23.05.2019 - 09:26 Uhr
NabburgOberpfalz

Notorischer Betrüger muss hinter Gitter

Er hat eingekauft und nicht bezahlt: Nach etlichen Vorstrafen bekommt ein 38-Jähriger nun keine Bewährungschance mehr.

Das Gericht befindet: Ein 38-jähriger Betrüger muss in Haft.
von Autor HWOProfil

Der Mann ist ein notorischer Betrüger. Jetzt sitzt er abermals vor Gericht. Bis nach den Plädoyers darf er hoffen, nicht schon wieder eingesperrt zu werden. Doch was folgt, ist eine eiskalte Dusche für den 38-Jährigen: Die Richterin schickt ihn ins Gefängnis.

Er hat zwölf Vorstrafen, neun davon wegen teilweise umfangreicher Betrügereien, bei denen Firmen um fünfstellige Euro-Beträge abgezockt wurden. Zum Schluss saß der Mann aus dem Raum Roding nahezu drei Jahre lang in Strafhaft. Kaum entlassen, ging es im Sommer 2018 ereut los. Der 38-Jährige sprach erst in einer Bodenwöhrer Metzgerei vor, ließ sich Fleisch einpacken und bedauerte dann, dass er seinen Geldbeutel vergessen habe. Trotzdem durfte er die prall gefüllte Tüte mitnehmen. Nicht lange darauf erschien der Betrüger in einem Getränkehandel bei Nabburg, holte zwölf Kästen Bier und Limo. "Für eine Geburtstagsfeier", wie er wissen ließ. Auch dort bekam er alles im Vertrauen auf eine baldige Rechnungsbegleichung mit.

Eine Bedienstete der Bodenwöhrer Metzgerei setzte sich später an ihren Computer und brachte über Facebook heraus, um wen es sich handelte. Im Getränkemarkt hatte man zumindest das Autokennzeichen des betrügerischen Kunden notiert. Auch damit konnten gezielte Ermittlungen der Polizei beginnen.

Vor der Schwandorfer Amtsrichterin Franziska Bücherl gab der Familienvater nun sein erneuten Abzockertouren zu. Die Tüte mit Fleisch und Wurst hat er unterdessen bezahlt, das Geld für die Getränke will er demnächst bringen. Im Verlauf des Prozesses verdeutlichte sich: Banken hatten damals alle Überweisungen des Berufskraftfahrers eingestellt, weil sich auf seinen Konten nichts befand.

"Alles im Sinn der Anklage erwiesen", beurteilte Staatsanwältin Kathrin Heitzer die Lage. Sie hielt dem Beschuldigten zwar dessen umfangreichen und einschlägigen Vorahndungen vor. Allerdings befand sie, dass es in den zur Debatte stehenden Fällen mit kleineren Betrügereien zehn Monate, ausgesetzt zur Bewährung, geben könne. Da atmete der 38-Jährige auf, zumal sich auch sein Anwalt Martin Scharf für eine Bewährungsstrafe aussprach.

Was folgte, war jedoch eine eiskalte Dusche für den Angeklagten. Richterin Bücherl schickte ihn für acht Monate ins Gefängnis und unterstrich mit Nachdruck, dass keinerlei Anlass zur Bewährungsaussetzung bestehe. Eine solche Chance sei schlichtweg unvorstellbar für jemand, der einen Betrug nach dem anderen in Szene setze. Wenn solch notorisch unbelehrbaren Täter dann nicht hinter Gitter müssten, würde dem Bürger dafür jegliches Verständnis fehlen.

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