25.05.2021 - 09:04 Uhr
NabburgOberpfalz

Mühlentag ein Besuchermagnet

Der Mühlentag zieht am Pfingstmontag zahlreiche Gäste ins Oberpfälzer Freilandmuseum in Neusath. Dabei erfahren sie unter anderem, warum Müller gerade bei Landwirten oft nicht beliebt waren.

Viele Familien mit Kindern waren am bundesweiten Mühlentag auf dem Gelände des Oberpfälzer Freilandmuseums unterwegs und besichtigten das Rauberweiherhaus.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

„Der gräbt ihm das Wasser ab“. Die Redewendung stammt aus dem Müllerhandwerk und wirft kein gutes Licht auf den Berufsstand. Einen besonders schlechten Ruf hatte der Müller bei den Bauern. Die Mühlen wurden mit Wasserkraft betrieben. „Da kam so mancher Müller auf dumme Gedanken, um der Konkurrenz zu schaden“, erzählt Gästeführer Bernhard Babl den Besuchern des Oberpfälzer Freilandmuseums beim Mühlentag am Pfingstmontag. Auch die Bauern fühlten sich hintergangen, „wenn sie für ihr Getreide zu wenig Mehl bekamen“.

Der große Andrang am Pfingstmontag war zu erwarten. Die Familien mit Kindern zog es hinaus ins Freie und hinein ins Museumsgelände. Im Mittelpunkt stand am bundesweiten Mühlentag das „Rauberweiherhaus“. Museumspädagoge Bernard Babl verzichtete auf eine Führung und beantwortete stattdessen die Fragen der Besucher.

In Kleingruppen und unter Hygienebedingungen konnten die Gäste dann das Gebäude besichtigen. Auch wenn die Mühle nicht mehr funktioniert, lassen sich die einzelnen Mahlgänge nachvollziehen. Mit der Rauberweihermühle, die einst in Rauberweiherhaus bei Wackersdorf stand, verbindet sich die Sage von der „weißen Frau“. Sie soll erschlagen und im Boden der Mühle verscharrt worden sein. In manchen Nächten steigt sie aus dem Grab und geistert mit einer Kerze in der Hand durch das Haus.

„Auch im Freilandmuseum beschäftigen wir uns mit erneuerbaren Energien“, erklärt Museumspädagogin Bettina Kraus. Sie wollte am Mühlentag die Bedeutung der Wasserkraft bewusst machen, „die die Menschen seit der Antike nutzen, um Lebensmittel und Güter aufzubereiten“.

Am nächsten Sonntag können die Besucher beim Schafscheren zuschauen. Das Freilandmuseum hält zwei seltene Rassen, das Waldschaf und den Coburger Fuchs. Letztere heißen so, weil die Lämmer eine rötlich-goldene Färbung haben. Per Hand mit Schere dauert es rund 30 Minuten, bis das Schaf von der Wolle befreit ist. Mitarbeiter des Museums zeigen neben dem Scheren auch die Weiterverarbeitung der Wolle.

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