Nabburg
26.12.2018 - 13:07 Uhr

Traditionen auch gelebt

Jeden neuen Kaplan nahm Josef Brunner hilfsbereit unter seine Fittiche, damit die Geistlichen beim Osterritt hoch zu Ross auch fest im Sattel saßen. In diesem Jahr konnte Brunner krankheitsbedingt nicht mehr mitreiten.

Josef Brunner sicherte den Fortbestand des Osterritts. Archivbild: arr
Josef Brunner sicherte den Fortbestand des Osterritts.

Nun nahm eine große Trauergemeinde in der Stadtpfarrkirche und auf dem Waldfriedhof Abschied von dem langjährigen Vorsitzenden des Nabburger Reit- und Fahrvereins, der im Alter von 68 Jahren verstorben war.

Kaplan John Oguche skizzierte Brunners Lebensweg. Der Nabburger, im öffentlichen Dienst tätig, arbeitete fast 33 Jahre beim Finanzamt in Neunburg vorm Wald und in den letzten Jahren bis zum Ruhestand 2015 in Schwandorf. Zwillingsbruder Ludwig übernahm die elterliche Bäckerei, Josef Brunner kümmerte sich um die Nebenerwerbslandwirtschaft. Sein Herz hing an den Pferden. Brunner hatte bereits den Reitverein Schwandorf mitbegründet, 1988 hob er dann den Reit- und Fahrverein Nabburg mit aus der Taufe. 30 Jahre hielt er hier die Zügel in der Hand. Auf Josef Brunner konnte man bei den Rosstagen im Freilandmuseum Neusath und ebenso beim Mittelalterlichen Markt bauen. Ohne seine Beharrlichkeit würde es auch den traditionellen Osterritt zum Brünnl wohl nicht mehr geben. Seit 1991 wurde er unter Regie des Reitvereins ausgerichtet. Mit dabei waren stets die Nabburger Kapläne, denen Brunner geduldig Reitstunden gab, damit sie sicher zum Brünnl kamen. Josef Brunner unterstützte auch die Jugendblaskapelle und ihren Förderverein - nicht nur, weil die jungen Musiker jedes Jahr den Osterritt begleiteten.

Auf dem Friedhof nahm Siegfried Eckl im Namen des Nabburger Reitvereins Abschied. Ein letzter Gruß kam von Josef Schwarz für den Oberviechtacher Patenverein, von Günther Wicha für den Förderverein der Jugendblaskapelle Nabburg und von Dionys Ringlstetter, der sich von einem langjährigen Mitglied des Katholischen Männervereins verabschiedete. Das Bild von Josef Brunner, wenn er mit einem Lachen im Gesicht Gäste und Freunde durch Nabburg chauffierte - es wird fehlen.

 
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