12.04.2019 - 16:08 Uhr
NabburgOberpfalz

Schöneres Umfeld für Spitalkirche

Das Umfeld der Spitalkirche ist optisch verbesserungsbedürftig. Wie es schöner werden könnte, darüber macht sich Architekt Martin Popp Gedanken. Mit einer viertel Million an Kosten, die an der Stadt hängen bleiben werden, ist zu rechnen.

An der Stelle, an der bis vor kurzem ein Haus an der Spitalgasse stand, möchte der Stadtplaner einen Platz mit „Aufenthaltsqualität“ schaffen.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

1150 Quadratmeter ist das Gelände im Umgriff um die Spitalkirche groß. Nach dem Abbruch des Gebäudes an der Spitalgasse 2 steht es gestalterisch zur Disposition. "Das ist ein ganz wertvolles Grundstück in der Altstadt", meinte der Münchener Stadtplaner Martin Popp, als er dem Stadtrat in dieser Woche darlegte, wie sich hier "Aufenthaltsqualität" schaffen ließe.

Ein zentrales Anliegen ist es ihm, vor der Spitalkirche (in Richtung Kirchplatz) eine große Platane mit Pflanzbeet zu platzieren. Den Spitalplatz (zwischen Spitalkirche und evangelischem Gemeindehaus) möchte er auf ganzer Breite über eine Treppenanlage mit dem Kirchplatz verbinden. Dann müsste freilich die erst kürzlich gebaute Treppe wieder weichen, was wohl kein Unglück wäre, wie aus ersten Stimmen zu entnehmen war. An der Stelle, an der das Haus Spitalgasse 2 stand, würde Popp gerne einen Platz zum "Treffen, Sitzen und Tanzen" anlegen. Verbunden mit einem kleinen Obstgarten könne hier Raum für kleine Festlichkeiten, zum Beispiel nach Hochzeiten und Taufen entstehen. Zusätzlich ließe sich ein kleines Lager für Requisiten bauen, die zur Spitalkirche gehören. Als "charmant" bezeichnete Popp seinen Vorschlag.

Bei der Auswahl der Belagsmaterialien sollten auch hochwertige Granitplatten zum Einsatz kommen. Die beiden Plätze (Spital- und Kirch-) würde er so pflastern, dass sie optisch ineinander über zu gehen scheinen. Popp prüfte auch die Frage, ob sich im Zuge der Neugestaltung ein Kriegerdenkmal auf dem Gelände unterbringen ließe. "Ja, das geht", sagte er. Für das dreiteilige Denkmal, das derzeit im neuen Teil des Stadtfriedhofs steht, würden sich drei Standorte eignen: direkt an der Spitalkirche, zwischen evangelischem Gemeindehaus und Pfarrkirche sowie zwischen der Mauer in Richtung Spitalgasse und der angedachten Platane. Die Auswahl müsse die Stadt jedoch selber treffen.

Die auf seiner Idee basierenden Kosten bezifferte der Architekt auf 624 000 Euro (geschätzt). Die Stadt dürfe etwa 60 Prozent Zuschuss erwarten, so dass sie selber noch 249 000 Euro beisteuern müsste.

Gefällig, schön, sehr sinnvoll: Voll des Lobes zeigten sich in der Diskussion die meisten Redner. CSU-Fraktionschef Hans-Georg Dobler konnte sich auch gut vorstellen, das Kriegerdenkmal in der Nähe der Platane unterzubringen, während sich Heidi Eckl (ÖDP) dagegen aussprach. Altbürgermeister Josef Fischer (ABU) befürchtete, dass der große Baum zu sehr die Sicht auf die schönste Seite der Spitalkirche verstellt. Und er vermisste ein paar Parkplätze. Womit er eine kurze Debatte darüber eröffnete, ob der Umgriff der Spitalkirche zum Befahren freigegeben werden soll. Fischer war da unter den Stadträten nicht alleine. Der Architekt meinte: nein. Denn für Stellflächen würde zu viel Raum verbraucht, außerdem entstünde zu viel Verkehr durch Kirchenbesucher. Eine Entscheidung fiel noch nicht. Popp, so beschloss es der Stadtrat einstimmig, soll erstmal weiterplanen. Nach Ostern will die Stadt ein Gespräch mit dem katholischen Stadtpfarrer führen, danach zur Regierung nach Regensburg fahren und dort Förderung und mögliche Umsiedlung des Kriegerdenkmals abklären. Anschließend kommt das Thema wieder in den Stadtrat.

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