06.07.2018 - 11:37 Uhr
NabburgOberpfalz

Die unheimliche Macht der "Welle"

Knisternde Premierenstimmung liegt in der Luft. Die Naabtal-Realschule zeigt dem Publikum, dass sie ein fulminantes Theaterspektakel bieten kann.

Eskalation pur! Eine Schülerin wird „angeschossen“ – die Dramaturgie im Stück nimmt ihren Lauf.
von Redaktion ONETZProfil

Das Bestsellerwerk von Morton Rhue "Die Welle" wurde durch die Theatergruppe der Naabtal-Realschule spektakulär in Szene gesetzt. Unter der Leitung von Stefanie Linn und ihrer Kollegin Jennifer Schlackl probten die Theaterschauspieler, die sich aus den Jahrgangsstufen 5 bis 9 zu zwei Theatergruppen zusammengeschlossen haben, unzählige Stunden. Selbst an Wochenenden, in den Ferien und in jeder freien Minute wurde fleißig geprobt und die Texte gelernt. Herausgekommen ist ein absolutes Meisterwerk an Theaterkunst, welches die seit erst zwei Jahren bestehende Theaterfamilie der Naabtal Realschule hier auf die Beine gestellt hat.

Das Stück handelt von einer Projektwoche zum Thema "Staatsformen" an einer Mädchenschule. Eine spießige Lehrerkollegin schnappte sich vor der Hauptdarstellerin, Lehrerin Aumann, den von ihr avisierten Anarchie-Kurs, so dass ihre Aufgabe war, die unmotivierten Schülerinnen die Entstehung einer Diktatur zu lehren. Sie startete in der Folge ein pädagogisches Experiment mit verheerenden Folgen. Die Schülerinnen machten teils körperlich und seelisch sehr schmerzhafte Erfahrungen im Umgang mit Macht. Nicht umsonst sind die prägnanten Prinzipien der von den Schülerinnen im Verlauf des Stückes gegründeten Gruppierung mit dem Wiedererkennungsnamen "die Welle": Macht durch Disziplin, Macht durch Gemeinschaft und Macht durch Handeln.

Macht und ihre Folgen

Das Gefühl, Teil eines Ganzen zu sein, das wichtiger ist als man selbst veränderte immer mehr das Wesen der Schülerinnen. Man gehörte auf einmal zu einer Bewegung, einer Gruppe, einer Überzeugung. Man ist einer Sache ganz ergeben. Die Schattenseiten der Machtausübung überrollte die Mädchen zunehmend. Am Schluss der Projektwoche eskalierte die durch Macht erzeugte ungute Situation und nahm ein dramatisches Ende.

Schulleiterin Hannelore Reil-Heining zeigte sich hoch erfreut, dass zahlreiche Theaterfreunde und Ehrengäste den Weg zur Premiere gefunden haben. Die dargebotene zweistündige Inszenierung zeige eindeutig, die immerwährende Gültigkeit, wie leicht sich Menschen manipulieren lassen, so Reil-Heining. Zukunft könne nur der gestalten, wer Zivilcourage zeigt. Weiter betonte sie, "gnadenlos" stolz auf ihre Schüler zu sein, die eine fantastische Darbietung vor vollem Haus abgeliefert haben.

Dank an die Regie

Das sehr anspruchsvolle, packende und emotionsgeladene Bühnenwerk der rund 30 Theaterschüler zauberte vielen Besuchern Tränen der Begeisterung in die Augen und lieferte extreme Gänsehautmomente. Frenetischer, minutenlanger Applaus und Standing Ovations belohnten die Darsteller nach ihrer grandiosen Darbietung.

Eine feine Geste der Anerkennung wurde Theaterleiterin Stefanie Linn zu teil. Sie bekam von der Schulleiterin für ihre großartige Arbeit mit der Theatergruppe einen Präsentkorb überreicht, welcher mit eigens gezüchteten Gemüseleckereien aus dem heimischen Garten bestückt war. Die SMV kümmerte sich um das leibliche Wohl der vielen Gäste.

Jennifer Schlackl (links) und Stefanie Linn mit einem Teil ihrer Darsteller.

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