27.12.2020 - 14:20 Uhr
NabburgOberpfalz

Startschuss für Corona-Impfungen im Landkreis Schwandorf

Die Corona-Impfungen im Landkreis Schwandorf haben begonnen: Bewohner und Mitarbeiter des Marienheims in Neunburg vorm Wald bekamen am heutigen Sonntag das Serum gespritzt. „Ein großer Tag“, betonte Landrat Thomas Ebeling.

von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Der Startschuss ist gefallen: Seit heute werden im Landkreis Menschen im Kampf gegen die Corona-Pandemie geimpft. Die ersten Dosen wurden im Marienheim in Neunburg vorm Wald verabreicht.

Bevor sich das mobile Impfteam mit Dr. Richard Bugl aus Pfreimd und zwei medizinischen Assistenten auf den Weg machte, betonte Landrat Thomas Ebeling bei einem Pressetermin im Impfzentrum für den Landkreis Schwandorf in Nabburg, dass nun die Hoffnung bestehe, dass der Spuk, dem man in diesem Jahr ausgesetzt gewesen sei, bald vorbei ist.

Nach einer kurzen, aber intensiven Vorbereitungszeit könne es nun mit den Impfungen losgehen. Der Fokus liege am Anfang auf den Seniorenheimen: „Sensible Gruppen sind die ersten, die geimpft werden“, unterstrich der Landrat.

Erste Impfungen in Neunburg vorm Wald

Die ersten Impfungen im Landkreis Schwandorf erhielten Bewohner und Mitarbeiter des Marienheims in Neunburg vorm Wald am Sonntag von einem mobilen Team, bestehend aus Dr. Richard Bugl und zwei medizinischen Assistenten. Wie der Mediziner darlegte, habe ein Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim für rund 15 Prozent der Bewohner tödliche Folgen. Somit rette man nun rein statistisch gesehen neun Menschenleben. „Das ist grandios“, sagte Dr. Bugl und unterstrich: „Das ist ein großer Moment, in dem man Corona besiegen kann“.

Der Arzt rechnete damit, dass die ersten Impfungen etwa vier Stunden in Anspruch nehmen würden. Am Montag seien dann 60 Dosen geplant. Nachdem an diesem Tag auch bettlägerige Personen an die Reihe kommen, rechnete er mit einem Zeitaufwand von rund acht Stunden. Generell freute er sich darüber, dass die Impfbereitschaft im Marienheim in Neunburg vorm Wald sowohl bei Bewohnern als auch bei Angestellten sehr hoch sei.

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Generell steht hinter der Impfkampagne ein komplexer Prozess: Wie die Firma BAD, Betreiber des Impfzentrums in Nabburg, informiert, komme das Serum nicht mehr gefroren an und müsse deshalb innerhalb eines bestimmten Zeitfensters aufgebraucht werden. Zu den Heimen werde der Impfstoff in einer tragbaren Kühlbox gefahren, in der die Temperatur durchgängig überwacht wird. Wichtig in diesem Zusammenhang: Es wird laut BAD kein Impfstoff verworfen. Für „Notfälle“ gebe es eine Liste mit kurzfristig verfügbaren Personen für eine Impfung.

300 Impfungen täglich

Wie Hannes Herbst von BAD sagte, werden in dieser Woche noch weitere zwei Impfstofflieferungen in einer insgesamt vierstelligen Zahl im Landkreis Schwandorf erwartet. Dann werden auch im Zentrum in Nabburg die ersten Spritzen gesetzt. Das Ziel: täglich 300 Impfungen im Landkreis Schwandorf.

Hintergrund:

Ablauf der Impfungen

  • Nach der vorherigen Terminvereinbarung geht es ins Impfzentrum nach Nabburg, wo bei der Anmeldung die Daten abgeglichen werden. Es folgt eine kurze Unterweisung per Video, bevor es in eines der vier Zimmer geht, in denen das Serum gespritzt wird. Zuvor steht laut Hannes Herbst vom Impfzentrumsbetreiber BAD noch ein Aufklärungsgespräch mit dem Arzt auf dem Programm. Nach der Impfung folgt noch eine kurze Zeit für die Nachbeobachtung.
  • Terminvereinbarungen sind derzeit online unter der Adresse https://terminland.de/impfzentrum-schwandorf/ möglich. Ab Mitte Januar gibt es außerdem eine eigene Webseite des Freistaates. Telefonische Anmeldungen sind ab dem Nachmittag des 28. Dezember unter der Telefonnummer 09433/3189510 möglich. Generell sollte die Anmeldung jedoch online erfolgen, um Ressourcen zu schonen. Wichtige Dokumente können bereits vorab bearbeitet werden.
  • Derzeit bekommen alle Personen der Gruppe mit der höchsten Priorität eine Impfung: Das sind über 80-Jährige, Bewohner und Mitarbeiter in Pflegeheimen, Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste, Rettungsdienstangestellte sowie Mitarbeiter in sensiblen Bereichen in Krankenhäusern wie Notaufnahme, Intensivabteilung oder OP-Sälen. Zur Impfung sind ein Ausweis und gegebenenfalls ein Beleg für die Zugehörigkeit zur Gruppe mit der höchsten Priorität mitzubringen.
  • Um den bestmöglichen Schutz zu erhalten, sind beim Einsatz des Impfstoffs der Firmen Biontech/Pfizer zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen notwendig. Auch wer bereits mit Sars-CoV-2 infiziert war, bekommt das Serum gespritzt. Nicht geimpft wird bei einer aktiven Infektion. Weitere Informationen rund um die Impfung gibt es auch auf der Homepage des Landkreises (www.landkreis-schwandorf.de/Familie-Soziales-Gesundheit/Impfzentrum).

„Das ist ein großer Moment, in dem man Corona besiegen kann“.

Dr. Richard Bugl

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