27.01.2020 - 14:02 Uhr
NabburgOberpfalz

Seelsorge von ihrer besten Seite

Mit Wehmut, großer Dankbarkeit und Vertrauen auf Gottes Führung verabschiedet die evangelische Kirchengemeinde Nabburg/Pfreimd ihre Pfarrerin Irene Friedrich. Sie tritt eine neue Pfarrstelle in Mittelfranken an.

Von vielen Seiten erhielt Pfarrerin Irene Friedrich Anerkennung für ihre fast siebenjährige Tätigkeit als Seelsorgerin in der evangelischen Kirchengemeinde Nabburg-Pfreimd. Alle Redner waren sich einig: Der Mensch stand bei ihr immer im Mittelpunkt. Von rechts nach links: Sonja Lindermair, Nicole Blank (Kirchenvorstand), Dekan Karlhermann Schötz, Pfarrerin Irene Friedrich, Bürgermeister Armin Schärtl, Pfarrer P. Georg und Bürgermeisterin Johanna Mertins.
von Redaktion ONETZProfil

Bei einem feierlichen Gottesdienst zusammen mit Dekan Karlhermann Schötz blickte Pfarrerin Irene Friedrich zurück auf ihre fast siebenjährige Seelsorgezeit in der Diasporagemeinde. Nach insgesamt 35 Dienstjahren, die sie nach Schwaben, Oberbayern und in die Oberpfalz führte, gehe es nun zurück nach Mittelfranken, um näher bei ihren Eltern zu sein, zeichnete die anerkannte Seelsorgerin in ihrer Predigt den Lebensweg nach.

"Dem Glauben nachspüren und ihn leben, ihm Gestalt zu verleihen, ihn sichtbar zu machen, einzuladen zu Jesus Christus und damit Grenzen zu überschreiten", war für Friedrich nach eigenen Angaben die Leitlinie im gemeindlichen Wirken. So war ihr die ökumenische Zusammenarbeit mit den Katholischen Pfarrgemeinden, das Engagement im "Bündnis gegen Rechts", die praktische Hilfe im Arbeitskreis Asyl und das ehrenamtliche Engagement in der Notfallseelsorge wichtig. Aber auch in den Prozessen innerhalb der Gemeinde versuchte sie Grenzen zu weiten, indem sie die Kooperationen mit den umliegenden Pfarreien forcierte. So teilt sich Nabburg-Pfreimd nun eine Pfarrsekretärin mit Schwarzenfeld, es wurden Dekanatsfreizeiten, die "klingende Runde" und Glaubenskurse organisiert.

Einen Höhepunkt der "reichen und gefüllten Zeit" war für die scheidende Pfarrerin die Einweihung des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses in der Nabburger Altstadt. Nun verfüge man wieder über ein modernes und zentrales Gemeindehaus, in dem auch das Pfarrbüro untergebracht ist. Neben diesen vielen Aufgaben und Kontakten versuchte Friedrich das biblische Wort "wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind" durch sichtbare Glaubensangebote für jede Altersgruppe um zu setzen und dabei auch "das trennende Hahnenkreuz zwischen Pfreimd und Nabburg zu überwinden". So konnte erstmals ein gemeinsamer Kirchenvorstand gewählt werden, ohne die Eigenständigkeit der beiden Gemeindeteile aufzugeben. Abschließend wünschte sich Friedrich, dass neue Chancen wahrgenommen werden, denn "wo etwas aufhört, kann auch etwas Neues entstehen."

Dekan Karlhermann Schötz erwähnte in seinen Abschiedsworten auch so manche Herausforderungen, die auf der kleinen Gemeinde lasten: "Es ist zwar kaum Geld da, aber dafür setzen sich so viele Menschen für Gottes Botschaft ein". Das neue Gemeindehaus bezeichnete er als Kleinod, auch wenn die Finanzierung nicht ganz gesichert sei. Zum Abschluss segnete der Dekan Pfarrerin Friedrich und entband sie von ihren Pflichten in der evangelischen Gemeinde Nabburg/Pfreimd.

Musikalisch wurde der festliche Gottesdienst eindrucksvoll vom Posaunen- und Kirchenchor unter der Leitung von Sabine Schneider umrahmt. Nicht nur die voll besetzte Kirche zeigte, wie beliebt Pfarrerin Irene Friedrich in ihrer Gemeinde war. Zudem waren zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens, von Politik und Schule bis hin zum Handel vertreten.

Den Reigen der Grußwortredner eröffnete für die katholische Kirche der Pfreimder Pfarrer Pater Georg Parampilthadathil. "Sie waren uns gegenüber so ungewöhnlich freundlich", unterstrich der Geistliche und stellte das fruchtbringende Miteinander in der Ökumene in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Die beiden Bürgermeister Richard Tischler und Armin Schärtl zollten Irene Friedrich dafür Respekt, dass sie auch mit den politischen Gemeinden immer zuverlässig zusammenarbeitete. Als Geschenke überreichten sie einen Bildband über die Naab, Sekt aus der Landgrafenstadt, einen Einkaufsgutschein für Nabburg und einen Blumenstrauß. Über das Buch über die Naab freute sich Friedrich besonders, da sie als Untermieterin in der Flussmeisterstelle eine starke Bindung zu "ihren" Flussmeistern und damit zum Fluss selbst aufbauen konnte.

Als Senior des Pfarrkapitels überbrachte Pfarrer Arne Langbein die besten Wünsche. Über den Dienstalltag hinaus seien persönliche Freundschaften gewachsen, die auch bis nach Mittelfranken halten werden. Irene Friedrich sei kein Mensch für halbe Sachen gewesen, denn "wenn du dich gefreut hast, dann hast du dich richtig gefreut. Wenn du sauer warst, dann warst du richtig sauer." Auf den Weg in die neue Wirkungsstätte gab Langbein eine Uhr als "Liebe-Kraft-Geschenk" mit auf den Weg.

Nicole Blank und Sonja Lindermair brachten den Dank für ihre "Chefpilotin" stellvertretend für die gesamte Kirchengemeinde dar. Die Arbeit mit den Menschen sei ihr ein Herzensanliegen gewesen. So intensivierte sie die Kinderarbeit unter anderem mit den "Kirchenkids" und extra Kindergottesdiensten, aber auch die Begleitung von Jugendlichen hin zur Konfirmation war ihr wichtig. "Die wohl schwierigste Aufgabe war wohl der Neubau des neuen Gemeindehauses, der viel Nerven gekostet hat, weil viele Dinge gleichzeitig zu entscheiden waren", unterstrich Nicole Blank. In einem dicken Fotobuch hatte der Kirchenvorstand die fruchtbare Zeit von Pfarrerin Irene Friedrich für die Kirchengemeinde Nabburg-Pfreimd zusammengefasst.

Etwas gerührt bedankte sich Pfarrerin Irene Friedrich für den bereiteten großartigen Abschied und die unendliche Unterstützung von so vielen in der Kirchengemeinde. "Sag zum Abschluss leise Servus" ließ der Kirchenchor am Ende erklingen.

 

 

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