04.11.2019 - 12:40 Uhr
NabburgOberpfalz

Pfarrerin verlässt Nabburg im Januar

Eigentlich, so versichert sie, wäre sie gerne noch einige Jahre in Nabburg geblieben. Aber persönliche Gründen zieht Pfarrerin Irene Friedrich weg. Sie nimmt ein ganz neues Bild der Oberpfalz mit.

Pfarrerin Irene Friedrich verlässt Ende Januar 2020 die Kirchengemeinde Nabburg, um in ihrer neuen Kirchengemeinde Ammerndorf bei Cadolzburg näher bei ihren betagten Eltern sein zu können.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

"Ich hatte sogar schon überlegt, in welches Altenheim ich hier mal gehe - in Nabburg oder in Pfreimd", erzählt die 56-Jährige, die seit sechs Jahren die Kirchengemeinden Nabburg und Pfreimd betreut. Doch ihre betagten Eltern machten diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung. Die beiden wohnen in Mittelfranken und brauchen Zuwendung und Pflege. Von Nabburg aus kann Irene Friedrich das nicht gewährleisten, denn sie möchte sich selbst intensiv um die Eltern kümmern. "Bislang bin ich immer montags zu ihnen gefahren, aber da war ich hin und zurück immer drei Stunden auf der Straße." Künftig wird sie nur noch 25 Minuten Fahrtzeit benötigen.

Abschied Ende Januar

Am 25. Januar 2020 ist die offizielle Verabschiedung in Nabburg. Danach tritt die Pfarrerin eine neue Stelle im kleinen Ammerndorf im mittelfränkischen Landkreis Fürth an. Die Zahl der Evangelischen, die dort zur Pfarrei gehören, ist fast doppelt so groß wie die von Nabburg und Pfreimd zusammengenommen - 800 hier, 1400 dort.

"Ich hätte mir nie vorstellen können, einmal in die Oberpfalz zu ziehen", gesteht Irene Friedrich im Rückblick und schmunzelt. Franken, Schwaben, Oberbayern, das waren Stationen ihres Werdegangs, die Oberpfalz gehörte nicht dazu. "Ich kannte die Gegend nicht, aber ich habe mir damals verschiedene Stellen angesehen, wo ich hätte arbeiten können." An einem Februartag 2013, es war ein Sonntagnachmittag, hat sie zum ersten Mal Nabburg besucht, "und ich wusste, hier will ich her". Irene Friedrich kam ohne familiären Anhang. "Aber ich habe schnell nette Menschen gefunden, einsam war ich also nicht." Beeindruckt war sie auch vom Engagement der Gemeindeglieder, sowohl in Nabburg wie auch in Pfreimd.

Manchmal aufreibend

Die letzten sechs Jahre waren trotzdem nicht immer einfach für die Pfarrerin: "Der Gemeindehausbau, das neue Dietrich-Bonhoeffer-Haus, hat Kraft und Zeit gekostet und es gab dabei viele aufreibende Momente." Aber sie hatte einen "hervorragenden Projektsteuerer" an ihrer Seite, Ernst Zobel von der Stadtbau Amberg GmbH. "Ein Oberpfälzer Hartholz", skizziert ihn Irene Friedrich bewundernd. Vor einem halben Jahr wurde das Gebäude schließlich seiner Bestimmung übergeben.

Mit Respekt spricht sie auch vom katholischen Amtskollegen, Stadtpfarrer Hannes Lorenz: "Er hat mich damals strahlend begrüßt und mit ihm konnte man kollegial zusammenarbeiten."

"Wertschätzend"

Was Irene Friedrich ebenfalls sehr bewegt hat: Wie freundlich und wertschätzend die Städte Nabburg und Pfreimd mit ihr als evangelischer Pfarrerin umgegangen sind. Für die beiden Bürgermeister Armin Schärtl und Richard Tischler hat sie nur Lob übrig: "So etwas kannte ich von anderen Orten nicht, dass man offiziell zum Neujahrsempfang oder zur Bürgerversammlung eingeladen wird."

Vertretung:

Nachdem Pfarrerin Irene Friedrich im Januar 2020 Nabburg verlassen hat, soll die Schwarzenfelder evangelische Pfarrerin Heidi Gentzwein die Vertretung im Pfarramt Nabburg übernehmen; sie wird dabei von dem Pfarrersehepaar Schlinke aus Oberviechtach unterstützt. Konfirmandenunterricht und "Klingende Runde" finden jetzt schon gemeinsam für Nabburg, Pfreimd und Schwarzenfeld statt. Geplant ist eine noch engere Zusammenarbeit bei Veranstaltungen und dem Gemeindebrief. Überlegt wird von den Kirchenvorständen, ob nicht auch Gottesdienste zusammengelegt werden können. "Die Zukunft wird zeigen, wie viele Stellen von Hauptamtlichen im östlichen Dekanat überhaupt noch genehmigt werden", so Pfarrerin Gentzwein.

In ihrem aktuellen Gemeindebrief schreibt sie: "Wir hoffen sehr auf das Verständnis unserer Gemeindeglieder und sehen die neue Situation auch als Chance."

Ein Höhepunkt in den sechs Jahren Dienstzeit von Irene Friedrich (rechts) in Nabburg war die Einweihung des evangelischen Gemeindezentrums "Dietrich-Bonhoeffer-Haus" vor sechs Monaten. Bürgermeister Armin Schärtl (links) überreichte ihr dabei für das Gebäude ein Bild.

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