01.06.2020 - 09:49 Uhr
NabburgOberpfalz

Schüleraustausch auf Eis: Ein Spanier erinnert sich an unbeschwerte Tage in Nabburg

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Schüleraustausch: Davon können viele Jugendliche jetzt nur träumen. Der Spanier José Luis Amores Del Rey will seine Zeit in Nabburg nicht missen und hält Kontakt. Im Interview gibt er Einblicke, wie er den Lockdown meistert.

José Luis Amores Del Rey schätzt in der Corona-Pandemie auch den Kontakt zu Freunden in Nabburg und Umgebung, die er vor sechs Jahren beim Schüleraustausch-Programm kennengelernt hat.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Reisen? Das war in den vergangenen Monaten in Deutschland genauso ausgeschlossen wie in Spanien. José Luis Amores Del Rey kann sich zumindest mit Erinnerungen an eine Zeit trösten, als das Bier in Nabburg süffig war und Schulen internationale Kontakte fördern durften. Sechs Jahre liegt diese Zeit für den 22-Jährigen zurück, der sein letztes Studienjahr als Agrar-Ingenieur absolviert. Für Oberpfalz-Medien gibt er Auskunft, wie er die Einschränkungen durch Corona meistert und warum er einen internationalen Schüleraustausch nicht missen will.

ONETZ: Wie geht es dir jetzt nach so vielen Tagen Lock-down, bedingt durch die Corona-Pandemie?

José: Gut. Ich lebe bei meiner Familie, also bin ich jetzt während der Quarantäne-Zeit nicht einsam. Und glücklicherweise haben wir einen Bauernhof mit Tieren, die gefüttert werden müssen. Also komme ich auch mal raus.

ONETZ: Glaubst du, dass es Spanien härter getroffen hat als Deutschland?

José: Ja. Spanien hätte früher reagieren müssen, dann hätte es weniger Tote gegeben.

ONETZ: Wie hat das Virus dein Leben und das deiner Familie verändert?

José: Das Virus hat den Alltag enorm verändert. Vor den Ausgangsbeschränkungen habe ich in Valencia gewohnt, wo meine Uni ist. Jetzt lebe ich bei meinen Eltern in Ciudad Real.

ONETZ: Was vermisst du am meisten?

José: Am schwersten ist es für mich, dass ich jetzt keine Freunde treffen kann, um mit ihnen bei einem Bier über das Leben zu plaudern.

ONETZ: Woran erinnerst du dich, wenn du an die Zeit in Nabburg denkst?

José: Das beste an dem Austausch war, neue Leute zu treffen, ihre Gewohnheiten kennen zu lernen und am alltäglichen Leben teilzunehmen. Meine schönste Erinnerung hängt mit dem ersten Schluck von einem deutschen Bier zusammen. Der Geschmack war unglaublich (lacht).

ONETZ: Was empfindest du, wenn du jetzt an die Schüler denkst, die wegen der Pandemie auf einen internationalen Austausch verzichten müssen?

José: Sie tun mir leid. So ein Austausch ist eine erstaunliche Erfahrung. Eine einmalige Gelegenheit, mehr über andere Menschen und ihre Traditionen zu lernen. meiner Meinung nach sollten alle Schüler in andere Länder reisen, das macht sie offener für alles.

ONETZ: Was machst du, wenn die Einschränkungen vorbei sind?

José: Als erstes will ich meine Großmütter besuchen und dann mit einem Freund eine Reise in ein anderes Land organisieren.

ONETZ: Hast du einen Tipp für deine Freunde vom Gymnasium Nabburg, wie man diese harten Zeiten übersteht?

José: Am besten jetzt schon planen, was man nach den Ausgangsbeschränkungen tun könnte: Ausflüge oder Mahlzeiten planen oder Besuche bei den Großeltern. Solange das nicht möglich ist, sollte man einfach die Zeit mit der Familie genießen. Es macht auch Spaß gemeinsam Kekse, Kuchen oder Brot zu backen. Trotzdem hoffe ich, dass diese Situation bald vorbei ist. Wenn jeder die strengen Auflagen befolgt, wird es einfacher, wieder zum normalen Leben zurückzukehren.

Ein Austauschprogramm vor Corona (2018)

Nabburg
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.