Nabburg
Update 02.04.2019 - 18:58 Uhr

Süd-Ost-Link: Viel zu nah am Dorf vorbei

Die Displays mit den Plänen für den Süd-Ost-Link sind dicht umringt. Beim Tennet-Infomarkt in der Nabburger Nordgauhalle wird einige Kritik an den Plänen laut.

Eine Reihe von Anwohnern aus Lissenthan scharte sich mit Bürgermeister Armin Schärtl (Vierter von links) um das Display, auf dem Torsten Grampp (Dritter von links) von Tennet den Trassenverlauf erläuterte. Bild: Hösamer
Eine Reihe von Anwohnern aus Lissenthan scharte sich mit Bürgermeister Armin Schärtl (Vierter von links) um das Display, auf dem Torsten Grampp (Dritter von links) von Tennet den Trassenverlauf erläuterte.
Tina Aldinger von Tennet zeigt ein Modell des Kabels, wie es beim Süd-Ost-Link verwendet werden soll. Bild: Hösamer
Tina Aldinger von Tennet zeigt ein Modell des Kabels, wie es beim Süd-Ost-Link verwendet werden soll.

"Wir haben grad erst Haus gebaut, jetzt soll das Kabel direkt bei uns am Gartenzaun vorbei." Magdalena Kleierl aus Lissenthan ist wenig begeistert von den Trassenplänen für den Süd-Ost-Link, die Netzbetreiber "Tennet" am Montag bei einem Infomarkt in der Nordgauhalle vorstellte. Das Angebot wurde von zahlreichen potenziellen Anliegern der Gleichstrom-Erdkabelverbindung genutzt, unter ihnen auch Bürgermeister Armin Schärtl.

Torsten Grampp von Tennet stellte sich mit mehreren Kollegen den Fragen der Anlieger und musste sich einige Kritik anhören. Die Lissenthaner wie Magdalena Kleierl, Vater Hans Kleierl oder Nachbarin Birgit Graf kritisieren, dass die Vorzugstrasse so nah am Dorf verlaufen soll. Ein paar Meter weiter im Westen böte sich eine Alternative, zwar auch durch einen Acker der Kleierls, aber weiter weg vom Dorf. Dort allerdings müssten wohl Bäume fallen, um die Erdkabel zu verlegen.

Neben den Befürchtungen, dass die Leitung elektromagnetische Belastungen bringen könnten (Graf: "Wer weiß, wie sich das über die Jahrzehnte auf unsere Kinder auswirkt"), sorgen sich die Lissenthaner auch um die Entwicklung ihres Dorfs. Käme die Leitung da hin, wo sie Tennet plant, wären weiter Baugrundstücke zur Ortsabrundung wohl blockiert.

Mit der Autobahn A6 in wenigen hundert Metern Abstand und diversen weiteren Trassen wie der Gasleitung ist das Gebiet ohnehin schon belastet. Das sieht auch Bürgermeister Armin Schärtl so, der sich wie viele andere eine Bündelung des Süd-Ost-Links entlang der Autobahn oder bereits bestehender Trassen wünschen würde. Und die Verlegung ein paar Steinwürfe weg von Lissenthan müsse drin sein. Der Stadtrat wird sich laut Schärtl voraussichtlich in der Mai-Sitzung mit dem Thema Süd-Ost-Link befassen.

Tennet-Sprecherin Carolin Kürth will Einwände nicht abbügeln, im Gegenteil. Der Netzbetreiber stellt mit diversem Info-Material die Einwendungsmöglichkeiten offen dar. Die Pläne für den Abschnitt D des Süd-Ost-Links, der nahe Pfreimd beginnt und bis zum Atomkraftwerk Ohu bei Landshut reicht, liegen derzeit bei der Bundesnetzagentur in Bonn zur Prüfung auf Vollständigkeit. Etwa Mitte Mai, schätzt Kürth, dürfte die einmonatige öffentliche Auslegung der Pläne in diversen Rathäusern und im Internet erfolgen. Ab dem ersten Tag der Auslegung besteht zwei Monate lang die Möglichkeit, schriftlich Einwendungen vorzubringen. Die Lissenthaner jedenfalls wollen sich jetzt zusammensetzen und einen Einwand formulieren.

Am Dienstag steht Tennet in Schwandorf Rede und Antwort, am Mittwoch, 3. April, ist Infomarkt in Nittenau in der Volksschule, am Freitag, 5. April, in der Stadthalle Burglengenfeld, jeweils von 15 bis 19 Uhr.

Themenseite Süd-Ost-Link

 
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