14.07.2021 - 14:08 Uhr
NabburgOberpfalz

Nabburger Storch im Schneefanggitter

Er spitzt aus der kuscheligen Krankentransportdecke, dann die ersten Gehversuche: Die Feuerwehrmänner sind zufrieden. Der Nabburger Jungstorch scheint nach der Rettung aus dem Schneefanggitter wohlauf zu sein.

Hannes Menzl packte den Storch fürsorglich in eine Krankentransportdecke, als es mit der Drehleiter wieder nach unten ging.
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Pauline Egl und Lirim Kelmendi lösen am Mittwochabend gegen 18.45 Uhr in Nabburg eine größere Rettungsaktion der Feuerwehr aus. Die beiden gehen die Bachgasse entlang, es regnet. Da fällt ihr Blick auf einen Storch, der sich in einer misslichen Lage befindet. Er steckt auf dem Dach eines Wohnhauses im Schneefanggitter fest. Der heimische Horst auf der Friedhofskirche ist nur einen Steinwurf entfernt.

Was tun? Pauline und Lirim wählen den Notruf, die Integrierte Rettungsleitstelle in Amberg bringt die Tierrettung in Gang und alarmiert die Nabburger Feuerwehr. Das Team um Kommandant Andreas Ringlstetter kann auf die benachbarte Feuerwehr Pfreimd bauen.

Sie hat eine Drehleiter "und wir sind storchenerfahren", erzählt der Pfreimder Kommandant Hannes Menzl verschmitzt mit Blick auf mehrere Einsätze in der Landgrafenstadt. Im Vergleich zum Pfreimder Horst auf dem Turm der Klosterkirche ist der Einsatz am Dienstag höhenmäßig relativ überschaubar, aber ohne Drehleiter hätte man keine Chance gehabt, zu dem "Verunglückten" vorzudringen. Kurz vor 19 Uhr wird die Drehleiter ausgefahren. Dann geht es in den Korb, mit dicker Krankentransportdecke und Handschuhen zum Schutz von "Opfer" und Helfer hinauf zum Schneefanggitter.

Schnell ist der Jungstorch aus seiner misslichen Lage befreit und in die Decke gepackt. Hannes Menzl bringt das "Wickelkind" hinunter. Der benachbarte Parkplatz eignet sich gut für den Testlauf. Raus aus der Decke, einige aufgeregte Flügelschläge: Der Jungstorch stakt einige Meter, ist anscheinend unverletzt. Die Feuerwehr kann abziehen. Storchenbetreuer Karl Beer nimmt den einzigen Nabburger Jungstorch dann unter seine Fittiche. Nach einer Nacht im Hühnerstall wird er auf die Stadtmauer, mit Blickkontakt zum Horst, gesetzt. Einige Würmer als Stärkung sollen ihm den Rückflug schmackhaft machen.

Das Storchendrama in Pfreimd

Pfreimd
Hintergrund:

Rettungsaktionen mit der Drehleiter

  • 7. Mai: Ein Jungstorch im Pfreimder Horst hat eine Plastikschlinge um den Hals. Die Schlinge zieht sich enger, die Mutter will den Jungstorch aus dem Nest stoßen. Die Feuerwehr befreit ihn aus der Schlinge, säubert das Nest von Plastikteilen.
  • 16. Mai: Erneut geht es zur Nestreinigung mit der Drehleiter auf den Pfreimder Horst.
  • 23. Juni: Ein fremder Storch versucht den Pfreimder Horst, der von der Storchenmutter und vier Jungen bewohnt wird, für sich zu behaupten. Er attackiert die Jungstörche, die daraufhin von der Feuerwehr "evakuiert" werden.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.