Nabburg
14.12.2020 - 18:38 Uhr

Plötzlich im Distanzunterricht: Reichen die Vorbereitungen der Schulen im Kreis Schwandorf?

Und auf einmal ist sie da, die Anweisung, dass Schulen und Kindergärten ab Mittwoch geschlossen werden. Ist das für die Verantwortlichen im Kreis eine Überraschung oder sind sie vorbereitet? Oberpfalz-Medien hat nachgefragt.

Aus die Maus. Ab Mittwoch machen die Schulen in Deutschland zu und gehen auf Distanzunterricht bevor die Ferien anfangen. Oberpfalz-Medien hat die Schulen und Kindergärten im Landkreis Schwandorf gefragt, wie sie sich vorbeireiten. Bild: Hans Punz/exb
Aus die Maus. Ab Mittwoch machen die Schulen in Deutschland zu und gehen auf Distanzunterricht bevor die Ferien anfangen. Oberpfalz-Medien hat die Schulen und Kindergärten im Landkreis Schwandorf gefragt, wie sie sich vorbeireiten.

Für die Schulen und Kindergärten im Landkreis geht es nun Schlag auf Schlag. Wussten sie vergangene Woche noch nicht sicher, was kommende Woche auf sie zukommen wird, so steht nun zumindest seit Sonntag fest, dass es ab Mittwoch keinen Präsenzunterricht und keinen Vormittag im Kindergarten mehr geben wird. Oberpfalz-Medien hat mit einigen der Verantwortlichen gesprochen. Dabei wird deutlich: Damit gerechnet, dass es so kommt, hat praktisch jeder. Wie es aber konkret auch mit Blick auf nach den Weihnachtsferien weitergehen soll, das kann keiner abschätzen.

Christine Paschen, Studiendirektorin am Ortenburg-Gymnasium in Oberviechtach erklärt, dass man durch die Erfahrungen seit Beginn der Coronapandemie gelernt habe und dementsprechend gut vorbereitet für die Tage nach Mittwoch sei. "Wir haben unser System für de Distanzunterricht noch einmal verfeinert", sagt sie. Zwar hätten sie und das Kollegium gehofft, die Schulen könnten bis Ende der Woche durchhalten. Paschen: "Die Statements verschiedener Politiker vergangene Woche gingen aber schon eindeutig in Richtung Lockdown." Deshalb habe man den Unterricht am Orthenburg-Gymnasium für diese Woche so vorbereitet, dass einige Teile immer noch weggelassen werden können. Vorbereitung ist alles, so sieht das Paschen. "Es ist nicht so, dass wir nichts getan hätten", sagt sie. Bereits seit September hätten Schulungen für die Lehrkräfte stattgefunden, die sie für den Distanzunterricht fit gemacht haben. Paschen ist davon überzeugt, dass das Konzept mit Schule daheim funktionieren wird. Allerdings kann ihr zufolge auch nicht ausgeschlossen werden, dass einige Schüler den Unterricht ab Mittwoch bereits als Ferien sehen werden.

Sie hofft, dass es nach den Ferien wieder Unterricht im Klassenzimmer geben wird. Paschen: "Das wäre vor allem im Hinblick auf die Abschlussklassen sehr wünschenswert." Sie verweist darauf, dass es nicht nur um die 12. Klassen am Gymnasium geht, sondern auch um die 11. Jahrgangsstufe, die bereits im vergangenen Jahr von Corona betroffen war.

Am Gymnasium in Nabburg gibt es für die Schüler einen Kurzwochenplan. Es wird zudem verstärkt auf Onlineunterricht gesetzt. Die Schulleitung hat mit den Beschränkungen gerechnet. Die Schule sei auch nach den Ferien auf alle Eventualitäten eingestellt, eine Prognose will man aber nicht abgeben, wie es danach weitergeht.

Grundschüler auf Distanz

Außerhalb des Gymnasiums gelten selbstverständlich auch an anderen Schulen dieselben Regeln. Wie es an der Grund- und Mittelschule in Schwarzenfeld aussieht, darüber gibt Schulleiter Siegfried Seeliger Auskunft. "Man darf jeden Fehler machen, aber nur einmal", fasst er den Fahrplan zusammen. Um gut aufgestellt zu sein, arbeitet die Schule sogar mit einer eigenen Maildomäne. Seeliger: "Damit stellen wir sicher, dass nichts zusammenbricht."

Gerade laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, um auf das vom Landkreis empfohlene Video-Konferzenz-Tool "BigBlueButton" umzusteigen, damit kein Schüler oder Lehrer Probleme mit den Lizenzen hat und vielleicht nicht am Distanzunterricht teilnehmen kann. "Das Programm ist eigentlich selbsterklärend. Das wollen wir ziemlich zeitnah zum Einsatz bringen."

