16.01.2020 - 18:14 Uhr
NabburgOberpfalz

Mit Optimismus in Richtung Wahltag

Armin Schärtl fürchtet die politische Auseinandersetzung nicht. Er ist überzeugt: Er hat in seiner bisherigen Amtszeit viel für seine Heimatstadt Nabburg getan und er kann auch noch viel bewegen.

Bürgermeister Armin Schärtl (SPD) hängte acht kleine Plakate an die Wand und beschrieb anhand derer seine Ziele.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Mit Musik geht alles besser: Das "SPD-Quintett" bläst am Mittwochabend zum Auftakt des Wahlkampfs der Sozialdemokraten. Rund 20 Besucher, vor allem Kandidaten der SPD-Stadtratsliste, sind dazu ins Nebenzimmer zum "Kräuterbeck" gekommen. Ortsvereinsvorsitzende Lisa Wilhelm freut sich eingangs über den wohltuenden Zusammenhalt in der Fraktion und unter den Bewerbern: "Das gibt uns die Kraft, die wir brauchen." Aus dem 20-Punkte-Programm des letzten Wahljahres 2014 sei inzwischen fast alles verwirklicht: "Aber darauf können und wollen wir uns nicht ausruhen." Das bestätigt auch Fraktionschefin Evi Thanheiser. "Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, sieht, was geschaffen wurde. Sie bezeichnet Amtsinhaber Armin Schärtl als einen Bürgermeister, der noch viel erreichen kann.

Armin Schärtl (61), der zum dritten Mal um das Amt des Stadtoberhaupts kandidiert, knüpft da gleich an und will aufräumen mit dem Gerede, dass in Nabburg nichts vorangehe: "Wer dumm daherreden will, der kann natürlich immer dumm daherreden", meint er und zählt beispielhaft auf, was unter seiner Ägide schon gemacht wurde: Nordgauhalle saniert, Kindergarten gebaut, Spitalkirche renoviert und umgebaut, Zwingerweg angelegt, Hotel-Post-Gelände einer Nutzung zugeführt. Aktuell stehe die Sanierung der Grund- und Mittelschule an, ebenso der Kindergartenbau in Diendorf. Seit 2009 habe sich der Stadt-Haushalt von 11 auf 24 Millionen ausgeweitet, sei die Steuerkraft von 685 auf 1259 Euro je Einwohner gestiegen, nahmen auch Einkommensteueranteil und Gewerbesteuer kräftig zu. "Da kann man doch nicht sagen, die Stadt tut nichts und der Bürgermeister schläft", folgert er daraus.

Für ganz wichtig hält er es, dass der Nabburger Bürgermeister dem Kreistag angehört. Es gebe nämlich sehr viele "landkreisige" Einrichtungen in der Stadt. Nur so sei es auch gelungen, ein kostengünstiges Grundstück für den Bau eines Schulbusbahnhofs anzubieten und in einem "Dreiecksgeschäft" zwischen Stadt, Landkreis und BRK an das Areal des ehemaligen Krankenhausparks zu kommen. Der Bebauungsplan sei dort inzwischen rechtskräftig, das Gelände gehöre dem Investor Ratisbona seit kurz vor Weihnachten, und jeden Tag warte man jetzt auf die Baugenehmigung für das Einkaufszentrum. Auch beim geplanten Hallenbadbau in Perschen werde ein gutes Zusammenspiel mit dem Kreis gefragt sein.

Die Beseitigung des Bahnübergangs zählt Schärtl zu den wichtigsten Projekten aller Zeiten in Nabburg. Die CSU sei bisher nur darauf bedacht gewesen zu verzögern, und das sei ihr schon gelungen. Der Neuordnung entlang der Umgehungstrasse stehe aber nichts mehr im Wege. Der Staat habe inzwischen zig Immobilien aufgekauft, so neuerdings auch das einstige Kottek-Gebäude. Die Baywa-Liegenschaften, Kunstdünger- und Kartoffelhalle, seien auch bereits übergeben, ebenso mehrere weitere Anwesen. "Wer nun meint, sich an Belanglosigkeiten aufhängen zu müssen, der will keine zeitnahe, sinnvolle Lösung", meint der SPD-Bürgermeister. Über seinen Mitbewerber von der CSU will er nichts sagen: "Ich kann nichts sagen, weil ich nicht weiß, wofür er steht, nur wo er dagegen ist".

Zur umstrittenen Bebauung an der Krankenhausstraße kündigt Schärtl einen Kompromiss-Antrag an, der in der nächsten Sitzung behandelt werden und den Bürgerentscheid erlässlich machen soll. Er wisse schon, dass ihm dieses Projekt Wählerstimmen kostet, aber: "Ein Bürgermeister muss machen, was er für richtig hält." Wenn die Wähler das honorieren, so sei es in Ordnung - wenn nicht, aber auch. Denn: "Da sind wir Demokraten."

Wer dumm daherreden will, der kann natürlich immer dumm daherreden.

Bürgermeister Armin Schärtl (SPD)

Bürgermeister Armin Schärtl (SPD)

Im Blickpunkt:

SPD: Formulierte Ziele für Nabburg

Anhand von acht kleinen Plakaten stellte Bürgermeister Armin Schärtl dar, wofür er und die SPD-Kandidaten jetzt und nach der Kommunalwahl eintreten wollen:

Integriertes Konzept: Neue Stadtentwicklung entlang der Naabachse mit Freizeitangeboten (Wandern, Radeln, Paddeln), Hochwasserschutz, Elektrifizierung der Bahnstrecke, Lärmschutz an der Bahnlinie und Neuaufstellung der Südstadt mit Beseitigung des schienengleichen Bahnübergangs und Bau der Umgehungsstraße. Schärtl: "Das alles zusammen wird das Mega-Thema für den nächsten und übernächsten Stadtrat."

Weiterer Ausbau der Kultur-Angebote: Dazu zählt der Lückenschluss im Zwinger-Rundweg um die Altstadt.

Beste Bildung: Kostenlos von der Kita bis zur Ausbildung.

Hochwertige Arbeitsplätze: Die Stadt erschließt das Baderfeld an der A 93 als neues Industrie- und Gewerbegebiet.

Erneuerbare Energien und Energieeinsparung mit dem Ziel der Klimaneutralität: Schärtl sieht die Stadt als Vorreiter durch die frühzeitige Gründung der Bemo mit mittlerweile rund 350 Mitgliedern und das neue E-Car-Sharing, das bereits "super gebucht" werde.

Zukunftsfähigkeit der Generationen: Erfolgter Anschluss aller Ortsteile an die Kanalisation und weitere Ertüchtigung von Straßen.

Ehrenamt: Förderung auf allen Ebenen.

Erschwinglicher Wohnraum für alle: Nach der Erschließung der Hirtenleite III weitere neue Baugebiete in Perschen und Bergelshof sowie Bebauung an der Krankenhausstraße. Schärtls Devise: Weniger Flächenverbrauch, Zersiedelung stoppen und verdichteter bauen. (am)

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