13.07.2020 - 15:49 Uhr
NabburgOberpfalz

Startschuss für angehende Polizisten

Für 289 angehende Polizeibeamte beginnt mit der Vereidigung auf dem Fichtenbühl die Ausbildung. "Sie sind die Besten", betont Innenstaatssekretär Gerhard Eck beim Festakt am Montag - und nennt Rekordmarken.

Polizeidirektor Stefan Beil, Staatssekretär Gerhard Eck und Präsident Wolfgang Sommer (von rechts) suchten nach der Vereidigung das Gespräch mit den Nachwuchskräften.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die Vereidigung der bayerischen Polizeianwärter fand zuletzt immer zentral in der Nürnberger Frankenhalle statt. Wegen der Corona-Pandemie erfolgt sie für die 1587 Nachwuchskräfte diesmal dezentral an sechs verschiedenen Standorten. Bei der Veranstaltung am Montag an der Außenstelle Nabburg-Fichtenbühl vereidigte Präsident Wolfgang Sommer 289 angehende Polizeibeamte im Alter zwischen 17 und 31 Jahren auf die bayerische Verfassung.

Die Anwärter verteilen sich auf die Ausbildungsseminare 78 und 79 der VII. Bereitschaftspolizeiabteilung Sulzbach-Rosenberg, zu der die Außenstelle Nabburg gehört. Abteilungsführer Stefan Beil begrüßte die Bewerber, von denen 70 Prozent die Hochschulreife besitzen und zwölf Prozent bereits in einem anderen Beruf gearbeitet haben.

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Unter den Auszubildenden befinden sich zahlreiche Spitzensportler, drei Familienväter und ein verheiratetes Paar. Zwei haben einen Migrationshintergrund, andere besitzen eine doppelte Staatsangehörigkeit. Der Staatssekretär im bayerischen Innenministerium, Gerhard Eck, bescheinigte den jungen Leuten, die auf dem Sportgelände in gebührendem Abstand vor ihm saßen: "Sie sind die Besten". Ausgewählt aus 12 800 Frauen und Männern, die sich um eine Ausbildungsstelle beworben haben. Auf jede zu besetzende Stelle seien acht Bewerber gefallen. Gerhard Eck wertete dies als Zeichen für "das hohe Ansehen, das die bayerische Polizei auch in der jungen Generation genießt".

Der Staatssekretär nannte einige Rekordmarken, positive und negative. Bis zum Jahre 2023 werde die bayerische Polizei mit 45 000 Beamten den höchsten Stellenstand erreicht haben. Diese personelle Aufstockung schlage sich auch in der Statistik nieder. Der Vertreter des Innenministeriums betonte: "2019 hatten wir die niedrigste Kriminalitätsrate seit 40 Jahren und gleichzeitig die höchste Aufklärungsquote seit 25 Jahren".

8000 Angriffe auf Beamte

Andererseits nehme aber die Gewalt gegen Polizisten zu. Mit fast 8000 Angriffen auf Beamte habe die Aggression im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Gerhard Eck forderte härtere Strafen für Gewalttäter und kündigte an, die Beamten mit "modernster Schutzausrüstung und Technik" auszustatten. Mit dem bayerischen Besoldungspaket und einer angemessenen Entlohnung setze die Staatsregierung außerdem ein deutliches Zeichen, wie sehr sie die Leistung der Polizeibeamten schätze. Der Freistaat zähle bundesweit zu den Spitzenreitern bei der Besoldung und biete vielfältige Karrierechancen, so Eck.

Einsatz für die Sicherheit

Der Staatssekretär mahnte die Anwärter zu einem "sachlichen, rechtskonformen und verhältnismäßigem Handeln". Er machte außerdem deutlich: "In unserer Polizei haben Diskriminierung und Rassismus keinen Platz". Gerhard Eck widersprach Äußerungen, "die die Polizei unter einen Rassismus-Generalverdacht stellen". Pfarrerin Heidi Gentzwein und Polizeidiakon Martin Zenk hatten im Vorfeld einige Anwärter nach ihrer Motivation befragt und als häufigste Antwort erhalten: "Wir wollen Verantwortung übernehmen und für Sicherheit und Ordnung im Land einstehen". Die Geistlichen erteilten den Segen.

Mitglieder des bayerischen Polizeiorchesters umrahmten die Veranstaltung musikalisch und spielten die Deutschlandhymne und das Lied der Bayern. Die Polizeiführung schritt zum Abschluss durch die Reihen und suchte das persönliche Gespräch mit dem Nachwuchs.

Pfarrerin Heidi Gentzwein und Polizeidiakon Martin Zenk erteilten den Polizeianwärtern den Segen.
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