Wenn die Schulen bereits am Mittwoch schließen müssen, dürften einige Pläne für coronakonforme Adventsstunden und Verabschiedungen in die Ferien ins Wasser fallen. Seeliger glaubt nicht, dass das ein Beinbruch ist, denn die Lage erfordere es schlicht. "Mit Corona wäre die Möglichkeit für Verabschiedungen ja sowieso stark eingeschränkt gewesen. Wenn das nicht klappt, werden wir auch nicht dran sterben." Die Lehrer seien zudem auf das, was kommt, vorbereitet gewesen. "Die Lehrkräfte hatten die Anweisung, vorzubauen, um auch sehr kurzfristig reagieren zu können", sagt Seeliger. Ab Mittwoch ist dann auch in Schwarzenfeld Distanzunterricht und Notbetreuung angesagt.

Kindern Lage erklären

Im Kinderhaus in Schönsee haben die Betreuerinnen ihren Kindern bereits erklärt, dass der Kindergarten früher dicht gemacht wird und auch, warum das so ist. Am Dienstag findet für die Kinder noch eine adventliche Feier zum Abschied statt. In den einzelnen Gruppen gibt es dann Lebkuchen und Kinderpunsch. Selbstverständlich werden am Dienstag alle Türchen des Adventskalenders geöffnet, damit jedes Kind auch einmal dran war.

"Wir haben zwar mit der Schließung gerechnet, aber halt nicht so schnell."

Julia Scheibl, Leiterin des Angelus-Kindergartens in Nabburg

Julia Scheibl, Leiterin des Angelus-Kindergartens in Nabburg

Einige Eltern hätten ihre Kinder schon vorsorglich zu Hause gelassen, so dass noch gar nicht klar ist, ob überhaupt jemand die Notbetreuung in Anspruch nehmen wird. Zudem seien am Montagmittag noch nicht alle Fragen abschließend geklärt gewesen, in etwa, ob nur die Kinder systemrelevanter Gruppe Anspruch auf die Notbetreuung haben oder alle Kinder.

Oberpfalz25.05.2022

Im Kindergarten in Nabburg erklärt Julia Scheibl am Montag, wie es weitergeht. "Die für Freitag geplanten Weihnachtsfeiern haben wir vorverlegt." Auch die Verabschiedung von den Kindern ist am Dienstag fällig. Leicht ist die Situation nicht, sagt Scheibl. "Wir haben zwar mit der Schließung gerechnet, aber halt nicht so schnell." Im Kindergarten versuche man jetzt, den Kindern zu erklären, warum die Schließung notwendig ist. Auch Scheibl sagt, dass noch nicht ganz klar sei, wie eine Notbetreuung aussehen wird oder ob eine angeboten werden muss. Klar ist aber, dass der Kindergarten seine Kinder auch daheim nicht alleine lässt. Scheibl: "Wir werden die Kinder über ihre Eltern weiterhin mit Geschichten und Bastelideen versorgen,, damit es ihnen nicht langweilig wird", sagt sie. Außerdem könnten die Eltern auch jederzeit bei Fragen oder Sorgen im Kindergarten anrufen.

Deutschland und die Welt14.04.2021
Info:

Infos aus dem Kultusministerium zur Notbetreuung

  • Wann gibt es die Notbetreuung? Laut Informationen vom Montagnachmittag aus des Kultusministerium werden die Schulen eine Notbetreuung an allen Tagen vom 16. bis zum 18. Dezember und am 21. sowie am 22. Dezember anbieten. Das gilt aber nur solange, „soweit das Infektionsgeschehen zulässt“ heißt es.
  • Welche Jahrgangsstufen sind betroffen? Die Notbetreuung soll für Schülerinnen und Schüler der ersten bis sechsten Klasse gelten. Außerdem soll sie für „für alle Schülerinnen und Schüler von Förderzentren sowie an anderen Förderschulen mit angeschlossenen Heimen einschließlich der Schulvorbereitenden Einrichtungen“ sichergestellt werden.
  • Wessen Kinder dürfen teilnehmen? Laut Kultusministerium dürfen Kinder an der Notbetreuung teilnehmen, wenn die Eltern keinen Jahresurlaub mehr haben, oder nicht freigestellt werden. Auch Kinder von Menschen mit systemrelevanten Berufen dürfen daran teilnehmen. Das gilt auch, wenn die Eltern „selbstständig bzw. freiberuflich tätig sind und daher dringenden Betreuungsbedarf haben.“
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.