18.08.2019 - 15:09 Uhr
NabburgOberpfalz

Die Renaissance der Rottaler

Unter dem Motto "Rottaler - die echten Bayern mit Tradition und Leistung" steht die Zuchtschau des Vereins der Förderer und Freunde des Rottaler Pferdes im Freilandmuseum. Im Mittelpunkt steht der Erhalt der ältesten Pferdezucht in Bayern.

Auch beim Springen hat das Rottaler Pferd seine Qualitäten.
von Richard BraunProfil

Bis in die 50er Jahre war der Rottaler die bedeutendste Warmblutzuchtpopulation in Bayern. Dieses rassige, starkknochige Pferd mit schwunghaften, raumgreifenden Gang - so die Definition des Zuchtverbandes - wurde landwirtschaftlich genutzt, sportlich geschätzt und züchterisch begehrt. Mit der fortschreitenden Mechanisierung der Landwirtschaft rückte das Pferd als Zugtier immer weiter in den Hintergrund, und die Zahl der Pferde in den Ställen wurde immer geringer.

Besonders das Rottaler Pferd war davon betroffen. Als Zugtier nicht mehr gebraucht und für den Sport nicht sonderlich begehrt, drohte der Rasse in den 60er Jahren das Aus. Das Stutbuch wurde geschlossen. Erst in den späten 70er Jahren begannen die ersten Anstrengungen, diese Pferderasse für die Nachwelt zu erhalten. Das Rottaler Pferd stand mittlerweile in der roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung vom Aussterben bedrohter Haustierrassen und ist dort auch heute noch zu finden. Vor diesem Hintergrund ist es auch dem Oberpfälzer Freilandmuseum ein Anliegen, einen Beitrag zum Erhalt dieser Pferderasse leisten zu können. Auch das Museum erhält und züchtet alte Haustierrassen und kann mittlerweile beachtliche Erfolge auf diesem Gebiet vorweisen.

55 Mitglieder

Es sollten noch 20 Jahre ins Land ziehen, ehe 1994 das Rottalerzuchtbuch mit 22 Tieren wieder aufgelegt werden konnte. Der Verein Förderkreis und Freunde des Rottaler Pferdes zählt 55 Mitglieder, die sich über ganz Deutschland verteilen. Der Schwerpunkt der Aktivitäten und Zucht liegt in Niederbayern und der Oberpfalz. Seit sieben Jahren steht Xaver Schmidhuber aus Herbertsfelden an der Spitze des Vereins. Mittlerweile hat sich der Bestand auf 80 Pferde erhöht, davon sind 24 registrierte Zuchtstuten und vier Zuchthengste.

Um den Rassetyp des Pferdes unverfälscht auf die Nachkommen zu übertragen, muss eine Zuchtstute gewisse Kriterien erfüllen. In diesem Jahr wurden drei Stuten zum Eintrag in das Zuchtbuch vorgestellt. Dabei werden die Stuten von einem Gremium begutachtet, das aus sieben Fachleute besteht. Bewertet werden das Wesen, das äußere Erscheinungsbild und den Körperbau des Pferdes. In die Bewertung fließt auch das Verhalten in der Bewegung mit ein. Erst wenn alle diese Kriterien erfüllt sind, erfolgt der Eintrag in das Zuchtbuch. Beim Züchtertag in Neusath haben alle drei Stuten den Eintrag erhalten.

Anforderungen gemeistert

Ähnlich verhält es sich auch mit dem Nachwuchs. Auch hier müssen die Fohlen bestimmte Eigenschaften und Merkmale vorweisen, damit sie die Anforderungen der Zucht entsprechen. Dazu zählen das Fundament, der Körperbau, das Wesen und der Gesamteindruck. Die drei vorgestellten Fohlen konnten die Anforderungen mit Bravour erfüllen. Nach dem bereits sehr interessanten Zucht-Teil, das zahlreiche Besucher aus ganz Deutschland verfolgten, hatten die "Rottalerpferdefreunde" auch ein Schauprogramm vorbereitet. Dabei wurde anschaulich vorgeführt, was das Rottaler Pferd unter dem Sattel oder eingespannt in eine Kutsche kann.

Das perfekte Zusammenspiel von Reiter und Kutsche zeigte die Quadrille. Bei einem Parcours waren besonders die Kutscher gefragt, und auch als Sprungpferd ist der Rottaler geeignet. Die Robustheit und der faszinierende Charakter des Pferdes haben es den Züchtern besonders angetan. Gepaart mit Eleganz ergeben sie den "echten Rottaler".

Viel Erfahrung erfordert das Lenken eines Marathonwagens. Er wird bei Turnieren eingesetzt.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.