. Insgesamt schwang bei diesem ersten Schultag aber auch ein wenig Wehmut mit, denn dies wird zugleich auch der letzte Durchgang an der Landwirtschaftsschule Nabburg sein. Nach den Planungen des Ministeriums ist die Schließung der Schule nach 2022 ja beschlossene Sache.

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