07.01.2020 - 11:42 Uhr
NabburgOberpfalz

Viel Beifall für musikalisches Erlebnis

"Das waren mit enormem Einsatz und viel Gefühl vorgetragene Töne," freut sich ein begeisterter Zuhörer. Die bestens aufgelegte Jugendblaskapelle Nabburg präsentiert beim Neujahrskonzert vor über 500 Gästen eine beeindruckende Leistung.

Knapp 100 Musiker intonierten in einem Gemeinschaftschor die vom frenetisch applaudierende Publikum geforderten Zugaben: Die Polka „Mea Vita - Mein Leben“ von Norbert Gälle und der obligatorische „Rainer Marsch“ mit vereinseigenem Text beschlossen einen überaus abwechslungsreichen Konzertabend.
von Sepp FerstlProfil
Der Nachwuchs überrascht mit hohem Niveau. Unter der Leitung von Dirigentin Karin Raab waren große Talente unter den Jungmusikern auszumachen.

Die beiden Formationen - Großes Orchester und Nachwuchsorchester - zeigten an diesem Abend unter ihren beiden Dirigenten Markus Ferstl und Karin Raab, dass sie in der Lage sind, Bläsermusik der verschiedensten Stilrichtungen mit großer Spielfreude zu beherrschen. Die Instrumentalisten besitzen auch die Fähigkeit, mit ihrer Spielweise ein breites Publikum zu Beifallsstürmen hinzureißen. Einen nicht unerheblichen Anteil daran kommt den beiden "Stabführern" zu, die es gut verstehen, aus den Musikern eine harmonierende Einheit zu formen.

Große Bandbreite

Das knapp 70 Musiker zählende Orchester präsentierte in der Nordgauhalle ein überaus abwechslungsreiches Programm. Mit "Aeternum" - für immer - von Vito Resende eröffnete die Kapelle den melodienreichen Abend mit gefühlvoll vorgetragenen Tönen eine portugiesischen Prozessionsmarsches. Bei "Alpine Inspirations", einer Overture for Band von Martin Scharnagl gelang es ausgezeichnet die Landschaft melodisch zu zeichnen. Wer dabei die Augen schloss konnte die atemberaubende Bergwelt erahnen. Die Visionen des jungen deutschen Komponisten Thiemo Kraas bei seinem Stück "Arcus" von einem bunten Regenbogen schafften die Instrumentalisten farblich umzusetzen. Da vermischte sich Romantik mit Einflüssen aus Jazz und Funk. Die musikalischen Szenarien gingen fließend ineinander über wie das Farbspektrum eines Regenbogens. So konnten die Zuhörer die große Bandbreite konzertanter Bläsermusik erleben. Wandlungs- und Klangsicherheit demonstriert das Orchester im Anschluss bei "Eherne Wehr", einem schwungvollen Marsch von Georg Fürst.

In das Wien in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert entführte die Ouvertüre von Franz von Suppé "Pique Dame". Im Arrangement von Gerhard Baumann für sinfonisches Blasorchester präsentierte die Kapelle unter leidenschaftlicher Stabführung von Markus Ferstl die frischen und mitreißenden Melodien. Bei "Schräglage" von Wolfgang Vetter-Lohre wurde es nicht zu schräg, aber so ganz gerade auf ausgetretenen Blasmusikpfaden wandelte das Orchester dennoch nicht. Diese Polka klang zwar traditionell, aber irgendwie auch wieder modern, auf keinen Fall aber schief.

Nachwuchs auf hohem Niveau

Den zweiten Teil des Abends in der Nordgauhalle eröffnete das Nachwuchsorchester mit Melodien aus der berühmten Oper "La Traviata" von Guiseppe Verdi. Unter der Leitung von Karin Raab waren schlummernde Talente auszumachen. Aus dem Paris des 19. Jahrhunderts sprang die hoffnungsvolle Formation ins Jahr 1969. Apollo 11 vollbrachte seine Mission zum Mond und Neil Armstrong verkündete beim Betreten der Mondoberfläche seinen berühmten Satz: "Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit." Mit dem Konzertwerk "One Small Step" wollte Komponist Michael Oare die Bedeutung dieses besonderen Moments musikalisch darstellen. Mit dem Megahit "Perfect" von Ed Sheeran brachte der Nachwuchs noch mal viel Gefühl und Romantik in den Saal.

Klanggewaltig meldete sich das Große Orchester mit der Erkennungsmelodie des Grand Prix der Volksmusik "So schön ist Blasmusik" von Erich Becht zurück und machte sich im Anschluss gleich auf den Weg nach Irland mit der sinfonischen Tondichtung "Carrickfergus Posy". Die gefühlvolle Bearbeitung des eingängigen Volksliedes für Blasorchester von James L. Hosay wurde von den Registern im Verbund mit den Solisten Christian Prüfling (Tenorhorn) und Melanie Ferstl (Klarinette) umgesetzt.

Zum Träumen in der Folge Peter Leitners "My Dream", eine berührende Blasmusik-Pop-Ballade aus Österreich. Romantisch und verträumt brachten sich immer wieder andere Instrumente und Klangfarben in die Melodie ein. Schließlich fand die Ballade ihren Höhepunkt in einem wunderbaren Flügelhorn-Solo von Martin Ram. Ganz in ihrem Element fühlte sich die Kapelle bei "Frank Sinatra Classics", einem Schlager-Medley, arrangiert von Stefan Schwalgin. Zu hören waren "New York, New York", "Somethin Stupid", "Fly Me to the Moon" und "Ma Way". Leistungsstark demonstrierte das Orchester einmal mehr, wie lebensfroh und enthusiastisch Blasmusik tatsächlich sein kann.

Eigentlich sollte der Konzertmarsch "Sympatria", der den Begriff Heimat auf musikalische Weise thematisiert den gelungenen Abend beenden, aber das frenetisch applaudierende Publikum forderte Zugaben. Die gab es mit der Polka "Mea Vita - Mein Leben" von Norbert Gälle und dem "Rainer Marsch".

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