23.10.2020 - 13:53 Uhr
NabburgOberpfalz

Warten auf die Renovierung des Johannisdoms hat ein Ende

Der erste Antrag zur Renovierung der Pfarrkirche liegt schon fast neun Jahre zurück. Jetzt kommt Bewegung in das Großprojekt der Katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer Nabburg. Mit ein paar Kübeln Farbe ist es da nicht getan.

Ostchor und Querschiff der Nabburger Pfarrkirche: . Die massive Verschmutzung der Innenraumoberflächen sowie fortschreitende Schäden an den hochwertigen Glasmalereien machen eine Innenrenovierung unumgänglich. Neben dem desolaten Gesamteindruck des Kirchenraumes erfordern jedoch einige lokale Schäden im begrenzten Umfang auch Maßnahmen an der Gebäudehülle und im Außenbereich.
von Sepp FerstlProfil

Nach dem Erstbesuch aus dem Bischöflichen Baureferat im Februar und März sind nicht zuletzt aus Corona-Gründen sieben Monate Wartezeit vergangen. Nunmehr liegt die Stellungnahme seitens des Baureferats aus Regensburg vor. Das 52 Seiten umfassende Werk bildet die Grundlage für alle kommenden Diskussionen über notwendige und dringend gebotene Maßnahmen, die bei der Sanierung des Nabburger „Johannesdom“ anstehen.

Gleichzeitig fand mittlerweile ein Ortstermin mit dem Landesamt für Denkmalpflege statt. Der wichtigste Inhalt dieses Gesprächs war, dass für eine Kirche von so großer kunsthistorischer Bedeutung, wie es die Stadtpfarrkirche – der kleine Dom im Naabtal - eben ist, die Sanierung zunächst einer intensiven umfassenden und nichts ausschließenden Bestandsaufnahme bedarf.

Erst mal "Spurensuche"

„Einfach nur ein paar Kübel Farbe und mal sauber rausweißeln“, wie des Öfteren von Kirchenbesucher gemeint wird, ist da keineswegs die Lösung. Viele Untersuchungen vom Dach bis zu den Fundamenten müssen vorher sein. Es erfordert das Erstellen von Plänen und Statik-Berechnungen, da Originalpläne Mangelware sind. Dann beginnt ein schrittweises „vorangehen“, was jeweils notwendig und möglich ist. Die Kirchenverwaltung ist aktuell beauftragt, in den kommenden Wochen bei allen möglichen Stellen wie Pfarrarchiv, Bischöfliches Baureferat, Denkmalschutzbehörde und möglichen anderen Archiven alles Vorhandene über unsere Kirche zu finden und zu sammeln. Pläne und Informationen über die Renovierungsarbeiten im letzten Jahrhundert: die 1960er Umgestaltung, Außensanierung, 1978 Innenrenovierung und 1996 die Dachsanierung.

Auch die evangelische Pfarrei muss sanieren

Nabburg

Anschließend muss eine ganze Reihe von Gutachtern benannt werden für Naturstein, Heizung, Glasfenster und vieles andere mehr. Diesen Schritten voraus ist bereits ein Büro beauftragt, welches Raumklimamessungen vornimmt, um in einem Jahreszyklus (voraussichtlich November 2020 bis Januar 2022) die klimatischen Verhältnisse in der Kirche zu untersuchen: Luftfeuchtigkeit, Wärmeschichtung, Zirkulation, „Klebstoffe“ wie sie zum Beispiel aus Putzmittel und ähnlichem „ausfallen“. Dazu werden Messinstrumente in der Kirche installiert, die mehrfach ausgewertet werden müssen, sowie eine Edelstahlplatte, deren Beschlag nach einem Jahr chemisch untersucht wird.

Kältebrücken aufspüren

Ebenso gehört dazu die Untersuchung des Bauwerks mittels Wärmebildkamera um Kältebrücken aufzuspüren und unter anderem festzustellen inwiefern der von außen sichtbare, gotische Seiteneingang zur Kirche möglicherweise „durchgehend“ ist und eventuell als barrierefreier Zugang ausgestaltet werden könnte.

Bei diesem erforderlichen Aufwand stellt sich die Frage: Wie lange wird es dauern, bis überhaupt etwas sehen ist? Erklärtes Ziel der Kirchenverwaltung ist es, die Renovierung der Kirche bis zur 1100-Jahrfeier der Stadt Nabburg im Jahr 2029 zu schaffen. Von Seiten des Denkmalamtes hieß es, dies sei ein sehr enger, ehrgeiziger Zeitplan. Für die Kirchenverwaltung steht fest: „Hauptsache, wir fangen nunmehr endlich an, der Rest wird sich dann zeigen.“

Hintergrund:

Fördertöpfe suchen

Das Gremium ist sich sehr wohl auch bewusst, dass die Sanierung Millionen Euro verschlingen wird. Aktuell ist noch keine Schätzung möglich. Nichts desto trotz müssen bereits jetzt Zuschussquellen und Fördertöpfe gesucht werden. Ohne Unterstützung von außerhalb ist die Finanzierung nur durch die Kirchenstiftung allein nicht möglich. Schon für die ersten vorbereitenden Maßnahmen zur Klimamessung sind Kosten von 8.000 Euro zu erwarten.

Hauptschiff und Westchor: Imposant, aber renovierungsbedürftig.
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