12.05.2020 - 21:31 Uhr
NabburgOberpfalz

Neuer Nabburger Bürgermeister will "Weg der gemeinsamen Akzeptanz gehen"

Der Stadtrat wählt Irene Ehemann (Freie Wähler) zur Zweiten Bürgermeisterin, Johann Kleber von der Liste Nabburger Land zum Dritten Bürgermeister. Frank Zeitler (CSU) legt seinen Amtseid als Erster Bürgermeister ab.

Der neue Nabburger Stadtrat hat sich im Vergleich zur vorherigen Amtsperiode deutlich verändert. Neun neue Ratsmitglieder wurden bei der konstituierenden Sitzung vereidigt (von links): Markus Götz, Albert Bruckner (beide Freie Wähler), Armin Schärtl (SPD; bislang Erster Bürgermeister), Tobias Knechtel (CSU), Tobias Wegmann (ÖDP), Kilian Gradl (CSU) und die drei Vertreter der neuen Liste Nabburger Land: Ernestine Gietl, Karin Raab und Johann Kleber.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Die Zusammenkunft des 20-köpfigen Stadtrats-Plenums, das ungefähr zur Hälfte aus neuen Räten besteht, fand wegen des Abstandsgebots in Corona-Zeiten in der Nordgauhalle Nabburg statt. Das größere Platzangebot dort war auch insofern von Vorteil, weil sich rund 50 Zuhörer eingefunden hatten – viele von ihnen Anhänger der neuen Nabburger-Land-Liste, die mit drei Vertretern im Stadtrat präsent ist.

In seiner Antrittsrede als Erster Bürgermeister erinnerte Frank Zeitler daran, dass „der Beginn unserer gemeinsamen Amtszeit in eine schwierige Phase fällt – die Corona-Pandemie“. Wie lange man noch mit den Begleiterscheinungen von Covid 19 leben müsse, könne niemand voraussehen. „Eines ist aber sicher, nicht nur Menschen sondern auch die Wirtschaft und Kommunen werden unter den Begleiterscheinungen noch lange leiden“, sagte Zeitler. „Unser Bestreben als gewählte Stadtvertreter muss es sein, Nabburg gemeinsam und sicher durch diese schwierige Zeit zu führen und weitestgehend Normalität herzustellen.“

Er hoffte, dass es „vielleicht möglich ist, aus der Krise auch für Nabburg eine Chance für einen Neuanfang zu machen. Dinge zu überdenken, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und wieder mehr zueinander zu finden“.

Der neue Rathauschef versprach den Räten, „in den kommenden sechs Jahren transparent, offen und ehrlich mit Ihnen umzugehen. Ich werde auf Ihre Erfahrungen zurückgreifen. Ihre Vorschläge, Ideen und Anliegen ernst nehmen, prüfen, diskutieren und zur Beschlussreife führen“.

Zeitler dankte seinem Amtsvorgänger Armin Schärtl für dessen zwölf Jahre Arbeit als Erster Bürgermeister und ergänzte: „Vielleicht schafft die Kunst der Politik in unserem Fall, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen, und wir gehen einen Weg der gegenseitigen Akzeptanz. An mir wird es nicht liegen, der Wahlkampf ist vorbei, die Sacharbeit muss beginnen.“

Ganz vorbei war der Wahlkampf aber noch nicht, denn es mussten erst die beiden Stellvertreter Zeitlers vom Stadtrat gewählt werden. Und das ging nicht ohne Kampfabstimmungen. Für den Posten der Zweiten Bürgermeisterin schickte Albert Bruckner (Freie Wähler) seine Parteifreundin Irene Ehemann ins Rennen; ÖDP-Frontfrau Heidi Eckl, bislang Dritte Bürgermeisterin, wurde von ÜPW-Mann Kurt Koppmann vorgeschlagen. Bei der Abstimmung erhielt Ehemann 14 der 21 Stimmen (20 Räte und Bürgermeister Zeitler), Eckl kam auf 7.

Eine ähnliche Situation ergab sich bei der Wahl zum Dritten Bürgermeister. Auf diesem Posten wollte Ernestine Gietl von der Liste Nabburger Land ihren Mitstreiter Johann Kleber sehen. Der 33-jährige Politneuling aus dem Dorf Fraunberg setzte sich danach deutlich mit 13:8-Stimmen gegen Evi Thanheiser von der SPD durch, die von Rita Holzgartner nominiert wurde.

Die Sitzung diente auch dazu, die städtischen Ausschüsse zu besetzen und Vertreter in die Zweckverbände zu entsenden. Kontrovers diskutiert wurde das beim Wasserzweckverband Brudersdorfer Gruppe.

Der neue Erste Bürgermeister Frank Zeitler (CSU, mit Amtskette) und seine beiden Stellvertreter Irene Ehemann (Freie Wähler, links) und Johann Kleber (Liste Nabburger Land, rechts). Ganz rechts der bisherige Erste Bürgermeister Armin Schärtl (SPD), der dem neuen Stadtrat als reguläres Mitglied angehört.
Die Vereidigung des neuen Ersten Bürgermeisters Frank Zeitler (links) nahm der älteste Stadtrat Josef Pürner (CSU) vor. In seiner Antrittsrede hatte Zeitler betont: "Vielleicht schafft die Kunst der Politik, dass wir gemeinsam einen Weg der gegenseitigen Akzeptanz gehen. An mir wird es nicht liegen, der Wahlkampf ist vorbei, die Sacharbeit muss beginnen."
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