Nabburg Bürgermeister freut sich. Statt auf unter 6000 Einwohner abzusinken, kann die Stadt in diesem Jahr genau 6180 Bürger mit Erstwohnsitz vorweisen. Das Statistische Landesamt war 2014 beim Stand von 6048 Einwohnern von einer gegenteiligen Entwicklung ausgegangen. Es gab 2018 281 Zuzüge und 267 Wegzüge.
Das sind aber nicht die einzigen statistischen Daten, die Schärtl bei der Bürgerversammlung erfreut präsentierte. Er verwies auf rund 2500 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze am Wohnort, vor zehn Jahren waren das 500 weniger. Für 69 Neugeborene in 2017 gab es erstmals einen Baby-Empfang, in diesem Jahr sind es bisher 58 Geburten, allerdings musste die Stadt heuer bislang auch 75 Sterbefälle verkraften. Bei der Gewerbesteuer hat die Stadt Nabburg mit den prognostizierten vier Millionen Euro das Ergebnis von 2012 fast verdoppelt. Rekorde gibt es auch bei der Steuerkraft der Einwohner - und dem städtischen Anteil an der Einkommensteuer. Die Kehrseite: Es ist - wie bereits in den vergangenen Jahren - mit deutlich weniger Schlüsselzuweisungen zu rechnen.
Gestiegen ist aber auch das Haushaltsvolumen der Stadt. Für Kindergärten und Krippen muss die Stadt inzwischen bei über einer Million Euro doppelt so viel ausgeben wie 2010. Kaum kalkulierbar sind die Kosten für den Winterdienst: Sie schwankten in den vergangenen acht Jahren zwischen 24 000 und über 50 000 Euro. Mit drei Ausrufezeichen versehen war das Diagramm zu Kreisumlage. "50 Prozent mehr in zehn Jahren", so die Bilanz. Doch während für die Verschuldung des Landkreises ein Abwärtstrend vorgezeichnet ist, liegt in Nabburg die Pro-Kopf-Verschuldung mit über 1700 Euro auf dem höchsten Stand seit mindestens zehn Jahren. Bürgermeister Schärtl geht aber davon aus, dass sie nun zurückgehen wird.
"Es geht aufwärts in Nabburg", bestätigte dann auch stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl den Bürgern. Er sprach von einem "erfreulich positiven Bericht" und wies darauf hin, dass man im Landkreis bei Kanal, Straßenbau und Breitband in einem Boot sitzt. Inzwischen würden noch bessere Datenleitungen gewünscht, "die Industrie braucht das". Mit Blick auf nicht immer harmonisches Zusammenarbeiten im Gremium hatte er aber auch einen Trost parat: "Demokratie muss auch Widersprüche aushalten."












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