27.08.2018 - 16:42 Uhr
NabburgOberpfalz

Rundgang auf der Wehranlage

Im Mittelalter dienten Zwinger zum Schutz der Burgen vor Angreifern. Anders in Nabburg: Hier wäre man froh, wenn den Zwingerweg bald viele Besucher erobern würden.

Zweiter Bürgermeister Kurt Koppmann und Johannes Schießl vom Bauamt informierten vor Ort über den Verlauf der Bauarbeiten am westlichen Teil des Zwingerwegs. Der erste Abschnitt soll Anfang kommenden Jahres fertiggestellt sein. Etwa in der Mitte der Schmiedgasse wurde mit einer Rampe (im Hintergrund) ein neuer Zugang geschaffen.
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Nachdem der östliche Teil des Zwingerweges bereits vor einigen Jahren touristisch erschlossen wurde, ist nun der westliche Bereich von Mähntor bis zum Obertor an der Reihe. Im ersten von zwei Bauabschnitten sind seit mehreren Wochen die Bauarbeiter an der Arbeit.

Das Ende der ersten Etappe markiert optisch deutlich der Anbau der ehemaligen Zinngießerei: Er ragt genau in den geplanten Wegeverlauf hinein und durchschneidet ihn. "Hier muss eine Lösung gesucht werden", betonte Zweiter Bürgermeister Kurt Koppmann als er sich vor wenigen Tagen zusammen mit Johannes Schießl vom städtischen Bauamt vor Ort über den Fortgang der Arbeiten an der bereits im Jahr 2016 beschlossenen Maßnahme informierte.

Derzeit ist die Stadt laut Koppmann bestrebt, ein Nutzungskonzept für die ehemalige Zinngießerei, die im Besitz der Kommune ist, zu erstellen. "Dann wissen wir, wie wir dort weitermachen können", betonte Koppmann auch im Hinblick auf den dann noch ausstehenden zweiten Bauabschnitt zwischen Zinngießerei und Obertor.

Der erste Abschnitt des westlichen Zwingerweges läuft über rund 170 Meter vom Mähntor bis zur Zinngießerei. In diesem Bereich müssen die Spaziergänger etwa 21 Höhenmeter überwinden. Geplant sind dort Pflaster als Bodenbelag sowie ein paar Stufen.

Etwa in der Mitte der Schmiedgasse wurde per Rampe ein weiterer Zugang zum Weg geschaffen. Da er auch am Alten Pfarrhof vorbeiführt, wäre es nahe liegend, von dort aus einen Eingang zu schaffen, um den Gastronomiebetrieb von dort auch erreichbar zu machen. "Das ist aber noch nicht spruchreif", betonte Koppmann. Im oberen Bereich des Weges ist laut Johannes Schießl vom städtischen Bauamt wie im östlichen Teil des Zwingerweges eine wassergebundene Decke vorgesehen.

Was in der Altstadt in Nabburg bei jeder Baumaßnahme für Verzögerungen sorgen kann, ist die Geschichte. So auch in diesem Fall: Wie der Bürgermeister-Stellvertreter erläuterte, wurde bei Grabungen eine Mauer aus dem achten Jahrhundert gefunden. Diese musste freigelegt, dokumentiert und anschließend gesichert werden.

Das hatte nicht nur eine Zeitverzögerung sondern auch eine Überarbeitung der Planung zur Folge. Denn: Der Weg wird deshalb in diesem Bereich höher als vorgesehen. Dadurch musste umgeplant und auch die äußere Mauer erhöht werden, damit die Absturzsicherheit gewährleistet bleibt.

Koppmann rechnet damit, dass die Arbeiten am ersten Bauabschnitt bis zum Frühjahr kommenden Jahres abgeschlossen sind. Wann die zweite Etappe, die dann den endgültigen Lückenschluss des Weges markieren würde, an der Reihe ist, ist noch nicht endgültig geklärt. "Das hängt davon ab, was mit der Zinngießerei passiert", erklärte der derzeit amtierende Bürgermeister.

Die Gesamtkosten für den kompletten Ausbau des westlichen Zwingerweges belaufen sich auf rund 760 000 Euro. Der erste Abschnitt schlägt mit etwa 320 000 Euro zu Buche. Allerdings gibt es auch im zweiten Abschnitt bis zum Obertor wieder eine Unwägbarkeit: die Geschichte.

Ein herrlicher Ausblick erwartet die Spaziergänger, die auf dem westlichen Teil des Zwingerwegs unterwegs sind.

Der Anbau der ehemaligen Zinngießerei ragt genau in den Weg hinein. Hier muss eine Lösung gesucht werden.

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