Nabburg
19.06.2018 - 11:22 Uhr

Neuen Zweckverband gründen

Nabburg möchte mit seiner Nachbarstadt Pfreimd einen neuen Zweckverband gründen. Er soll die zukünftige Wasserversorgung der beiden Städte regeln.

Nabburg und Pfreimd wollen in Zukunft Partner sein bei ihrer Wasserversorgung. Das Wasserrechtsverfahren für das neue Reservoir bei Asbach ist inzwischen soweit vorangeschritten, dass es an der Zeit ist, sich konkrete Gedanken darüber zu machen, unter welcher Organisationsform in Zukunft alle baulichen, versorgungs- und abrechnungstechnischen Maßnahmen laufen sollen. Dazu hatte es vor etwa acht Wochen bereits eine informelle, gemeinsame Sitzung der beiden Stadträte aus Nabburg und Pfreimd gegeben. Vorgestellt wurde dort das Ergebnis, zu dem die eingeschaltete Beratungsfirma Rödl und Partner (Nürnberg) gekommen war. Deren Empfehlung lautete, einen Zweckverband zu gründen, der von seinen Mitgliedern, den beiden Städten, jeweils eine Verbandsumlage erhebt. Möglich erschienen aber auch die Gründung eines gemeinsamen Kommunalunternehmens sowie das Abschließen einer Zweckvereinbarung.

Zwei Bedenkenträger

Dazu meldete sich in der nunmehrigen Stadtratssitzung Altbürgermeister Josef Fischer (ABU) zu Wort. Er bezeichnete den Zweckverband als "die teuerste, komplizierteste und behäbigste Form". Das Kooperieren auf der Basis einer Zweckvereinbarung habe sich dagegen bereits bewährt, deshalb solle man diese Form der Zusammenarbeit beibehalten. Fischer gab in diesem Zusammenhang zu verstehen, dass ihm die gemeinsame, nichtöffentliche Sitzung der beiden Stadtratsgremien ohnehin zu sehr "Pfreimd-lastig" verlaufen sei. Er kündigte an, einem Zweckverband nicht zuzustimmen.

Bürgermeister Armin Schärtl (SPD) erinnerte, dass die bisherige Zweckvereinbarung ausgereicht habe, um Grund zu erwerben, zwei Brunnen zu bauen und das Wasserrechtsverfahren auf den Weg zu bringen. In Zukunft gehe es aber um viel mehr: um den Betrieb der gesamten Wassergewinnungsanlage, um die Versorgung der beiden Städte sowie um die sich daraus ergebenden Abrechnungen in finanzieller Hinsicht. Vor der Abstimmung bekundete Stadtrat Helmut Ertl (CSU), dass er sich der Meinung des Altbürgermeisters anschließe. Somit wurde mit 17:2-Stimmen beschlossen, die Installation eines Wasserzweckverbands anzustreben.

Leitung auch für Pfreimd

In derselben Sitzung beschloss der Stadtrat, eine neue Leitung zwischen den beiden Wasserwerken Nabburg und Pfreimd zu bauen. Sie dient zunächst nur als Ersatzleitung für den Ortsteil Perschen und zur Mitversorgung des Nabburger Industriegebietes, kann später aber auch von Pfreimd genutzt werden, um das Wasser aus dem neuen Gewinnungsgebiet in die Stadt zu befördern. Der Auftrag ging für 891 339 Euro an die Firma Haimerl aus Viechtach. Von den Kosten übernimmt etwa ein Drittel die Stadt Pfreimd; 185 000 Euro steuert die Autobahndirektion bei.

Kritik an Kostenaufteilung

Altbürgermeister Josef Fischer (ABU) erschien der auf Pfreimd entfallende Kostenanteil als zu niedrig. Denn diese Leitung werde ab einem späteren Zeitpunkt von der Nachbarstadt benötigt, um ihre Gesamtwassermenge ins Versorgungsgebiet zu bringen. Verwaltungsleiter Hans Sorgenfrei machte darauf aufmerksam, dass von Nabburg und Pfreimd später alle Vermögenswerte in den Zweckverband eingebracht werden, die dann in die Kostenrechnung einfließen. Die Auftragsvergabe erfolgte dennoch bei Fischers Gegenstimme.

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