"Das nächste Mega-Bauwerk steht an", leitete Bürgermeister Armin Schärtl den Tagesordnungspunkt in der letzten Stadtratssitzung des Jahres ein. Er kündigte an, dass die Oberviechtacher Straße ab April/Mai nächsten Jahres zeitweise komplett gesperrt werden muss. Die Umleitung erfolge dann über die Neunburger Straße und die Siemensstraße.
Was genau getan werden muss, schilderte der neue stellvertretende Geschäftsleiter Thomas Prey. Das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach beabsichtige - analog zu dem bereits abgeschlossenen Projekt in der Regensburger Straße und in der Georgenstraße - die Fahrbahn der Oberviechtacher Straße zu sanieren. Es werde die Asphaltschicht auf der Staatsstraße erneuern lassen, wodurch die Stadt quasi in Zugzwang gerate.
Verteilt auf zwei Jahre
Denn ebenso wie in der Regensburger-/Georgenstraße sei hier dringend eine Sanierung der Wasserleitungen, Kanäle und Gehwege vonnöten, was im Vorfeld des Straßenbaus gemacht werden muss. Erstellt vom Ingenieur-Büro Weiss aus Neunburg vorm Wald, liegt mittlerweile ein Plan im Rathaus, der zeigt, wie der Ablauf des städtischen Vorhabens in den Jahren 2019 und 2020 aussehen könnte. Erst danach käme der eigentliche Straßenbau zum Zug. Ein Jahr später solle dann zusätzlich die Autobahnbrücke über die A 93 abgebrochen und zunächst eine Behelfsbrücke erstellt werden.
Verwaltungsfachwirt Thomas Prey berichtete ferner, dass das Kanalnetz in dem betreffenden Bereich überprüft worden ist. "Erschreckend": Mit diesem Wort brachte er die aufgetretenen, immensen Schäden auf den Punkt. Er legte daraufhin eine erste Kostenberechnung vor. Wasserleitungen, Kanäle, Gehwege und Erneuerungen in den abzweigenden Straßen (Nikolaiweg, Hütgasse, Naabweg, Zufahrt zum Wasserwerk) kommen unter dem Strich auf voraussichtlich 1,236 Millionen Euro.
Während einer kurzen Diskussion meinte CSU-Sprecher Hans-Georg Dobler, dass die Stadt für einen im Frühjahr 2019 geplanten Baubeginn mit der Ausschreibung jetzt fast schon zu spät dran sei. Er wolle nicht hoffen, dass es wieder so kommt wie in der Regensburger-/Georgenstraße: Dass die Stadt nämlich nur ein Angebot erhält und somit wesentlich höhere Kosten als geplant akzeptieren muss. Rita Holzgartner (SPD) erkundigte sich, was auf die Bürger zu kommen werde. Sie erfuhr von der Verwaltung, dass keine Anliegerbeiträge erhoben werden. Die Kosten für Wasser und Kanal müssten jedoch über die Gebühren auf alle Anschließer umgelegt werden. Soweit Leitungen auf privatem Grund verlaufen (Hausanschlüsse), müssen die Aufwände von den Eigentümern getragen werden. Sodann fasste der Stadtrat einstimmig den Baubeschluss.
Gussrohre einbauen
Über die Beschaffung des benötigten Leitungsmaterials hatte man sich im Rathaus bereits Gedanken gemacht. Vorgesehen ist, dieses Mal keine Plastik- sondern Gussrohre zu verwenden. Angesichts der nötigen Dimension würden sie vor allem bei den Hausanschlüssen eine flexiblere Handhabe zulassen und zugleich garantieren, dass sie sich nicht verformen. Die Verlegung gehe außerdem auch schneller. Und der Kostenunterschied liege gerade mal bei 1,50 Euro für den laufenden Meter. Der Stadtrat vergab sodann den Lieferauftrag für 101 900 Euro an die Firma Richter+Frenzel aus Weiden.














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