24.08.2018 - 14:59 Uhr
NabburgOberpfalz

Viele Fragen vor dem Bad-Bau

Das über 50 Jahre alte Hallenbad in Nabburg ist in einem schlechten Zustand. "Totalschaden", urteilten Experten schonungslos. Die Lösung für einen möglichen Neubau könnte in Perschen liegen. Bis dahin sind aber noch viele Fragen zu klären.

Auf dem Gelände des Freibades in Perschen könnte das neue Hallenbad entstehen. Eine Möglichkeit wäre das Areal, auf dem jetzt der Beachvolleyballplatz ist (unten rechts).
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Vor etwa einem halben Jahr nahm der Landkreis-Bauausschuss das marode Hallenbad auf dem Nabburger Schulberg unter die Lupe und hörte tags darauf ein Gutachten von Fachleuten der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen. Das Ergebnis: Eine Sanierung könne nicht mehr empfohlen werden.

Schnell herrschte auch im Ausschuss die einhellige Meinung vor, dass am ehesten ein kompletter Hallenbad-Neubau in Frage käme. Die Kosten für ein Bad, das dem jetzigen exakt entspricht, schätzten die Experten auf rund 4,5 Millionen Euro. Dem gegenüber stünden Sanierungskosten, die sich auf etwa 3 Millionen Euro summieren würden.

Damit stellt sich nun die Frage: Wohin mit dem neuen Hallenbad? Am jetzigen Ort auf dem Nabburger Schulberg ist ohnehin wenig Platz. "Man muss sich überlegen, ob man einen Neubau an einem anderen Standort vorziehen kann", sagte Landrat Thomas Ebeling in einem Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Eine mögliche - und plausible - Alternative wäre das Gelände des Freizeitzentrums in Perschen.

"Ein Neubau in Perschen wäre vernünftig und sinnvoll", ließ der Landrat erkennen. Damit ließen sich natürlich auch Synergieeffekte mit der bestehenden Einrichtung erzielen. Außerdem wäre der dadurch frei werdende Platz auf dem Schulberg anderweitig nutzbar.

Gleichwohl wäre es laut Ebeling aber wohl nicht möglich, beispielsweise den bestehenden Umkleidetrakt des Freibades auch für ein eventuell nebenan entstehendes Hallenbad zu verwenden. "Die Umkleiden sind für den Sommerbetrieb ausgestattet", eine Nutzung auch im Winter wäre baulich bedingt nicht umsetzbar. Genaueres müsse man sich vor Ort im Detail anschauen.

Gleiches gilt zum Beispiel für die Frage, ob etwa das Dampfbad ganzjährig nutzbar gemacht werden könnte. Generell gelte es, sich konkrete Gedanken zu machen, was gewünscht wird und was nicht - und dann zu ermitteln, wie sich diese Vorstellungen auf die Kosten auswirken.

Bis es aber soweit ist, stehen zunächst noch andere Fragen im Mittelpunkt: So hat zum Beispiel die Bereitschaftspolizei auf dem Nabburger Fichtenbühl ebenfalls Bedarf an einem Schwimmbad. Das hatte der neue Abteilungsführer Ludwig Härtl bei einem Antrittsbesuch in Nabburger Rathaus gegenüber Bürgermeister Armin Schärtl, gleichzeitig Vorsitzender des Zweckverbandes Freizeitzentrum Perschen, deutlich gemacht.

Für den Fall, dass sich die Bundespolizei an dem Bad beteiligt, müsse laut Ebeling geklärt werden, in welcher Form. Diesbezüglich gebe es mehrere Modelle: Die möglichen Varianten reichen von einem gemeinsamen Bau über eine Mietregelung oder Zuschüsse. Dann muss auch ermittelt werden, wie groß der Bedarf von Bundespolizei, Wasserwacht und eventuell auch Bundeswehr überhaupt ist. "Wenn das Becken dann komplett ausgebucht ist, müsste man sich überlegen, ob man nicht ein zweites benötigt", sagte Ebeling.

Aus der Landeshauptstadt sind bereits leise Zeichen vernommen worden: "Es gab aus München das Signal, dass man bereit ist, sich mit der Frage zu beschäftigen", legte der Landrat dar. Man möchte sich dort also die Vorschläge des Landkreises anhören. Ein Gespräch ist aber noch nicht terminiert.

Zu gegebener Zeit kommt das Thema danach wieder im Ausschuss auf die Tagesordnung. Die Zeit drängt nicht: Das bestehende Bad ist zwar in einem schlechten Zustand, aber der Betrieb - eventuell mit kleineren notwendig werdenden Maßnahmen - noch sichergestellt.

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