19.02.2019 - 14:49 Uhr
NabburgOberpfalz

Patenschaften zum Blühen bringen

Bauern im Landkreis Schwandorf bieten sogenannte „Blühpatenschaften“ an. Das Angebot richtet sich an alle Bürger.

Blühflächen wurden bereits von Landwirten in Verbindung mit dem Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm angesät. Nun können sich auch die Bürger aktiv an der Schaffung von Blühflächen beteiligen.
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"Damit können insbesondere die Unterstützer des Volksbegehrens ihren Unterschriften Taten folgen lassen" stellt Kreisobmann Josef Irlbacher im Nachgang zum Volksbegehren "Rettet die Bienen" heraus.

Viele Landwirte haben in der Vergangenheit bereits Blühflächen in Verbindung mit dem Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) oder als Maßnahme für das "Greening" angebaut, heißt es in einer Pressemitteilung des BBV. Leider habe man diese Aktivitäten der Landwirte bei der ganzen Diskussion um das Volksbegehren in keiner Weise gewürdigt, so Irlbacher. Auch bayernweit könne sich der Anbau von Blühflächen mit 14 000 Hektar oder 140 Millionen Quadratmeter sehen lassen. "Alleine die in 2018 angebauten Blühstreifen erreichten eine Länge von Hamburg bis Gibraltar", berichtet Irlbacher.

Die Landwirte im Landkreis Schwandorf "wollen noch mehr, brauchen dazu aber die Hilfe der Verbraucher." Anstatt Weizen, Wintergerste oder Mais anzubauen, wollen die Landwirte im Auftrag der Bürger Blühflächen ansäen. Die Bürger gestalten so die Landschaft aktiv mit, schlussfolgert Irlbacher. Den Umfang der Fläche und den erforderlichen Aufwand sprechen sie dabei direkt mit den Landwirten ab.

Bauern, die sich an dieser Aktion beteiligen, vermittelt die BBV-Geschäftsstelle Schwandorf unter Schwandorf[at]BayerischerBauernVerband[dot]de. Anfragen können auch an die Faxnummer 09 431 /7174-19 gerichtet werden. Die Aktion wird vom BJV im Landkreis Schwandorf unterstützt. Es bietet sich an, dass auf diese Weise auch Waldrandstreifen mit Wildlebensraummischungen angesät werden, die ebenfalls einen positiven Beitrag für die weitere Entwicklung von Insektenbeständen darstellen.

Die BBV-Geschäftsstelle stellt dazu auch Verträge und Patenschaftsurkunden zur Verfügung. "Damit lässt sich mehr erreichen, als mit stringenten Vorgaben direkt in die Bewirtschaftung und in das Eigentum einzugreifen", folgert Josef Irlbacher und kritisiert die fehlende Bereitschaft der Akteure des Volksbegehrens, "auf die Landwirte zuzugehen um gemeinsam die gesetzten Ziele zu erreichen." Die Bauern seien nach wie vor offen und zugänglich, um auf freiwilliger Basis Umweltmaßnahmen durchzuführen. Man müsse nur "mit ihnen und nicht über sie reden."

"Mit diesem Angebot an Blühpatenschaften setzen sich die Landwirte im Landkreis Schwandorf und auch in anderen Landkreisen an die Spitze der Bewegung zur Förderung der Insektenpopulationen", heißt es im Statement. Darüber hinaus sei es zu begrüßen, wenn immer mehr Landwirte sich für den ökologischen Landbau entscheiden. Das erfordere wiederum eine entsprechende Verbrauchernachfrage und die Bereitschaft, deutlich mehr für Lebensmittel und die Ernährung auszugeben.

Die Anbauentscheidungen treffen im Fall der Schwandorfer Blühflächenaktion die Bürger selbst. Um diese noch vor der Frühjahrsaussaat berücksichtigen zu können, sollte unbedingt in den nächsten zwei Wochen die Anbauwünsche geäußert werden, um die Aussaat mit entsprechenden Blühsaatmischungen sicherstellen zu können.

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