02.01.2020 - 11:06 Uhr
NabburgOberpfalz

Liebe Gottes wie ein roter Faden

Silvester ist von je her der Tag im sich zu Ende neigenden Jahr, um Rückschau zu halten. Pfarrer Hannes Lorenz nutzt dafür in Nabburg ein rotes Seil, 7,30 Meter lang, stellvertretend für das vergangene Jahr, für jeden Tag zwei Zentimeter.

Symbolisch dargestellt mit Schlagworten auf Tafeln an einem roten Seil erinnerte Stadtpfarrer Hannes Lorenz an Ereignisse des vergangenen Jahres. „Was hier vorne steht, ist zu ergänzen mit ganz persönlichen Erinnerungen und Erlebnissen eines Jeden aus den vergangen zwölf Monaten. Die schönen und die traurigen, Erfolge und Niederlagen, Höhen und Tiefen.“
von Sepp FerstlProfil

Die Uhren zeigen Schlag Mitternacht eine neue Zeit an: Das Jahr 2020 hat begonnen unter dem üblichen Lärm und Krach der Silvesternacht. Auch die Kirchen haben das neue Jahr eingeläutet. In seiner Predigt beim Jahresschlussgottesdienst nannte Stadtpfarrer Hannes Lorenz das Jahr 2019 randvoll an Ereignissen. Symbolisch dargestellt mit Schlagworten auf Tafeln an einem roten Seil: "Was hier vorne steht, ist zu ergänzen mit ganz persönlichen Erinnerungen und Erlebnissen eines Jeden aus den vergangen zwölf Monaten. Die schönen und die traurigen, Erfolge und Niederlagen, Höhen und Tiefen," sagte er. Es seien die ereignisreichen, die markanten Tage, "die unsere Lebenszeit nachhaltig geprägt haben," so der Seelsorger.

Positiv schaut die Pfarrei Sankt Johannes auf ein renoviertes Jugendwerk, freut sich über einen neuen Pfarrvikar und eine gelungenes Pfarrfest. Beim Blick nach vorne stach die langersehnte Renovierung der Pfarrkirche hervor: Acht Jahre nach dem ersten Beschluss soll es nun im Januar mit den Gesprächen seitens der Diözese losgehen. "Unsere Pfarrei schwindet", verkündete der Priester und nannte nackte Zahlen: "4903 Katholiken zählen zu uns. Wir freuen uns über 47 Taufen, trauern aber über 82 Verstorbene und mussten 29 Kirchenaustritte bedauern." 26 Kinder feierten Erstkommunion, 36 Jugendliche empfingen das Sakrament der Firmung, vier Paare gaben sich das Ja-Wort.

Das rote Seil stehe für den "roten Faden", der auch im vergangen Jahr alles zusammen hielt. An diesem Silvesterabend wollte Pfarrer Lorenz dem roten Faden einen Namen geben: "Es ist die Liebe Gottes, die in Christus für uns da ist." Oft so unscheinbar, oft nur am Rande. Und doch trage sie alles und füge das menschliche Stückwerk zum Ganzen. "Weil dieser rote Faden das Leben durchwirkt, dürfen wir immer wieder Kraft und Mut schöpfen, dürfen voll Vertrauen und Zuversicht auch ein neues Jahr beginnen, können wir uns verlassen, dass unser Leben Sinn und Ziel hat."

Die Frage, was bleibe am Ende des Jahres, beantwortete Hannes Lorenz mit dem Gebet von Eduard Mörike: "In ihm sei's begonnen, der Monde und Sonnen an blauen Gezelten des Himmels bewegt. Du, Vater, du rate! Lenke und wende! Herr, dir in die Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt!" Bevor die Feier in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche mit dem "Großer Gott wir loben Dich" ausklang, dankte der Geistliche allen engagierten Menschen, welche in der Pfarrgemeinde die vielschichtigsten Aufgaben ehrenamtlich übernehmen, in den Gremien und Vereinen Verantwortung tragen sowie all denen, die Woche für Woche die Gottesdienste mitfeiern und würdig mitgestalten. Nach dem Te Deum spendeten Pfarrer Lorenz und Pfarrvikar Klaus Oskar Lettner den Einzelsegen für das neue Jahr.

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