24.08.2018 - 15:41 Uhr
NabburgOberpfalz

Eine Million verschwindet im Boden

Nicht ohne Komplikationen verläuft der Wasserleitungsbau zwischen Nabburg und Perschen. Deswegen wird der geplante Fertigstellungstermin im Oktober nicht einzuhalten sein.

Im Moment ruht der Einbau der neuen Kunststoffleitung neben der Autobahn (links). Erst muss klar sein, wo die alte Leitung genau verläuft. Dazu werden Suchschlitze in kurzen räumlichen Abständen angelegt.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Zwischen der Oberviechtacher Straße und dem Pfreimder Wasserwerk lässt die Stadt derzeit eine neue Wasserleitung auf einer Länge von 1,3 Kilometern weitgehend parallel zur Autobahn verlegen. Sie versorgt dann den Ortsteil Perschen inklusive Äußere Venedig und auch das Industriegebiet östlich der A 93. Außerdem dient sie später nach Inbetriebnahme der neuen Wassergewinnungsanlage bei Schwarzenfeld als Hauptversorgungsleitung nach Pfreimd.

Die Maßnahme war erforderlich geworden, weil die alte, aus den siebziger Jahren stammende Leitung aus Asbestzement-Rohren stark reparaturanfällig geworden war. Immer wieder kam es zu Rohrbrüchen, deren Beseitigung bis zu 20 000 Euro kostete, weil die Leitung bis zu vier Meter tief im Boden liegt.

Schon bald nach dem Baubeginn tauchte ein Problem auf. Die alte Leitung verlief nämlich teilweise anders als aus den verfügbaren Unterlagen ersichtlich. So kam es, dass die bauausführende Firma in Höhe der Tennisplätze im angewandten, sogenannten Pflugverfahren den Leitungsstrang erwischte und zerstörte. Daraus resultierten vorübergehende Versorgungsschwierigkeiten, die zwar rasch behoben waren, aber: Es stellte sich die Frage, ob in diesem vereinfachten Verfahren weitergemacht werden kann oder ob im herkömmlichen Stil aufgegraben werden muss.

Bei einem Baustellentermin informierten Zweiter Bürgermeister Kurt Koppmann und Thomas Prey aus der Bauabteilung des Rathauses darüber, dass die Frage erst beantwortet werden kann, wenn das momentan laufende Anlegen von Suchschlitzen abgeschlossen ist. Wesentlich schneller und auch kostengünstiger würde das Einlegen der neuen Kunststoffrohre im Pflugverfahren zwar vonstattengehen, aber dazu muss unbedingt der Verlauf der alten Leitung genau bekannt sein, damit sie den Bauarbeitern nicht noch einmal in die Quere kommt. "In der offenen Bauweise braucht man für etwa 400 Meter drei Wochen, im Pflugverfahren ginge das auf einen Tag", veranschaulichte Prey den Unterschied. Somit ist im Augenblick auch nicht konkret absehbar, wann das Projekt fertig ist. Für Mitte Oktober war der Abschluss angepeilt - jetzt geht man davon aus, dass es mindestens vier Wochen später werden könnte.

Nach dem Leitungsbau wird die an der A 93 verlaufende Verbindungsstraße zwischen Nabburg und Perschen wieder so hergestellt wie bisher, also ohne Unterbau asphaltiert. Eine Änderung ergibt sich an der Einmündung in die Neusather Straße. Denn: In der Nacht vom 17. auf 18. November lässt die Autobahndirektion Nordbayern die dortige, nicht mehr den Anforderungen entsprechende Autobahnbrücke abreißen. Sie wird erst 2019 neu gebaut und soll bis September fertig sein. Die lichte Durchfahrtshöhe auf der A 93 wird um 50 Zentimeter erhöht, so dass das neue Brückenbauwerk höher liegen wird als das alte. Somit verläuft dann auch die Neusather Straße auf höherem Niveau. Aus Sicherheitsgründen wird (von Neusath her kommend) vor der Brücke das zulässige Tempo auf 50 Stundenkilometer beschränkt und die Einmündung der neu gebauten Verbindungsstraße nach links verschwenkt, um den von der Tennisanlage her einbiegenden Verkehrsteilnehmern eine bessere Sicht zu ermöglichen. Weil die Wasserleitung zum Teil in der Baugrube für den späteren Brückenbau verläuft, beteiligt sich die Autobahnbehörde auch an den Leitungsbaukosten der Städte Nabburg und Pfreimd. Insgesamt sind sie auf rund eine Million Euro veranschlagt.

Aus den siebziger Jahren stammt die alte Asbestzement-Leitung. Sie ist stark brüchig geworden, wie hier gerade Thomas Prey von der Verwaltungsgemeinschaft Nabburg zeigt.

Die Autobahnbrücke zwischen Perschen und Neusath (im Hintergrund) wird noch heuer abgebrochen. Der Neubau erfolgt 2019.

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