04.02.2019 - 16:39 Uhr
NabburgOberpfalz

Schulfrei und gesperrte Straßen

Der Winter 2018/19 kommt auf Touren: Das erste Schulfrei im gesamten Landkreis, Stromausfall und tief verschneite Straßen. Die Feuerwehren waren in der Nacht von Sonntag auf Montag im Dauereinsatz.

Schneeglatte Straßen sorgten im gesamten Landkreis für Behinderungen. Am Sonntagmorgen kam auf der Staatsstraße 2398 bei Eigelsberg ein Autofahrer aus Fürth aufgrund Schneeglätte ins Schlingern. Der Pkw versank förmlich im Straßengraben.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Der extreme Schneefall am Sonntag freute besonders die Kinder: "An allen Schulen im Landkreis Schwandorf entfällt am Montag der Unterricht. Dies gilt für alle Schularten." Diese Information stand schon am Sonntagabend um 23 Uhr auf der Homepage von Landkreis und Staatlichen Schulamt. "Die Eltern müssen frühzeitig Bescheid wissen und natürlich auch die Busunternehmen", erklärt Schulrat Jürgen Bomertl.

Bäume umgeknickt

Neben den Grund- und Mittelschulen hatten aber auch die Gymnasien und Berufsfachschulen ihr erstes "unterrichtsfrei" im Winter 2018/19. Nicht davon betroffen waren die Lehrkräfte. "Für diese ist es ein Arbeitstag mit grundsätzlicher Anwesenheitspflicht", erklärt Bomertl. Deshalb war auch am Montag eine Aufsicht für die Mädchen und Buben gegeben, welche trotzdem an die Schule gekommen waren. "Manche haben die Nachricht nicht oder zu spät erhalten", meint der Schulrat. Die Entscheidung werde nicht willkürlich gefasst: "Wir beraten uns unter anderem mit der Straßenmeisterei und dem Kreisbrandrat." KBR Robert Heinfling telefonierte um 4.30 Uhr morgens noch einmal mit Schulamtsdirektor Georg Kick. Nachdem einige Straßensperrungen bekannt waren, wurde es als zu gefährlich eingestuft, dass die Busse kreuz und quer im Flächenlandkreis unterwegs sind. "Viele Feuerwehren waren in der Nacht im Dauereinsatz, um Straßen von umgestürzten Bäumen zu befreien", informiert Heinfling. Dies sei besonders am Sonntag von 17 bis kurz nach 24 Uhr der Fall gewesen. "Wir sind aber mit einem blauen Auge davongekommen", betont der Kreisbrandrat und berichtet von etwa zehn Straßensperrungen, unter anderem bei Oder/Steinberg.

Wie Pressesprecher Hans-Jürgen Schlosser mitteilt, verzeichneten die Feuerwehren im Landkreis vom späten Sonntagvormittag bis zum frühen Abend rund 150 Einsätze, die abgearbeitet werden mussten. Dabei handelte es sich überwiegend um umgestürzte, beziehungsweise zu fallen drohende Bäume und Äste. Gerade der südliche Landkreis (Raum Nittenau, Bodenwöhr, Bruck) war hiervon stark betroffen. Durch umgestürzte Bäume wurden auch zum Teil Stromleitungen abgerissen, wodurch es zu mehreren Stromausfällen kam, wie beispielsweise in Dieterskirchen und Nittenau. Noch am Montag waren einige Straßen gesperrt. Aufgrund der zahlreichen Notrufe wurde die integrierte Leitstelle Amberg mit der Unterstützungsgruppe ILS sowie der Rufbereitschaft nachbesetzt. Im Bereich des Rettungsdienstes kam es allerdings zu keinem erhöhten Einsatzaufkommen, berichten die Verantwortlichen der Leitstelle, Alexander Reiser und Christoph Tresch.

Franz „John“ Knittel vom SC Großberg bei Regensburg betreute die Rennläufer gut gelaunt auf der Loipe in Schwand. Dabei hatte er keine Zeit, sich den Schnee von der Mütze und dem Schnauzer abzuschütteln.

Zu schnell dran

Die Beamten der Polizeiinspektion Nabburg waren durch den Wintereinbruch ebenfalls gefordert: Am Sonntagmittag befuhr ein 46-jähriger Mann aus Potsdam mit seinem Pkw die A 93 in Richtung Regensburg. An der Ausfahrt Nabburg rutschte er aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit auf der schneeglatten Fahrbahn aus der Kurve und überfuhr ein Verkehrszeichen sowie einen Leitpfosten (Schaden rund 300 Euro). Am Nachmittag ereilte einem 21-Jährigen aus Amberg ein ähnliches Schicksal. Dieser befuhr die Nabburger Straße in Schwarzenfeld in ortsauswärtiger Richtung. Auf Höhe der Einmündung zur Haydnstraße brach der Pkw aus und geriet ins Schleudern. Auf der Gegenfahrbahn prallte er gegen das Auto eines Schwarzenfelders (22). Beide Fahrzeuge mussten mit Totalschaden abgeschleppt werden. Verletzt wurde niemand. Gegen die Unfallverursacher wurden jeweils Bußgeldverfahren eingeleitet.

Während der WSV Schönsee seinen Anton-Flöttl-Gedächtnis-Langlauf schon öfters wegen Tauwetter absagen musste, drohte dies für Sonntag aufgrund des Dauer-Schneefalls. Doch das Loipen-Spurgerät war permanent im halbstündlichen Turnus auf dem 2,5-Kilometer-Rundkurs unterwegs und sowohl Sportler als auch Zuschauer erwiesen sich als hartgesottene Wintersportfans. "Ich kann mich nicht erinnern, dass wir bei einem Rennen schon einmal so viel Neuschnee hatten, aber es hat gut funktioniert", sagt WSV-Ehrenvorsitzender Hans Eibauer.

Doch Frau Holle hat das Bettenschütteln erst mal eingestellt. Bei leichten Minusgraden und viel Sonne wartet besonders auf die Wintersportler eine tolle Woche. Die Mädchen und Buben des Kindergartens "St. Marien" in Oberviechtach hatten schon am Montag viel Spaß. Sie sausten mit den bunten Plastikschlitten den kleinen Hang hinunter, bauten Schneemänner und veranstalteten eine Schneeballschlacht. "Bei uns wimmelte es nur so im Garten", freut sich Leiterin Sabine Forster. Denn bis auf einige Geschwisterkinder von Grundschülern, die ebenfalls zu Hause blieben, waren die Gruppen in Kindergarten und Krippe gut gefüllt.

Im Kindergarten "St. Marien" in Oberviechtach freuten sich die Kinder über einen Wintertag auf dem Spielplatz.

Wir sind aber mit einem blauen Auge davongekommen.

KBR Robert Heinfling

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