10.10.2019 - 01:00 Uhr
NabburgOberpfalz

"Politik, das ist keine Meinungsforschung"

35 Jahre Vollblut-Berufspolitiker, WAA-Ausgleich, Bereitschaftspolizei, Krankenhäuser, Zeitler-Kurve - vieles ist mit Otto Zeitlers Namen verbunden. Auch ein für ihn bezeichnender Satz: "Sich kümmern, wenn das Gartentürl quietscht".

Otto Zeitler gehörte 35 Jahre dem Landtag an. Am Donnerstag, 10. Oktober, feiert das politische Schwergewicht seinen 75. Geburtstag.
von Claudia Völkl Kontakt Profil

35 Jahre Vollblut-Berufspolitiker, das hinterlässt Spuren. WAA-Ausgleich, Bereitschaftspolizei, Krankenhäuser, Zeitler-Kurve - vieles ist mit Otto Zeitlers Namen verbunden. Und mit seiner Devise "sich kümmern, wenn irgendwo ein Gartentürl quietscht", ist er immer nah am Menschen.

Am 10. Oktober wird der frühere Stimmkreisabgeordnete und Umweltstaatssekretär 75 Jahre alt. "Politik, das ist keine Meinungsforschung. Wer Stimmungen hinterherläuft, wird keine realistischen Ziele erreichen." Davon ist Zeitler rückblickend auf seine Arbeit überzeugt. 35 Jahre Landtagsarbeit, mehr als drei Jahrzehnte Kreisrat, früher Stadt- und Gemeinderat: Erfolge gibt es viele.

Krankenhaus und "Bepo"

Dem forcierten Zusammenschluss der Gemeinden Nabburg und Diendorf folgen Industrieansiedlungen wie Hertel, Strubl oder Hanauer. Zeitlers Engagement gilt der Ansiedlung wichtiger Industrieunternehmen in Wackersdorf nach dem Aus der WAA. Er setzt sich für den Erhalt der Bundeswehrstandorte in Oberviechtach und Pfreimd ein, zieht die Fäden bei der Ansiedlung der Bereitschaftspolizei auf dem Nabburger Fichtenbühl. Zeitler kämpft für die Sicherstellung der stationären medizinischen Versorgung im gesamten Landkreis in Kooperation mit Asklepios, für die Verbesserung der Infrastruktur auf Straße und Schiene. Hartnäckig setzt er sich als Abgeordneter für einen direkten Flughafenanschluss Ostbayerns - auch ein Stück Wirtschafts- und Umweltpolitik - ein. Die "Zeitlerkurve" ist im Bundesverkehrswegeplan festgeschrieben, eine Realisierung wäre sein großer Wunsch. Schneller ging das mit dem Feuerwehrführerschein: Er kam, ohne eine einzige komplizierte Änderung in Brüssel vornehmen zu müssen.

Zeitler verstand sich stets auf das Gespräch mit Entscheidungsträgern, brachte sie in die Region. Immer noch kommen hochrangige Politiker zur Schwarzacher Kirwa in den "Ministerstodl". Allianzen schmieden, wenn es der Sache dient, auch das gehörte zu Zeitlers politischem Tagesgeschäft. Und eine "gesunde Streitkultur", die er inzwischen in der Politik etwas vermisst. Sein Einsatz wurde gewürdigt: Zeitler erhielt den Bayerischen Verdienstorden und die Bayerische Verfassungsmedaille in Gold, der CSU-Ortsverband ernannte ihn zum Ehrenmitglied.

Auch erfinderisch

Nun im Ruhestand, gibt Otto Zeitler noch gerne einen Rat, "wenn es gewünscht wird", doch er genießt die Zeit mit Ehefrau Helga, seinen vier Kindern, den acht Enkeln und einem Urenkel. "Bald sind es zwei", freut sich Zeitler. Die Familie weiß auch sein praktisches, handwerkliches Wissen zu schätzen. Otto Zeitlers Passion ist nach wie vor die Jagd. Er hat eine fahrbare Kanzel ausgetüftelt, die in Jägerkreisen für Furore sorgte. Otto Zeitler schätzt es, nach dem Zeitkorsett in der Politik seinen Tagesablauf so gestalten zu können, wie er will. Im kleinen Kreis werden Familie und Weggefährten auf seinen Geburtstag anstoßen.

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