29.07.2019 - 17:41 Uhr
NabburgOberpfalz

Wald als Grundlage des Lebens

Holz macht Sachen! Holz, Baum, Wald und Du?": Unter diesem Motto steht eine Ausstellung im Freilandmuseum Neusath-Perschen, welche die Verbindung zwischen der Menschheit und dem Rohstoff Holz in den Fokus stellt. Neben der Wissensvermittlung mit Spaß und Freude möchte das Projekt ein Gefühl von "Verbundenheit mit der Natur" bewusstmachen.

von Georg Köppl Kontakt Profil
Ausstellung wächst wie ein Baum:

"Holz macht Sachen" ist ein Kooperationsprojekt zur Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung. Das von Adrian Siedentopf initierte Thema umfasst eine Wanderausstellung sowie verschiedene Seminare und pädagogische Vermittlungsangebote zum Thema Holz. Das inhaltliche Spektrum reicht von der Bedeutung der Bäume für die Umwelt über die Holzgewinnung bis hin zu den vielfältigen Arten der Weiterverarbeitung des Holzes.

Die Besucher sollen dazu angeregt werden, den Baum als Lebewesen, den Wald als Lebensraum und sich selbst als Teil dieser Lebenswelt zu sehen. Das Besondere ist, dass diese Ausstellung nicht nur von Ort zu Ort wandert, sondern wie ein Baum immer weiter wächst, indem laufend neue Exponate hinzukommen. Diese stammen von derzeit 70 Projektpartnern aus unterschiedlichsten Bereichen: Aus Museen, Institutionen aus Forschung, Lehre, Stiftung, aus Einrichtungen mit technischen Innovationen oder auch aus der Bevölkerung. Wobei nicht zwingend ein physisches Exponat erforderlich ist: Auf einem Monitor bzw. über Social Media können auch digitale Ausstellungsstücke eingebracht werden, wird der physische Ausstellungsraum um den virtuellen Bereich des Internets erweitert. "Holz macht Sachen" ist in Neusath-Perschen noch bis zum Saisonende am 3. November während der allgemeinen Öffnungszeiten zu sehen. (kö)

Das Schicksal der Menschheit hängt existenziell vom Wohlergehen der Bäume ab.

Adrian Siedentopf, Initiator der Ausstellung

Adrian Siedentopf, Initiator der Ausstellung

"Das Oberpfälzer Freilandmuseum mit der herrlichen Aussicht in die weite waldige Landschaft ist ein wunderbarer Startpunkt für die Ausstellung", gibt sich Initiator Adrian Siedentopf bei der Eröffnung begeistert, und räumt zugleich ein, dass die Realisierung der Idee von "Holz macht Sachen" eine besondere Herausforderung war.

"Für seine verrückte Idee hat Adrian Siedentopf schließlich auch eine verrückte Museumsleitung gefunden, die sich mit ins Abenteuer gestürzt hat", bestätigt Birgit Angerer schmunzelnd. Sie freut sich über zahlreiche Ehrengäste, dankt den vielen Mitstreitern und Leihgebern und hebt besonders auch die finanzielle Unterstützung durch die Sparkassenstiftung, die Sparkasse im Landkreis Schwandorf und die Raiffeisenbank im Naabtal hervor.

Holz als Jahresthema

Bezirkstagspräsident Franz Löffler weist in seinem Grußwort auf das Thema "Holz" als das umspannende Motto der diesjährigen Museumssaison hin. "Ob die Leute wirklich wissen, was derzeit in unseren Wäldern los ist?", resümiert er und appelliert an alle, die Menschen für das Thema Holz und Wald sensibel zu machen. Da komme diese Ausstellung gerade zur richtigen Zeit. Sie beleuchtet die Bedeutung von Wald und Bäumen für die Umwelt, für Industrie, Handwerk und die Kunst. Das kleinste aller Ausstellungsgegenstände, die irgendeiner Weise mit Holz zu tun haben, ist übrigens ein Zündholz.

"Holz hat die Oberpfalz über Jahrhunderte hinweg geprägt", erinnert Löffler an die Energie für die Eisen- und Glasindustrie, an den Werkstoff für Handwerk und Landwirtschaft und die Beeinflussung der Architektur als Baumaterial. Angesichts des Klimawandels gewinne das Holz eine besondere Bedeutung und zugleich sei der Wald davon auch massiv betroffen und bedroht. Löffler nennt Schäden durch Trockenheit, Stürme und den Borkenkäfer mit der Folge eines massiven Preisverfalls. Als Temperaturpuffer, CO2-Speicher und Bewahrer des Grundwassers und nicht zuletzt als Lebensraum für Pflanzen und Tiere sei der Wald für alles Leben existenziell bedeutend.

"Kein anderes Geschöpf ist mit dem Geschick der Menschheit so eng verknüpft wie der Baum", zitiert Adrian Siedentopf Professor Alexander Demandt. Heutzutage trete diese Verknüpfung im Umkehrschluss ins Bewusstsein. Nicht der Baum sei mit dem Geschick der Menschheit verknüpft, sondern das Schicksal der Menschheit hänge existenziell vom Wohlergehen der Bäume ab.

Bewusstsein schaffen

Deshalb sei es auch das Ziel, dass neben der Wissensvermittlung auch ein Gefühl von "Verbundenheit mit der Natur" bewusst gemacht wird. Siedentopf ist überzeugt: "Ohne dieses Gefühl der Verbundenheit und der Liebe zu unserer natürlichen Lebenswelt fehlt die Grundmotivation für aktives umweltgerechtes Verhalten". Drei Punkte seien von maßgeblicher Bedeutung; Beteiligung, Vernetzung/Kommunikation, und Nachhaltigkeit.

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